Die Website hat ihre Arbeit getan. Jemand hat den Betrieb gefunden, das Angebot gelesen, den Termin notiert. Zwanzig Minuten später steht dieselbe Person im Regen vor einem Wohnhaus, weil die Werkstatt im Hinterhof liegt, das Navigationsgerät die Toreinfahrt nicht kennt und auf der Website nur eine Straße mit Hausnummer stand. Sie kommt zu spät, oder sie kommt gar nicht. Beides kostet Geld, und beides ist vermeidbar. Eine gute Anfahrtsseite beantwortet nicht die Frage, wo der Betrieb liegt, sondern wie man dort ankommt: welcher Eingang, welche Klingel, wo parken, welcher Bus, wie viele Minuten zu Fuß, wie viele Stufen. Dieser Beitrag baut eine solche Seite von Grund auf und löst nebenbei den Konflikt, an dem die meisten Anfahrtsseiten hängen: Man möchte eine Karte zeigen, ohne die Daten der Besucher an einen fremden Server zu senden, bevor irgendjemand darauf geklickt hat.
Die letzten hundert Meter entscheiden
Die Recherche findet vor dem Besuch statt, und sie findet online statt. In einer Bitkom-Befragung unter 1.180 (Bitkom e.V.) Internetnutzerinnen und -nutzern ab 16 Jahren sagen 73 Prozent (Bitkom e.V.), sie wollen vorab online Informationen über das aktuelle Angebot vor Ort abrufen können; 74 Prozent (Bitkom e.V.) würden Produkte gern vorab online reservieren. Der Gang ins Geschäft beginnt also am Bildschirm — und dort entscheidet sich, ob er überhaupt stattfindet.
Wie kurz das Zeitfenster danach ist, zeigt die Auswertung lokaler Suchanfragen: 76 Prozent (Think with Google) der Menschen, die auf dem Smartphone nach etwas in der Nähe suchen, besuchen binnen eines Tages ein passendes Geschäft, und 28 Prozent (Think with Google) dieser Suchen führen zu einem Kauf. Zwischen Suche und Besuch liegen selten Wochen. Es liegt oft eine Mittagspause dazwischen. Wer in dieser Spanne nicht beantwortet, wo genau der Eingang ist und ob es einen Parkplatz gibt, verliert die Anfrage an den nächstgelegenen Betrieb, dessen Seite es beantwortet.
Abgrenzung: Zeiten stehen woanders
Es hilft, die Anfahrtsseite nicht als Datenblatt zu denken, sondern als Antwort auf die Fragen, die jemand tatsächlich stellt, während er schon unterwegs ist. Diese Fragen sind erstaunlich gleichförmig, quer durch Branchen:
- Wo halte ich an? Gibt es einen Hof, eine Einfahrt, Kundenstellplätze — und wenn nicht, wo dann?
- Welche Tür ist es? Vorderhaus oder Hinterhof, Ladeneingang oder Klingelanlage, erste oder zweite Klingel.
- Wie erkenne ich das Gebäude? Farbe, Nachbarschaft, Schild, Vordach — irgendetwas, das man von der Straße aus sieht.
- Komme ich mit Bus oder Bahn hin? Welche Linie, welche Haltestelle, wie viele Minuten zu Fuß.
- Komme ich da hinein? Stufen, Rampe, Aufzug, Türbreite, Toilette — in Zahlen, nicht in Adjektiven.
- Wo liefere ich an? Für Speditionen, Handwerker und Lieferanten ist der Kundeneingang meist der falsche.
Eine Seite, die diese sechs Fragen beantwortet, ist selten länger als ein Bildschirm plus etwas Scrollen. Sie gehört trotzdem zu den wenigen Seiten, auf denen sich der Aufwand direkt in Terminen niederschlägt — ähnlich wie beim Kontaktformular, das Anfragen tatsächlich einsammelt.
Eine Adresse ist noch kein Eingang
Die Postanschrift beschreibt, wohin Briefe gehen. Sie beschreibt nicht, wo Menschen hineingehen. In gewachsenen Innenstädten, in Gewerbehöfen und auf Hofstellen fallen beide Punkte regelmäßig auseinander: Die Hausnummer gehört zum Vorderhaus, der Betrieb sitzt im Rückgebäude. Der Ladeneingang liegt zwei Türen weiter als die Klingelanlage. Die Zufahrt zum Hof ist eine unscheinbare Toreinfahrt zwischen zwei Geschäften, an der man dreimal vorbeifährt, bevor man sie sieht.
Der Text, der das auflöst, braucht keine Poesie, sondern Substantive, die man von der Straße aus erkennt. Drei Sätze reichen meist: Wo ist die Einfahrt, woran erkennt man sie, was passiert danach. Nützlich ist die Reihenfolge, in der jemand die Dinge tatsächlich wahrnimmt — erst das Gebäude, dann die Einfahrt, dann der Eingang, dann die Klingel.
| Formulierung auf der Seite | Was der Besucher davon hat | Belastbare Fassung |
|---|---|---|
| Musterstraße 1, 31185 Söhlde | Findet die Hausnummer, sieht ein Wohnhaus, klingelt bei fremden Leuten | Adresse plus: Zufahrt über die Toreinfahrt zwischen Hausnummer 1 und 3 |
| Sie finden uns zentral gelegen | Nichts. Das steht auf jeder zweiten Seite | Zweites Gebäude im Hof, graues Rolltor, Eingang rechts daneben |
| Parkplätze vorhanden | Weiß nicht, wie viele, für wen, ob besetzt | Vier gekennzeichnete Kundenstellplätze im Hof; bei Belegung Parkhaus am Markt, drei Minuten zu Fuß |
| Barrierefrei zugänglich | Kann alles heißen, von stufenlos bis eine Stufe | Ebenerdiger Zugang, lichte Türbreite 90 cm, WC im Erdgeschoss, Behindertenstellplatz vor dem Tor |
| Gut mit dem Bus erreichbar | Weiß nicht, welche Linie und wie weit | Linien 4 und 12, Haltestelle Markt, fünf Minuten zu Fuß, Weg ausgeschildert |
Das Foto, das die Suche beendet
Das Foto braucht einen Alternativtext, der dieselbe Information in Worten transportiert — nicht Firmengebäude, sondern Graues Backsteinhaus mit grünem Vordach, Eingang rechts neben der Toreinfahrt. Damit hilft es auch Menschen, die es nicht sehen können, und es macht den Zusammenhang zwischen Bild und Ort auch für Suchmaschinen lesbar.
Parken ehrlich benennen, samt Alternativen
Beim Parken wird auf Websites am häufigsten geschönt, und es rächt sich am schnellsten. Wer Parkplätze direkt vor der Tür schreibt und zwei Anwohnerplätze meint, produziert einen genervten Kunden, bevor das Gespräch begonnen hat. Die belastbare Variante nennt Zahlen und den Plan B.
- Anzahl und Art:
Vier gekennzeichnete Kundenstellplätze im HofstattParkmöglichkeiten vorhanden. - Wenn belegt: die nächste Alternative mit Namen, Entfernung und Fußweg in Minuten.
- Kosten und Zeitbeschränkung: Parkscheibe, Höchstparkdauer, Gebühren — das erspart Verwarnungen und Ärger.
- Anwohnerzonen: Wenn die Straße davor bewirtschaftet ist, gehört das auf die Seite und nicht an die Windschutzscheibe.
- Behindertenstellplatz: Lage, Anzahl, Abstand zum Eingang, Belag.
- Große Fahrzeuge: Wohnmobil, Anhänger, Transporter — wenn Ihre Kundschaft damit kommt, sagen Sie, wo das geht.
Zwei Sätze reichen für die Alternativen: Bei Belegung: Parkhaus am Markt, Einfahrt Lange Gasse, drei Minuten zu Fuß durch die Fußgängerzone. Auf dem Platz vor der Kirche gilt Parkscheibe, zwei Stunden. Das ist keine Werbung, sondern Serviceinformation — und genau deshalb wirkt es. Wer die Situation nüchtern beschreibt, wirkt glaubwürdiger als jemand, der bequeme Parkmöglichkeiten verspricht.
Der Satz, der Anrufe spart
Zwischen 11 und 14 Uhr ist der Hof meist belegt. Wer zu dieser Zeit kommt, parkt entspannter im Parkhaus am Markt. Das ist ehrlich, es steuert Besucherströme, und es nimmt der Enttäuschung vor Ort die Spitze.Bus und Bahn: Linie, Haltestelle, Minuten
Der Abschnitt zum öffentlichen Nahverkehr ist der kürzeste der Seite und wird trotzdem oft ausgelassen — vermutlich, weil sich gut angebunden vollständig anfühlt. Ist es nicht. Brauchbar wird es erst mit drei Angaben: Linie, Haltestelle, Fußweg in Minuten. Dazu die Richtung, in die man von der Haltestelle aus läuft, denn genau dort steht man mit dem Handy in der Hand und dreht sich im Kreis.
Linien statt Verkehrsmittel
Linien 4 und 12 sagt mehr als mit dem Bus erreichbar. Wer den Fahrplan kennt, kann sofort rechnen.
Haltestelle mit Namen
Der offizielle Haltestellenname, wie er im Aushang und in der Fahrplanauskunft steht — nicht der umgangssprachliche.
Fußweg in Minuten
Gemessen, nicht geschätzt. Und einmal mit einem Rollkoffer gegangen, dann stimmt die Zahl auch für den Rest.
Laufrichtung
Aus dem Bus in Fahrtrichtung weiter, nach 100 Metern rechts beendet die Orientierungssuche an der Haltestelle.
Bahnhof getrennt beschreiben
Wenn Kundschaft von außerhalb kommt, gehört der Weg vom Bahnhof eigenständig auf die Seite — mit Umstieg oder Taxistand.
Steigungen und Belag
Kopfsteinpflaster, Treppen oder eine steile Gasse auf dem Fußweg sind für viele Menschen entscheidungsrelevant.
Binden Sie an dieser Stelle keine Fahrplanauskunft als Widget ein. Ein normaler Textlink auf die Seite des örtlichen Verkehrsverbunds genügt und lädt beim Seitenaufbau nichts nach. Dass diese Zurückhaltung nicht nur dem Datenschutz dient, sondern auch dem Tempo, lässt sich messen: Jede fremde Verbindung kostet Zeit im Seitenaufbau — ein Zusammenhang, den der Beitrag über Karten, Videos und Schriften ohne Datenabfluss im Detail auseinandernimmt.
Barrierefreiheit vor Ort in klaren Worten
Zum Jahresende 2023 lebten in Deutschland rund 7,9 Millionen (Statistisches Bundesamt) Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung, das entspricht 9,3 Prozent (Statistisches Bundesamt) der Bevölkerung. Knapp 91 Prozent (Statistisches Bundesamt) dieser Behinderungen wurden durch eine Krankheit verursacht, treten also überwiegend im Lauf des Lebens auf. Rechnet man Menschen mit vorübergehenden Einschränkungen, ältere Kundschaft und Eltern mit Kinderwagen hinzu, ist der Kreis derer, für die zwei Stufen eine relevante Information sind, deutlich größer, als die Statistik nahelegt.
Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit beschreibt das Ziel als durchgehende Wegekette: Barrierefreiheit entsteht erst, wenn der Weg von der Grundstücksgrenze über die Wege auf dem Grundstück und den Eingangsbereich bis zu allen Gebäudeteilen ohne Bruch nutzbar ist (Bundesfachstelle Barrierefreiheit). Als anerkannte Regel der Technik für öffentlich zugängliche Gebäude verweist sie auf DIN 18040-1 (Bundesfachstelle Barrierefreiheit). Für die Anfahrtsseite heißt das: Die Kette wird an genau den Stellen beschrieben, an denen sie reißen kann.
Stufen und Schwellen
Anzahl und Höhe nennen. Eine Stufe von 12 cm am Eingang ist eine planbare Information, weitgehend barrierefrei ist keine.
Rampe
Vorhanden, fest oder mobil, und mit welcher Neigung. DIN 18040-1 sieht Rampen mit bis zu 6 Prozent (DIN 18040-1) Steigung vor, nach höchstens 600 cm (DIN 18040-1) ein Zwischenpodest von 150 cm (DIN 18040-1) Länge.
Türbreite
Die lichte Durchgangsbreite in Zentimetern. Der Richtwert liegt bei mindestens 90 cm (DIN 18040-1), die Bewegungsfläche vor und hinter einer Rampe bei 150 mal 150 cm (DIN 18040-1).
Aufzug
Vorhanden oder nicht, in welchem Gebäudeteil, mit welchen Kabinenmaßen. Und ob er zu Ihren Zeiten erreichbar ist, ohne dass jemand aufschließen muss.
Barrierefreies WC
Ja oder nein, in welchem Geschoss, Zugang frei oder über Schlüssel. Ein nein ist eine Antwort — eine Auslassung ist keine.
Behindertenstellplatz
Lage und Abstand zum Eingang. DIN 18040-1 nennt für Pkw-Stellplätze mindestens 350 cm (DIN 18040-1) Breite und 500 cm (DIN 18040-1) Länge.
Nicht beschönigen, sondern beschreiben
Barrierefrei ist ein Begriff mit rechtlichem Gehalt und keine Werbefloskel. Wer ihn verwendet, obwohl eine Stufe im Weg ist, riskiert nicht nur eine unangenehme Situation an der Tür, sondern eine angreifbare Aussage. Die belastbare Alternative ist beschreibend: Zugang über eine Stufe von 12 cm; eine mobile Rampe ist vorhanden und wird auf Zuruf angelegt, ein Anruf vorab hilft. Das ist ehrlich, es ist nutzbar, und es macht aus einem Hindernis eine Verabredung.Die Anfahrtsseite ist der Ort für die Barrierefreiheit des Gebäudes. Die Barrierefreiheit der Website selbst ist ein anderes Thema mit eigenen Anforderungen und eigenen Fristen — nachzulesen im Beitrag zur barrierefreien Website nach dem BFSG. Beides zusammen ergibt erst das Bild, das Kundschaft erwartet: eine Seite, die man bedienen kann, über ein Haus, in das man hineinkommt.
Der Lieferanteneingang und der B2B-Fall
Sobald Ware ins Haus kommt, hat der Betrieb zwei Zielgruppen mit zwei verschiedenen Wegen. Kundschaft soll zum Ladeneingang, die Spedition zur Rampe — und wenn beide dieselbe Adresse bekommen, steht der Sattelzug in der Fußgängerzone. Ein eigener Absatz mit der Überschrift Anlieferung löst das, und er gehört sichtbar auf dieselbe Seite, nicht in eine PDF-Datei im Downloadbereich.
- Zufahrt: von welcher Straße, über welches Tor, mit welcher Durchfahrtshöhe und -breite.
- Rampe oder ebenerdig: Höhe der Laderampe, ob ein Hubwagen genutzt werden kann, ob ein Stapler bereitsteht.
- Zeitfenster: wann angeliefert werden kann und ob eine Anmeldung nötig ist.
- Ansprechpartner: Telefonnummer für den Hof, nicht die Zentrale — Fahrer rufen aus dem Fahrzeug an.
- Wendemöglichkeit: ob ein Lkw drehen kann oder rückwärts einfahren muss. Diese Angabe entscheidet über die Tourenplanung.
- Was nicht geht: Sackgasse, Gewichtsbeschränkung, Poller mit Schlüssel — Einschränkungen sind wertvoller als Zusicherungen.
Für Betriebe mit regelmäßigem Warenverkehr lohnt sich eine eigene Unterseite Anlieferung, die man Speditionen direkt schicken kann. Sie ist kurz, sie ist verlinkbar, und sie erspart dem Büro die immer gleiche Mail. Welche Seiten ein Unternehmensauftritt darüber hinaus braucht, ordnet der Beitrag Welche Seiten eine Unternehmenswebsite braucht ein.
Die Wegbeschreibung in Worten aus zwei Richtungen
Eine Wegbeschreibung in Fließtext wirkt altmodisch, und sie ist genau dann Gold wert, wenn die Technik aussetzt: wenn das Navigationsgerät die Hofeinfahrt nicht kennt, wenn eine Baustelle die Zufahrt sperrt, wenn das Mobilfunknetz im Gewerbegebiet einbricht, wenn jemand die Seite am Vorabend ausdruckt. Zwei Anfahrtsrichtungen genügen — die beiden, aus denen Ihre Kundschaft tatsächlich kommt. Jede Richtung braucht drei bis fünf Schritte, jeder Schritt eine sichtbare Landmarke.
Aus Richtung Norden (Autobahnabfahrt Mitte)
1. Auf der Bahnhofstraße stadteinwärts bis zur zweiten Ampel.
2. Dort rechts in die Lange Gasse. Das Schild "Anlieferung Markthalle"
steht auf der linken Seite.
3. Nach 200 Metern die Toreinfahrt zwischen Apotheke und Blumenladen,
graues Rolltor, tagsüber geöffnet.
4. Im Hof geradeaus bis zum zweiten Gebäude. Eingang rechts neben
dem Rolltor, zweite Klingel von oben.
Aus Richtung Süden (Ortseingang Hafen)
1. Am Kreisverkehr die zweite Ausfahrt Richtung Zentrum.
2. Nach der Brücke sofort links in die Uferstraße (Einbahnstraße,
Zufahrt für Kunden erlaubt).
3. Am Ende links, dann die dritte Einfahrt rechts, direkt hinter dem
Parkplatz der Bankfiliale.
4. Im Hof links halten, Eingang unter dem grünen Vordach,
zweite Klingel von oben.
Zu Fuß von der Haltestelle Markt (Linien 4 und 12)
Aus dem Bus in Fahrtrichtung weiter, nach 100 Metern rechts in die
Lange Gasse, dann die zweite Toreinfahrt links. Fußweg fünf Minuten,
letzte 30 Meter Kopfsteinpflaster.Beachten Sie den letzten Halbsatz. Letzte 30 Meter Kopfsteinpflaster ist die Art von Detail, die niemand vermisst, solange sie fehlt, und die für einen Teil der Kundschaft die Entscheidung trägt. Dasselbe gilt für tagsüber geöffnet beim Rolltor und für Zufahrt für Kunden erlaubt in der Einbahnstraße: Es sind Antworten auf Zweifel, die genau an dieser Stelle des Weges entstehen.
Der Praxistest kostet zwanzig Minuten
Die Karte: statisch zeigen, erst auf Klick verbinden
Die übliche Lösung ist ein eingebettetes Kartenfenster, kopiert aus dem Freigabedialog eines Kartendienstes. Es sieht gut aus und hat einen unangenehmen Nebeneffekt: Der Browser der Besucherin baut die Verbindung zum fremden Server auf, sobald die Seite lädt — vor jeder Einwilligung und bei jedem einzelnen Aufruf. Übertragen werden dabei mindestens die IP-Adresse, die Browserkennung und die Adresse der aufgerufenen Seite.
Dass der Seitenbetreiber dafür mit in der Verantwortung steht, hat der Europäische Gerichtshof im Verfahren Fashion ID entschieden. Es ging um eine Social-Media-Schaltfläche auf der Seite eines Händlers; die Übertragung geschah bereits beim Aufruf der Seite, ohne dass der Besucher davon wusste (EuGH, C-40/17). Der Gerichtshof stufte den Websitebetreiber als gemeinsam verantwortlich ein — begrenzt auf das Erheben und Weitergeben der Daten, nicht auf das, was der Anbieter danach damit tut (EuGH, C-40/17).
Daher obliegt es dem Betreiber der Website und nicht dem Anbieter des Social Plugins, diese Einwilligung einzuholen, da der Verarbeitungsprozess der personenbezogenen Daten dadurch ausgelöst wird, dass ein Besucher diese Website aufruft.
Der Gedanke lässt sich ohne Bruch auf ein Kartenfenster übertragen: Auch dort löst allein der Seitenaufruf die Übermittlung aus, auch dort ist die Person ahnungslos, und auch dort entscheidet der Betreiber, ob es diese Verbindung überhaupt gibt. Die praktische Konsequenz ist erfreulich unkompliziert, weil die Anfahrtsseite die Karte gar nicht als interaktives Fenster braucht.
| Variante | Was beim Seitenaufruf passiert | Aufwand |
|---|---|---|
| Eingebettetes Kartenfenster | Verbindung zum Kartendienst vor jeder Einwilligung, IP-Adresse und Browserkennung gehen mit | gering, dafür dauerhaft offene Rechtsfrage |
| Statischer Kartenausschnitt als Bild | Nichts. Das Bild liegt auf der eigenen Domain | einmalig erzeugen und die Lizenzlage prüfen |
| Eigene Lageskizze als Vektorgrafik | Nichts. Zusätzlich beschriftbar mit Hof, Eingang, Stellplätzen | einmalig zeichnen, dafür präziser als jede Karte |
| Karte nach Klick-Freigabe | Erst nach bewusster Entscheidung der Besucherin | Freigabefläche und Hinweistext nötig |
Button Route starten | Nichts. Der Kartendienst öffnet erst im neuen Tab | ein Link, fertig |
Die Kombination aus eigener Lageskizze und einem Button Route starten deckt beide Bedürfnisse ab: Wer sich orientieren will, sieht sofort die Skizze mit Hof, Eingang und Stellplatz. Wer navigieren will, tippt auf den Button und landet in seiner gewohnten Routenplanung — mit dem Unterschied, dass er diesen Schritt selbst ausgelöst hat. Wichtig ist nur, dass der Button ein normaler Link bleibt und im Hintergrund kein Skript des Kartendienstes nachlädt.
<figure class="anfahrt-karte">
<img src="/img/lageskizze.svg" width="800" height="500" loading="lazy"
alt="Lageskizze: Toreinfahrt zwischen Apotheke und Blumenladen,
Hof mit vier Stellplätzen, Eingang rechts neben dem Rolltor." />
<figcaption>Zufahrt über die Toreinfahrt zwischen Hausnummer 1 und 3</figcaption>
</figure>
<a class="button" href="https://kartendienst.example/route?ziel=52.15833,10.17194"
target="_blank" rel="noopener">
Route starten (öffnet den Kartendienst in einem neuen Tab)
</a>
<p class="hinweis">
Beim Klick auf diesen Link verlassen Sie unsere Website.
Der Kartendienst verarbeitet dabei Ihre IP-Adresse.
</p>Der Hinweis gehört an den Link, nicht in ein Banner
Eine Schreibweise für Name, Adresse und Telefon
Sobald die Anfahrtsseite steht, taucht die Adresse an mehreren Stellen gleichzeitig auf: auf der Anfahrtsseite selbst, im Seitenfuß, auf der Kontaktseite, im Impressum, im Unternehmensprofil, auf Rechnungen. Jede dieser Stellen ist eine Gelegenheit für eine Abweichung — Straße gegen Str., GmbH mal mit und mal ohne, die Telefonnummer einmal international und einmal mit führender Null. Für Menschen ist das gleichgültig. Für Systeme, die Angaben aus verschiedenen Quellen abgleichen, ist es Rauschen.
Der pragmatische Ansatz ist eine verbindliche Schreibweise, die einmal festgelegt und dann überall übernommen wird: Firmenname exakt wie im Register, Straße ausgeschrieben, Telefonnummer im internationalen Format. Wer die Adresse aus einem zentralen Stammdatensatz in alle Seiten und Rechtstexte einspeist, hat das Problem strukturell gelöst, statt es viermal im Jahr manuell nachzupflegen.
Dieselbe Schreibweise gehört auch in die maschinenlesbare Auszeichnung. Google Search Central nennt für den Typ LocalBusiness genau zwei Pflichtangaben: name und address (Google Search Central). Empfohlen werden unter anderem telephone, url, openingHoursSpecification und geo, wobei Koordinaten mit mindestens fünf Nachkommastellen angegeben werden sollen (Google Search Central). Zwei Hinweise aus der Dokumentation sind für Betriebe mit mehreren Adressen entscheidend: Jeder Standort soll als eigener LocalBusiness ausgezeichnet werden, und es soll der spezifischste passende Untertyp verwendet werden, etwa Restaurant oder HealthClub statt des allgemeinen LocalBusiness (Google Search Central).
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "HardwareStore",
"name": "Firmenname exakt wie im Impressum",
"url": "https://www.beispiel.de/anfahrt/",
"telephone": "+49 5123 9579000",
"address": {
"@type": "PostalAddress",
"streetAddress": "Musterstraße 1",
"postalCode": "31185",
"addressLocality": "Söhlde",
"addressCountry": "DE"
},
"geo": {
"@type": "GeoCoordinates",
"latitude": 52.15833,
"longitude": 10.17194
},
"hasMap": "https://www.beispiel.de/anfahrt/",
"publicAccess": true
}Wie strukturierte Daten insgesamt aufgebaut sind und wo sie in Suchergebnissen sichtbar werden, behandelt der Beitrag über strukturierte Daten für bessere Suchergebnisse. Der Abgleich mit dem Google-Unternehmensprofil gehört in denselben Arbeitsgang: Was dort als Name, Adresse und Telefonnummer steht, sollte zeichengenau der Website entsprechen.
- Legen Sie die verbindliche Schreibweise schriftlich fest: Firmenname, Straße, Postleitzahl, Ort, Telefonnummer, E-Mail.
- Prüfen Sie Website, Impressum, Kontaktseite, Seitenfuß und Unternehmensprofil auf Abweichungen — Zeichen für Zeichen.
- Zeichnen Sie den Standort mit
LocalBusinessund dem passenden Untertyp aus, mitnameundaddressals Minimum (Google Search Central). - Ergänzen Sie
geomit mindestens fünf Nachkommastellen (Google Search Central), damit die Position im Hof landet und nicht an der Straße. - Verknüpfen Sie die Auszeichnung über
urlundhasMapmit der Anfahrtsseite, damit erkennbar ist, welche Seite den Ort beschreibt. - Notieren Sie einen jährlichen Termin für den Abgleich — Vorwahlen, Straßennamen und Hausnummern ändern sich selten, aber sie ändern sich.
Mehrere Standorte, kein Ladenlokal
Zwei Fälle sprengen das einfache Schema, und beide sind häufiger als der Musterfall mit einer Adresse und einem Eingang.
Mehrere Standorte
Jeder Standort bekommt eine eigene Seite mit eigener Anfahrt, eigenen Zeiten und eigener Auszeichnung. Eine Übersichtsseite verlinkt sie und nennt je Standort den Kernnutzen — Werkstatt, Ausstellung, Lager.
Betrieb ohne Ladenlokal
Statt einer Besucheradresse steht das Einsatzgebiet im Mittelpunkt: Orte, Landkreise, Umkreis in Kilometern. Die ladungsfähige Anschrift bleibt im Impressum, ohne als Besucheradresse zu wirken.
Büro in der Wohnung
Wer aus der eigenen Wohnung arbeitet, nennt die Anschrift im Impressum und bietet auf der Kontaktseite den Termin nach Vereinbarung an. Ein Hinweis Besuche nach Absprache verhindert unangemeldetes Klingeln.
Beim Betrieb ohne Ladenlokal ersetzt die Frage Wo arbeiten Sie? die Frage Wo sind Sie?. Nützlich ist eine nüchterne Aufzählung der Orte, in denen Sie regelmäßig tätig sind, ergänzt um den Umkreis in Kilometern und eine ehrliche Angabe zu Anfahrtspauschalen. Das erspart beiden Seiten Anfragen, die ohnehin nicht zustande kommen. Wie sich daraus lokale Sichtbarkeit aufbauen lässt, beschreibt der Beitrag über lokale Sichtbarkeit für Betriebe.
Bei mehreren Standorten ist die größte Fehlerquelle die Kopie: Eine Standortseite entsteht als Duplikat der ersten, und die Hälfte der Angaben bleibt stehen. Sinnvoller ist eine Struktur, in der Adresse, Zeiten und Kontaktdaten je Standort aus einem Datensatz kommen und der Fließtext individuell bleibt — die Anfahrtsbeschreibung ist nämlich genau der Teil, der sich nicht kopieren lässt.
Die Anfahrtsseite in einem Durchgang bauen
Der Aufwand für eine vollständige Anfahrtsseite liegt bei einem halben Tag, wenn man die Reihenfolge einhält und die Informationen vorher einsammelt. Der größte Zeitfresser ist das Nachschlagen während des Schreibens; wer erst misst und fotografiert und dann schreibt, ist deutlich schneller fertig.
- Einmal selbst hinlaufen: von der Haltestelle, vom Parkhaus, von der Straße. Fußweg mit der Uhr messen, nicht schätzen.
- Fotografieren: Fassade aus Ankunftsrichtung, Toreinfahrt, Eingang, Klingelschild, Anlieferung. Fünf Bilder genügen.
- Messen: Stufenhöhe, lichte Türbreite, Rampenneigung, Abstand vom Behindertenstellplatz zum Eingang.
- Lageskizze zeichnen mit Hof, Eingang, Stellplätzen, Anlieferung und Haltestelle — als Vektorgrafik, damit sie scharf bleibt.
- Wegbeschreibung aus zwei Richtungen schreiben, je drei bis fünf Schritte mit sichtbaren Landmarken.
- Karte ersetzen: Skizze oder statischer Ausschnitt plus Button
Route startenstatt eingebettetem Kartenfenster. - Schreibweise vereinheitlichen und die Adresse aus einer Quelle in alle Seiten und Rechtstexte einspeisen.
- Strukturierte Daten ergänzen: LocalBusiness mit
name,address,geoundtelephone(Google Search Central). - Gegenlesen lassen von jemandem, der noch nie da war — ohne Navigationsgerät, mit ausgedruckter Seite.
Ob sich dieser Aufwand innerhalb der bestehenden Website lohnt oder ob ohnehin ein größerer Schritt ansteht, ist eine eigene Abwägung. Der Beitrag Wann sich eine neue Website wirklich lohnt sortiert die Anzeichen, und wer bereits vor der Frage nach dem Weg dorthin steht, findet im Vergleich von Baukasten, Agentur und KI-gestützter Erstellung die Unterschiede in Kosten, Kontrolle und Pflegeaufwand. Wie sich die fertige Seite auf kleinen Bildschirmen schlägt, prüft der Beitrag zur Bedienbarkeit auf dem Handy — und genau dort wird eine Anfahrtsseite gelesen.
Was am Ende zählt
Ich habe Sie nicht gefunden. Alles andere ist Dekoration. Die Zahl dazu steht am Anfang dieses Beitrags — 76 Prozent (Think with Google) besuchen binnen eines Tages ein Geschäft, nachdem sie mobil nach etwas in der Nähe gesucht haben. Diese Menschen sind bereits entschieden. Sie brauchen nur noch die Tür.Quellen und Studien
barrierefrei einen definierten Gehalt hat und sich an DIN 18040-1 messen lassen muss (Bundesfachstelle Barrierefreiheit).Termine vor Ort bei Ihnen, Büroanschrift siehe Impressum verhindert unangemeldete Besuche und beantwortet zugleich die Frage nach der Reichweite.