Ein Kunde steht vor der Tür, das Schild sagt geschlossen, die Website sagt geöffnet. Ein anderer ruft an und landet auf einer Ansage, die seit dem vergangenen Sommer nicht mehr stimmt. Beides sind kleine Vorfälle, und beide beenden einen Erstkontakt, bevor er begonnen hat. Öffnungszeiten und Erreichbarkeit gehören zu den meistgelesenen Angaben einer Unternehmenswebsite und zugleich zu den am seltensten gepflegten. Dieser Leitfaden zeigt, an welchen Stellen im Betrieb Zeiten überhaupt hinterlegt sind, wie sie sich mit vertretbarem Aufwand synchron halten lassen, wie Feiertage, Betriebsferien und Sonderzeiten angekündigt werden, welche Kontaktwege ein kleiner Betrieb tatsächlich betreuen kann und welche kurze Prüfliste vor Urlaub oder Umbau verhindert, dass Anfragen ins Leere laufen.
Warum eine falsche Zahl den Erstkontakt kostet
Öffnungszeiten sind kein Beiwerk, sondern eine Entscheidungsgrundlage. Wer eine Werkstatt, eine Praxis, ein Restaurant oder einen Handwerksbetrieb sucht, entscheidet innerhalb weniger Sekunden anhand von drei Angaben: Ist der Betrieb in der Nähe, macht er das Passende, und ist er jetzt oder in absehbarer Zeit geöffnet. Die Erwartung, genau diese Informationen aktuell im Netz zu finden, ist inzwischen der Normalfall. In einer Befragung von 1.180 Internetnutzerinnen und Internetnutzern (Bitkom) ab 16 Jahren wünschten sich 73 Prozent (Bitkom) online Zugriff auf aktuelle Informationen darüber, was der Handel vor Ort gerade vorrätig hat; 74 Prozent (Bitkom) möchten Waren vorab reservieren können, und 50 Prozent (Bitkom) hätten gern Öffnungszeiten über 20 Uhr hinaus. Am aufschlussreichsten für die Zeitpflege ist eine weitere Zahl aus derselben Erhebung: 40 Prozent (Bitkom) würden häufiger im Laden vor Ort einkaufen, wenn die Öffnungszeiten es zuließen. Die Befragung fand in den Kalenderwochen 40 bis 43 des Jahres 2024 statt (Bitkom). Öffnungszeiten sind damit kein Randthema der Website, sondern ein Faktor, der über den Besuch mitentscheidet.
Der Schaden entsteht nicht durch die falsche Zahl allein, sondern durch die Enttäuschung dahinter. Wer vor verschlossener Tür steht, hat Zeit investiert, oft eine Fahrt und manchmal einen halben freien Tag. Wer ins Leere telefoniert, hat sich überwunden, überhaupt anzurufen. Beide Erlebnisse werden nicht als Detailfehler abgelegt, sondern als Aussage über den Betrieb. Wie verbreitet solche Erfahrungen sind, zeigt eine Befragung aus dem Jahr 2022: jede fünfte befragte Person (Verbraucherzentrale) berichtete von negativen Erfahrungen mit dem Kundenservice von Unternehmen. Genannt werden dabei unter anderem nicht funktionierende Kontaktformulare, überlastete Telefonleitungen und ausbleibende Reaktionen (Verbraucherzentrale). Rechtlich verlangt Paragraf 5 Digitale-Dienste-Gesetz im Impressum eine Postanschrift sowie Angaben, die eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme und unmittelbare Kommunikation ermöglichen, ausdrücklich einschließlich einer E-Mail-Adresse (Verbraucherzentrale). Die Pflicht endet allerdings nicht bei der Angabe: Ein Kanal, der genannt, aber nicht betreut wird, erfüllt seinen Zweck nicht.
Die teuerste Zeile der Website
Das Inventar: wo Zeiten überall stehen
Bevor Zeiten synchron gehalten werden können, muss klar sein, wo sie überhaupt stehen. In den meisten Betrieben ist diese Liste länger als vermutet, weil Angaben über Jahre an Stellen gewandert sind, die niemand mehr auf dem Schirm hat. Der erste Arbeitsschritt ist deshalb kein technischer, sondern ein inventarisierender: einmal durch den Betrieb gehen, einmal durch die eigene Website klicken, einmal die eigene Telefonnummer anrufen und aufschreiben, wo eine Uhrzeit auftaucht. Erfahrungsgemäß kommen dabei zwischen sechs und zwölf Fundstellen zusammen (Projekterfahrung). Erst wenn diese Liste vollständig ist, lässt sich entscheiden, welche Stellen bleiben und welche ersatzlos verschwinden. Weniger Fundstellen bedeuten weniger Pflege und weniger Widersprüche. Wer parallel klärt, welche Seiten eine Unternehmenswebsite überhaupt braucht, kann die Zeitangaben gleich an der richtigen Stelle bündeln, statt sie über viele Unterseiten zu verstreuen.
Startseite und Fußzeile
Die Fußzeile erscheint auf jeder Seite und ist deshalb der Ort mit der größten Reichweite. Dort gehört eine Kurzfassung hin, die auf die vollständigen Zeiten verlinkt, nicht die komplette Wochentabelle.
Kontaktseite
Hier stehen die vollständigen Zeiten, das Rückrufzeitfenster, die Telefonnummer und eine Einordnung, wie schnell auf schriftliche Anfragen geantwortet wird. Diese Seite ist die Quelle, auf die alles andere verweist.
Unternehmensprofil und Karteneinträge
Profileinträge zeigen Zeiten direkt im Suchergebnis, oft noch vor dem Klick auf die Website. Sie sind für viele Menschen der erste und einzige Kontakt mit der Zeitangabe.
Anrufbeantworter und Ansage
Die Bandansage nennt Zeiten in gesprochener Form und wird bei Änderungen regelmäßig vergessen. Sie ist zugleich der Ort, an dem eine falsche Angabe am unmittelbarsten wirkt.
Türschild, Aushang, Schaufenster
Das Schild an der Tür ist die letzte Instanz vor Ort. Es sollte dieselben Zeiten nennen wie die Website und bei Sonderzeiten einen datierten Aushang bekommen, der nach dem Termin wieder verschwindet.
Signatur und Abwesenheitsnotiz
E-Mail-Signaturen tragen Zeiten oft über Jahre unverändert mit. Die automatische Antwort bei Urlaub nennt zusätzlich das Rückkehrdatum und die Vertretung.
Neben diesen sechs Hauptorten gibt es weitere Fundstellen, die seltener geprüft werden, aber genauso im Umlauf sind. Sie sind der häufigste Grund dafür, dass Kundinnen und Kunden zwei unterschiedliche Zeiten kennen und der veralteten mehr glauben, weil sie sie zuerst gesehen haben.
- Angebots- und Rechnungsvorlagen mit Fußzeile, in der Zeiten und Durchwahl stehen.
- Fahrzeug- und Schaufensterbeschriftung, die eine Zeitangabe dauerhaft im Straßenbild lässt.
- Gedruckte Flyer, Visitenkarten und Preislisten, die noch verteilt werden.
- Einträge in Branchen-, Innungs- und Verbandsverzeichnissen, die vor Jahren angelegt wurden.
- Bestätigungs-E-Mails aus dem Kontaktformular, die eine Antwortzeit nennen.
- Aushänge an Briefkasten, Hoftor oder Nebeneingang, die nach einer Sonderöffnung hängen geblieben sind.
Dass diese Pflege ausgerechnet dort liegen bleibt, wo sie am meisten wiegt, ist keine Nachlässigkeit, sondern eine Frage der Kapazität. In Deutschland zählten die amtlichen Statistiken für das Jahr 2023 rund 3,2 Millionen (Destatis) kleine und mittlere Unternehmen; das entspricht 99,3 Prozent (Destatis) aller Unternehmen, und in ihnen arbeiteten 53 Prozent (Destatis) aller Erwerbstätigen. Als Kleinstunternehmen gelten dabei Betriebe mit bis zu 9 Beschäftigten (Destatis) und höchstens 2 Millionen Euro (Destatis) Jahresumsatz. In solchen Strukturen gibt es keine Rolle, die Kanäle betreut, sondern Menschen, die zwischen zwei Terminen daran denken müssen. Genau deshalb muss der Pflegeweg kurz sein: eine Stelle zum Ändern, alles andere folgt automatisch.
Eine Quelle, viele Ausgaben
Der wirksamste Hebel gegen widersprüchliche Zeiten ist organisatorisch, nicht technisch: Es gibt genau eine Stelle, an der Zeiten gepflegt werden, und alle anderen Orte geben diese Stelle wieder. In der Praxis ist das die Kontaktseite der Website, die aus einem zentralen Datensatz gespeist wird. Die Fußzeile zieht daraus eine Kurzfassung, die strukturierten Daten der Seite ziehen daraus ihre maschinenlesbare Fassung, und das Unternehmensprofil in der Kartensuche wird nach jeder Änderung anhand derselben Vorlage nachgezogen. Der Unterschied zu gewachsenen Websites ist gering im Aufwand, aber groß in der Wirkung: Wer Zeiten an fünf Stellen von Hand pflegt, hat nach der dritten Änderung erfahrungsgemäß mindestens einen Widerspruch im Bestand (Projekterfahrung). Wer sie an einer Stelle pflegt, hat nach der dritten Änderung fünf gleiche Angaben. Die folgende Übersicht zeigt, welche Pflegeform sich pro Ort bewährt und wo das Risiko liegt.
| Ort | Tragfähige Pflege | Typisches Risiko |
|---|---|---|
| Kontaktseite | Vollständige Wochenzeiten aus dem zentralen Datensatz, mit Rückrufzeit und Datum der letzten Prüfung | Handgepflegte Tabelle, die bei Änderungen übersehen wird |
| Fußzeile | Kurzfassung aus derselben Quelle, verlinkt auf die Kontaktseite | Eigene Zeitangabe im Layout, die von der Kontaktseite abweicht |
| Strukturierte Daten | Automatisch aus dem Datensatz erzeugt, deckungsgleich mit dem sichtbaren Text | Von Hand eingefügtes Schema-Fragment, das nach einer Änderung veraltet |
| Unternehmensprofil | Nach jeder Änderung nachgezogen, Sonderzeiten mit Datum hinterlegt | Einmal angelegt und danach nicht mehr angefasst |
| Anrufbeantworter | Neutrale Ansage ohne Wochenzeiten, Verweis auf die Website | Gesprochene Zeitangabe, die bei jeder Änderung neu aufgenommen werden müsste |
| Türschild | Gedrucktes Schild mit Regelzeiten, Sonderzeiten als datierter Aushang daneben | Handschriftlicher Zettel ohne Datum, der monatelang hängt |
Feiertage, Betriebsferien und Sonderzeiten
Regelzeiten sind der leichtere Teil. Schwierig wird es bei den Ausnahmen, weil sie selten anfallen und deshalb keine Routine ausbilden. Erschwerend kommt hinzu, dass gesetzliche Feiertage in Deutschland überwiegend Ländersache sind: Fronleichnam, Allerheiligen, Mariä Himmelfahrt oder der Reformationstag gelten je nach Bundesland unterschiedlich, teils sogar nur in einzelnen Gemeinden. Wer Kundschaft über Landesgrenzen hinweg bedient, kann sich deshalb nicht darauf verlassen, dass ein Feiertag für alle Beteiligten selbstverständlich ist. Die verlässlichere Vorgehensweise ist ein einmal im Jahr angelegter Plan, der alle Ausnahmen des kommenden Jahres enthält und der schrittweise abgearbeitet wird, statt kurz vorher aus dem Stand entstehen zu müssen.
- Im Januar einen Jahresplan anlegen: alle Feiertage des eigenen Bundeslandes, geplante Betriebsferien, Inventurtage, Fortbildungen und absehbare Umbauphasen.
- Je Ausnahme einen Vorlauf festlegen. Bewährt hat sich: Betriebsferien etwa sechs Wochen vorher, Feiertage und Brückentage vier Wochen vorher, kurzfristige Schließungen sobald sie feststehen.
- Ankündigung an einer Stelle formulieren, mit Anlass, exaktem Zeitraum und Rückkehrdatum. Aus dieser Formulierung entstehen alle weiteren Fassungen.
- Die Ankündigung in die Kanäle geben: Hinweis auf der Kontaktseite, Sonderzeiten im Unternehmensprofil, datierter Aushang an der Tür, angepasste Abwesenheitsnotiz.
- Vertretung und Notfallweg benennen, sofern es sie gibt. Wenn nicht, das ebenfalls klar sagen, statt es offenzulassen.
- Nach dem Zeitraum aufräumen: Aushang abnehmen, Hinweis von der Kontaktseite entfernen, Abwesenheitsnotiz abschalten, Sonderzeiten im Profil zurücksetzen.
Der Januar-Termin
Genauso wichtig wie der Zeitpunkt ist die Formulierung. Eine Ankündigung, die nur mitteilt, dass geschlossen ist, erzeugt Rückfragen; eine Ankündigung, die Anlass, Zeitraum, Rückkehrdatum und Alternative nennt, beantwortet sie im Voraus. Statt Betriebsurlaub im August also lieber: Vom 3. bis 21. August ist der Betrieb geschlossen. Ab dem 24. August sind wir wieder zu den gewohnten Zeiten erreichbar; Anfragen über das Kontaktformular werden gesammelt und ab dem 24. August in der Reihenfolge des Eingangs beantwortet. Wer bei solchen Formulierungen unsicher ist, findet in unserem Beitrag über verständliche Website-Texte die passenden Muster: konkret statt allgemein, Datum statt Zeitraumbeschreibung, eine Aussage pro Satz.
Zeiten maschinenlesbar hinterlegen
Neben dem sichtbaren Text gibt es eine zweite Ebene, auf der Öffnungszeiten gelesen werden: strukturierte Daten im Quelltext der Seite. Sie richten sich an Suchsysteme und Assistenzdienste, die daraus Antworten wie geöffnet bis 17 Uhr bilden. Die Dokumentation von Google Search Central führt die Eigenschaft openingHoursSpecification für lokale Unternehmen als empfohlene Angabe (Google Search Central). Die Uhrzeiten in opens und closes werden im Format hh:mm:ss erwartet (Google Search Central). Für einen ganztägig geschlossenen Tag setzt man opens und closes beide auf 00:00 (Google Search Central); für einen durchgehend geöffneten Betrieb steht opens auf 00:00 und closes auf 23:59 (Google Search Central). Zeitlich begrenzte Abweichungen wie Betriebsferien oder Saisonzeiten lassen sich über validFrom und validThrough im Format YYYY-MM-DD abbilden (Google Search Central). Wie strukturierte Daten insgesamt aufgebaut sind und was sie in Suchergebnissen bewirken können, ist ein eigenes Thema; im Zusammenhang mit Öffnungszeiten zählt vor allem, dass die maschinenlesbare Fassung und der sichtbare Text dasselbe sagen.
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "LocalBusiness",
"name": "Beispielbetrieb",
"telephone": "+49 5123 9579000",
"openingHoursSpecification": [
{
"@type": "OpeningHoursSpecification",
"dayOfWeek": ["Monday", "Tuesday", "Wednesday", "Thursday"],
"opens": "08:00:00",
"closes": "17:00:00"
},
{
"@type": "OpeningHoursSpecification",
"dayOfWeek": "Friday",
"opens": "08:00:00",
"closes": "14:00:00"
},
{
"@type": "OpeningHoursSpecification",
"dayOfWeek": "Saturday",
"opens": "09:00:00",
"closes": "12:00:00"
},
{
"@type": "OpeningHoursSpecification",
"dayOfWeek": "Sunday",
"opens": "00:00",
"closes": "00:00"
},
{
"@type": "OpeningHoursSpecification",
"dayOfWeek": ["Monday", "Tuesday", "Wednesday", "Thursday", "Friday", "Saturday"],
"opens": "00:00",
"closes": "00:00",
"validFrom": "2026-12-22",
"validThrough": "2027-01-02"
}
]
}- Die maschinenlesbare Angabe stimmt mit dem sichtbaren Text auf der Kontaktseite überein.
- Uhrzeiten stehen im Format hh:mm:ss, Datumsangaben im Format YYYY-MM-DD.
- Geschlossene Tage sind mit opens und closes jeweils 00:00 abgebildet statt weggelassen.
- Betriebsferien sind als eigener Eintrag mit validFrom und validThrough hinterlegt.
- Abgelaufene Sonderzeiten werden entfernt, damit keine widersprüchlichen Einträge zurückbleiben.
- Die Angaben werden aus dem zentralen Datensatz erzeugt und nicht von Hand nachgetragen.
Erreichbarkeit: Rückrufzeiten statt Dauerbereitschaft
Öffnungszeiten beschreiben, wann die Tür offen ist. Erreichbarkeit beschreibt etwas anderes: wann eine Person antwortet. In vielen Betrieben fallen beide auseinander, weil während der Öffnungszeit gearbeitet und nicht telefoniert wird. Wer das offen benennt, verliert nichts, sondern gewinnt Ruhe auf beiden Seiten. Ein Rückrufzeitfenster wie täglich zwischen 16 und 17 Uhr ist für Anrufende brauchbarer als eine Nummer, die während der halben Woche nicht abgenommen wird. Dasselbe gilt für schriftliche Anfragen: Eine Angabe wie in der Regel innerhalb eines Werktags, an Montagen häufig etwas später, ist ehrlicher als das Versprechen einer sofortigen Antwort. Solche Angaben sollten als Erfahrungswert formuliert sein und nicht als feste Zusage, denn sie sollen Erwartungen steuern und keine Verpflichtung begründen; sie gewinnen zusätzlich, wenn sie in kurzen, klaren Sätzen stehen. Wichtig ist außerdem, dass die genannte Zeit realistisch unterschritten wird: Wer 24 Stunden angibt und nach 6 Stunden antwortet, wirkt verlässlich; wer 2 Stunden angibt und nach 8 Stunden antwortet, wirkt überfordert.
Rückrufzeitfenster
Ein festes tägliches Fenster, in dem Anrufe zuverlässig angenommen oder zurückgerufen werden. Es steht auf der Kontaktseite, in der Bandansage und in der Signatur und ersetzt die Erwartung ständiger Erreichbarkeit.
Antwortzeit als Erfahrungswert
Eine Zeitspanne statt einer Zusage, formuliert als in der Regel innerhalb von. Sie steht unter dem Kontaktformular und wird in der Bestätigungs-E-Mail wiederholt, damit niemand nachfragen muss.
Vertretung und Notfallweg
Für Abwesenheiten eine benannte Vertretung mit eigener Erreichbarkeit oder, wenn es keine gibt, ein klarer Hinweis darauf. Bei Notdiensten gehört die Abgrenzung dazu, was als Notfall gilt und was bis zur Rückkehr wartet.
Erreichbarkeit ist keine Frage der Länge, sondern der Vorhersagbarkeit. Eine Stunde, in der zuverlässig jemand ans Telefon geht, ist mehr wert als ein ganzer Tag, an dem es vielleicht klappt.
Welche Kontaktwege ein kleiner Betrieb betreuen kann
Jeder angebotene Kanal erzeugt eine Erwartung. Wer eine Telefonnummer nennt, weckt die Erwartung, dass jemand abnimmt; wer ein Formular anbietet, weckt die Erwartung einer Antwort; wer ein Nachrichtenprofil verlinkt, weckt die Erwartung, dass dort gelesen wird. Deshalb ist die Frage nicht, wie viele Kanäle möglich sind, sondern wie viele tatsächlich betreut werden. Rechtlich verlangt Paragraf 5 Digitale-Dienste-Gesetz eine Postanschrift und Angaben für eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme, ausdrücklich einschließlich einer E-Mail-Adresse (Verbraucherzentrale); welche Rolle dabei eine eigene Domain und eine geschäftliche E-Mail-Adresse spielen, ist ein eigenes Thema. Eine Telefonnummer ist dabei nicht zwingend: Der Gerichtshof der Europäischen Union hat in der Rechtssache C-649/17 entschieden, dass Online-Plattformen keinen Telefonzugang bereitstellen müssen (Verbraucherzentrale). Für einen ortsgebundenen Betrieb bleibt das Telefon dennoch meist der wichtigste Kanal, weil Kundschaft kurzfristig plant. Untersagt ist im Übrigen, den Kundenservice ausschließlich über teure Servicenummern anzubieten (Verbraucherzentrale).
| Kontaktweg | Trägt, wenn | Besser weglassen, wenn |
|---|---|---|
| Telefon mit Rückrufzeit | Ein festes Zeitfenster genannt und eingehalten wird | Niemand abnimmt und keine Ansage erklärt, wann zurückgerufen wird |
| E-Mail-Adresse unter eigener Domain | Das Postfach werktäglich gelesen wird | Sie nur im Impressum steht und faktisch niemand hineinsieht |
| Kontaktformular | Anfragen an eine gelesene Adresse gehen und bestätigt werden | Die Einträge in einem Postfach landen, das nicht zugeordnet ist |
| Rückrufbitte per Formular | Das genannte Zeitfenster zum Rückruf eingehalten wird | Rückrufe unregelmäßig erfolgen und Termine dadurch platzen |
| Nachrichtenprofil im Netz | Jemand die Eingänge zu festen Zeiten prüft | Nachrichten dort tagelang unbeantwortet liegen bleiben |
| Terminanfrage per Formular | Termine daraus verbindlich bestätigt werden | Anfragen zwar eingehen, die Bestätigung aber unklar bleibt |
Der Betreuungs-Test
Die Prüfliste vor Urlaub, Umbau und Feiertag
Die eigentliche Arbeit an Öffnungszeiten passiert nicht am Tag der Änderung, sondern in den zehn Minuten davor. Eine kurze, wiederverwendbare Prüfliste erspart es, jedes Mal neu zu überlegen, welche Stelle noch fehlt. Sie sollte an derselben Stelle liegen wie der Jahresplan und nach jedem Durchlauf um die Fundstellen ergänzt werden, die diesmal übersehen wurden. Nach zwei oder drei Durchläufen ist sie vollständig und braucht danach kaum noch Pflege.
- Kontaktseite: Sonderzeiten mit Datum ergänzt, Rückkehrdatum genannt, Prüfdatum aktualisiert.
- Fußzeile: Kurzfassung stimmt mit der Kontaktseite überein.
- Strukturierte Daten: Sonderzeitraum als eigener Eintrag hinterlegt, abgelaufene Einträge entfernt.
- Unternehmensprofil: Sonderzeiten für die betroffenen Tage eingetragen, nicht nur der Regelplan.
- Anrufbeantworter: Ansage nennt Zeitraum, Rückkehrdatum und, falls vorhanden, die Vertretung.
- Abwesenheitsnotiz im E-Mail-Postfach aktiviert, mit Rückkehrdatum und Hinweis auf die Bearbeitungsreihenfolge.
- Kontaktformular: Hinweis über dem Formular ergänzt, Bestätigungstext auf den Zeitraum angepasst.
- Türschild und Aushang: datierter Hinweis angebracht, altes Blatt entfernt.
- Termine im Zeitraum geprüft und Betroffene aktiv informiert, statt auf Rückfragen zu warten.
- Nachbereitung terminiert: ein Kalendereintrag am Rückkehrtag, der alle Hinweise wieder entfernt.
Über das Jahr gesehen gehört diese Prüfliste in eine feste Pflegeroutine. Wie eine solche Routine für kleine Betriebe realistisch aussieht, welche Aufgaben monatlich anfallen und welche quartalsweise genügen, beschreibt unser Beitrag zur Pflegeroutine für die eigene Website. Für die Zeitangaben selbst hat sich ein einfacher Rhythmus bewährt: eine kurze Sichtprüfung im Monat, eine gründliche Prüfung im Quartal und eine vollständige Inventur einmal im Jahr, zusammen mit dem Jahresplan. Wer zusätzlich sein Profil in der Kartensuche pflegt, findet die passenden Schritte in unserem Leitfaden zum Unternehmensprofil in der Suche; dort geht es unter anderem um Sonderzeiten, Kategorien und die Abstimmung mit der Website. Für Betriebe mit Laufkundschaft lohnt daneben ein Blick auf die lokale Sichtbarkeit von Handwerk und Gastronomie, weil Zeitangaben dort direkt in der Ergebnisliste wirken.
Zeiten und Kontaktdaten zentral pflegen mit XICflow
XICflow ist ein KI-Website-Builder: Aus einem Briefing entsteht eine vollständige Unternehmens-Website mit Struktur, Texten und Bildern, die als Konfiguration gepflegt und statisch ausgeliefert wird. Öffnungszeiten und Kontaktdaten liegen darin nicht als Text in einer einzelnen Seite, sondern als Stammdaten des Betriebs. Wird eine Zeit geändert, ändert sie sich auf der Kontaktseite, in der Fußzeile jeder Seite und in den strukturierten Daten der Seite gleichzeitig. Sonderzeiten für Feiertage und Betriebsferien werden mit Datum hinterlegt und laufen nach dem Zeitraum von selbst aus, sodass keine veralteten Hinweise zurückbleiben. Worin sich dieser Weg von einer klassischen Umsetzung unterscheidet, steht in der Gegenüberstellung der Ansätze. Wer sehen möchte, wie das im Aufbau einer Seite aussieht, findet in den Produktfunktionen von XICflow die Bausteine dazu und in den Beispiel-Websites fertige Kontaktseiten mit Zeiten, Rückrufzeitfenster und Anfahrt.
Stammdaten statt Textstellen
Zeiten, Telefonnummer, Adresse und Rückrufzeitfenster liegen als Datensatz des Betriebs vor. Jede Seite bezieht daraus ihre Darstellung, statt eine eigene Kopie zu führen.
Sonderzeiten mit Ablaufdatum
Feiertage, Betriebsferien und Umbauphasen werden mit Zeitraum eingetragen. Nach dem letzten Tag verschwindet der Hinweis, ohne dass jemand daran denken muss.
Strukturierte Daten inklusive
Aus demselben Datensatz entsteht die maschinenlesbare Fassung mit openingHoursSpecification, damit sichtbarer Text und Quelltext dieselbe Auskunft geben.
Der Einstieg braucht keine große Vorbereitung. Rufen Sie Ihre eigene Website auf dem Telefon auf und suchen Sie die Öffnungszeiten so, wie es eine fremde Person tun würde; wie gut das gelingt, hängt stark von der Bedienbarkeit auf dem Handy ab. Rufen Sie danach Ihre eigene Nummer an und hören Sie sich die Ansage vollständig an. Prüfen Sie zuletzt, welche Zeit im Profil der Kartensuche steht. Wenn diese drei Quellen dasselbe sagen, ist die Grundlage in Ordnung; wenn nicht, ist die erste Aufgabe gefunden. Wie ein solcher Aufbau in wenigen Schritten entsteht, zeigt die Übersicht zum Ablauf einer Website-Erstellung, und welche Leistungen in welchem Umfang enthalten sind, steht in der Tarifübersicht. Für eine Einschätzung zur eigenen Ausgangslage genügt eine kurze Nachricht über das Kontaktformular oder ein Blick in unsere Übersicht, welche Seiten zu einer Unternehmenswebsite gehören.
Quellen und Studien