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Website-Grundlagen

Welche Seiten eine Unternehmenswebsite wirklich braucht

Startseite, je Leistung eine Unterseite, Über uns, Kontakt: welche Seiten ein Betrieb wirklich braucht, in welcher Reihenfolge und wie das Menü dazu aussieht.

13 Min. Lesezeit SeitenstrukturNavigationPlanungKMU

Bevor über Farben, Schriften und Bilder gesprochen wird, entscheidet eine unscheinbare Liste über den Nutzen einer Unternehmenswebsite: der Seitenplan. Er legt fest, welche Seiten es überhaupt gibt, was auf jede davon gehört und wie man von einer zur nächsten kommt. Wer diesen Schritt überspringt, landet erfahrungsgemäß bei einer von zwei Varianten — einer einzigen langen Seite, auf der alles einmal vorkommt, oder einem Menü mit vierzehn Punkten, in dem sich niemand zurechtfindet. Dieser Beitrag beschreibt, welche Seiten ein kleiner Betrieb tatsächlich braucht, in welcher Reihenfolge sie stehen sollten, welche man sich sparen kann und wie eine Navigation aussieht, die ohne Erklärung funktioniert. Dazu kommen fünf konkrete Beispiel-Seitenpläne aus Handwerk, Gastronomie, Praxis, Kanzlei und Verein sowie eine Checkliste zum Abhaken.

Seitenplan: fünf bis sieben Hauptpunkte, eine EbeneReihenfolge nach KundenfragenSeitenplan HandwerksbetriebStartseiteLeistungen (Übersicht)Über unsReferenzenKontaktImpressum und DatenschutzBadsanierungHeizung und WartungNotdienstJe Leistung eineeigene UnterseiteTeam und BetriebBilder und ProjekteFormular und Telefonim Fußbereich verlinktEine Ebene unter dem Hauptmenü, keine Seite ohne VerlinkungHauptmenü: fünf PunkteStartLeistungenÜber unsReferenzenKontakt89 %der Unternehmen mit Internetzugangbetreiben eine eigene Website (Destatis)1.038.126Handwerksbetriebe in Deutschland,überwiegend kleine Einheiten (ZDH)50 %nutzen zumindest gelegentlich KI-Chatsstatt einer Suchmaschine (Bitkom)Reihenfolge nach den Fragen der Kunden: Was macht ihr, für wen, wo, was kostet es, wie geht es weiter

Der Seitenplan entscheidet, bevor das Design beginnt

Eine eigene Website ist Grundausstattung und kein Vorsprung mehr. Rund 89 Prozent (Statistisches Bundesamt) der Unternehmen mit Internetzugang in Deutschland betreiben eine eigene Website; im Durchschnitt der Europäischen Union sind es rund 78 Prozent (Eurostat) der Unternehmen ab zehn Beschäftigten. Der Unterschied zwischen zwei Websites derselben Branche entsteht deshalb selten daran, ob es sie gibt, sondern daran, wie sie geschnitten sind. Findet ein Interessent die eine Leistung, die ihn interessiert, in zwei Klicks und unter einer Überschrift, die seinen eigenen Worten entspricht? Oder muss er eine Seite mit dreitausend Wörtern durchscrollen, auf der alles einmal erwähnt wird und nichts vollständig? Diese Frage beantwortet der Seitenplan, und er entsteht sinnvollerweise, bevor die erste Farbe gewählt wird.

Die Größenordnung, um die es dabei geht, ist keine Randerscheinung. 99,3 Prozent (Statistisches Bundesamt) aller Unternehmen in Deutschland sind kleine und mittlere Betriebe. Allein das Handwerk zählt 1.038.126 Betriebe (Zentralverband des Deutschen Handwerks) mit rund 6 Millionen Beschäftigten (Zentralverband des Deutschen Handwerks); das entspricht 13,7 Prozent (Zentralverband des Deutschen Handwerks) aller Erwerbstätigen in Deutschland. In solchen Betrieben gibt es keine Abteilung, die eine Informationsarchitektur entwirft. Es gibt jemanden, der die Website nebenher betreut, meist zwischen Angebot und Baustelle. Gerade deshalb lohnt sich eine kurze, belastbare Regel dafür, welche Seiten es geben soll — und welche nicht.

Suchmaschinen bewerten Struktur nicht als Selbstzweck, sie sind auf sie angewiesen. Die Dokumentation von Google hält fest, dass eine logische Organisation der Website Suchmaschinen und Nutzern hilft zu verstehen, wie die Seiten zusammenhängen (Google Search Central). Sie beschreibt außerdem, dass der weitaus größte Teil der täglich neu gefundenen Seiten über Links entdeckt wird (Google Search Central) — eine Seite, auf die nirgends verwiesen wird, existiert praktisch nur für den, der ihre Adresse kennt. Und sie empfiehlt, thematisch verwandte Inhalte in Verzeichnissen zu gruppieren (Google Search Central), damit erkennbar bleibt, was zusammengehört. Alle drei Punkte sind Aussagen über den Seitenplan, nicht über das Aussehen.

Was dieser Beitrag bewusst auslässt

Hier geht es um den Zuschnitt der Seiten und um die Navigation. Wie ein Betrieb regional gefunden wird, welche Angaben dafür einheitlich sein müssen und wann sich eigene Standortseiten lohnen, behandelt der Beitrag zur lokalen Sichtbarkeit für Betriebe. Wie man beim Umbau einer bestehenden Website die alten Adressen auf die neue Struktur führt, ohne Sichtbarkeit zu verlieren, steht im Beitrag über den Relaunch ohne Rankingverlust.

Die Reihenfolge folgt den Fragen der Kunden

Die meisten Seitenpläne entstehen aus der Firmenlogik: zuerst das Unternehmen, dann die Philosophie, dann die Geschichte, irgendwo dazwischen die Leistungen. Besucher steigen genau umgekehrt ein. Sie kommen mit einer Frage und arbeiten eine kurze Kette ab: Was macht ihr? Für wen? Wo seid ihr? Was kostet das ungefähr? Und wie geht es jetzt weiter? Wer den Seitenplan an dieser Kette entlang aufbaut, braucht keine Erklärung für die Navigation, weil die Reihenfolge sich von selbst versteht. Wer sie umdreht, zwingt jeden Besucher, den Umweg über die Selbstdarstellung des Betriebs zu nehmen.

Das ist keine Stilfrage, sondern eine Frage der Aufmerksamkeitsspanne. Rund 93 Prozent (Statistisches Bundesamt, Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten) der Menschen ab zehn Jahren in Deutschland nutzen das Internet, und etwa neun von zehn (Bitkom) nutzen ein Smartphone. Der erste Kontakt mit einer Betriebswebsite findet damit typischerweise auf einem kleinen Display statt, oft unterwegs, oft in der Minute zwischen zwei Terminen. Auf dem Handy gibt es keine Randspalte, in der das Menü nebenher mitläuft; sichtbar wird der Reihe nach, was im Seitenplan oben steht.

Frage im Kopf des BesuchersSeite, die sie beantwortetWas dort belegbar stehen muss
Was macht ihr überhaupt?StartseiteLeistung, Zielgruppe und Ort im ersten Bildschirm, ohne Werbefloskel
Macht ihr genau das, was ich brauche?Eine eigene Seite je LeistungUmfang, Ablauf, Voraussetzungen, typische Dauer
Seid ihr für mich zuständig und in der Nähe?Kontakt- und AnfahrtsseiteAnschrift, Einsatzgebiet, Erreichbarkeit, Anfahrt
Was kostet das ungefähr?Preisabschnitt auf der jeweiligen LeistungsseitePreisspannen, Rechenbeispiele oder das Vorgehen bei der Kalkulation
Wie geht es jetzt weiter?Kontaktseite mit FormularWas nach dem Absenden passiert und bis wann eine Antwort kommt
Kann ich euch vertrauen?Über uns und ReferenzenMenschen, Qualifikationen, abgeschlossene Arbeiten

Die Umkehrung dieser Reihenfolge ist der häufigste Strukturfehler. Ein Menüpunkt Unternehmen mit den Unterpunkten Philosophie, Leitbild und Historie steht dort, wo Besucher die Leistungen erwarten. Solche Seiten sind nicht falsch, sie stehen nur an der falschen Stelle: Sie beantworten die Vertrauensfrage, und die kommt in der Kette nach der Sachfrage. Ein einfacher Test hilft weiter: Lesen Sie Ihre Menüpunkte laut vor und prüfen Sie, ob ein Kunde am Telefon dieselben Wörter benutzen würde. Wo die Antwort nein lautet, steht ein Insider-Begriff im Menü.

Das Pflichtprogramm: fünf Seitentypen

Der Kern eines Seitenplans ist überschaubar. Fünf Typen decken den Bedarf der meisten kleinen Betriebe ab; alles Weitere ist Ergänzung, keine Voraussetzung. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Typ und Anzahl: Die Leistungsseite ist ein Typ, aber sie kommt in so vielen Ausprägungen vor, wie der Betrieb Leistungen anbietet. Ein Betrieb mit drei Leistungen hat also nicht fünf, sondern acht bis zehn Seiten — und das ist eine gesunde Größe und keine Überfrachtung.

Startseite

Sagt in einem Satz, was der Betrieb macht, für wen und wo. Darunter die Leistungen als Einstiege, ein Beleg für Vertrauen und der nächste Schritt. Die Startseite verkauft nichts zu Ende, sie verteilt sauber weiter.

Je Leistung eine Unterseite

Eine Seite je Leistung mit eigener Adresse, eigener Überschrift und einem vollständigen Bild: Umfang, Ablauf, Voraussetzungen, Preisrahmen, Ansprechperson. Sie ist die Seite, auf der Anfragen entstehen.

Über uns

Beantwortet die Vertrauensfrage mit Menschen, Qualifikationen und Geschichte des Betriebs. Zwei ehrliche Absätze und echte Fotos wirken stärker als eine Seite voller Werte, die jeder Wettbewerber genauso schreiben könnte.

Kontakt

Formular, Telefonnummer, Anschrift, Einsatzgebiet, Erreichbarkeit und Anfahrt an einer Stelle. Dazu die Angabe, was nach dem Absenden passiert und bis wann eine Antwort zu erwarten ist.

Impressum

Pflichtangaben zur Anbieterkennzeichnung, von jeder Unterseite aus in wenigen Schritten erreichbar. Üblicher Ort ist der Fußbereich, eindeutig benannt und nicht hinter einem Sammelpunkt versteckt.

Datenschutzerklärung

Beschreibt, welche Daten die Website verarbeitet — Formular, Protokolldateien, eingebundene Dienste. Gehört ebenfalls in den Fußbereich und muss zum tatsächlichen technischen Aufbau passen.

Zwei dieser Seiten sind keine Ermessenssache. Impressum und Datenschutzerklärung sind für geschäftsmäßig betriebene Websites vorgeschrieben und müssen von jeder Unterseite aus leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar sein; praktikabel ist dafür der Fußbereich. Welche Angaben hineingehören und welche Lücken regelmäßig zu Beanstandungen führen, behandelt der Beitrag zu Impressum und Datenschutzerklärung. Die Kontaktseite wiederum ist die Stelle, an der sich Interesse in eine Anfrage übersetzt — wie ein Formular aufgebaut sein sollte, damit die Anfrage ankommt und bearbeitbar bleibt, beschreibt der Beitrag über das Kontaktformular als Anfragekanal.

Je Leistung eine eigene Seite

Die wichtigste Einzelentscheidung im Seitenplan lautet: Bekommt jede Leistung eine eigene Seite, oder teilen sich alle Leistungen eine? Die Antwort lautet in den allermeisten Fällen: eine eigene. Dafür sprechen drei Gründe, die unabhängig voneinander tragen. Erstens sucht niemand nach Leistungen, sondern nach Badsanierung, Heizungswartung oder Notdienst am Wochenende — eine Seite kann aber nur eine Frage präzise beantworten. Zweitens braucht jede Leistung ein eigenes Ziel für Verweise: aus dem Menü, aus einem Beitrag, aus einer Anzeige, aus einer E-Mail an einen Interessenten. Drittens lässt sich erst dadurch erkennen, welche Leistung überhaupt nachgefragt wird und welche nur im Kopf des Inhabers wichtig ist.

Die Bleiwüste

Eine einzige Seite, auf der sämtliche Leistungen untereinander stehen, wirkt sparsam und ist teuer. Sie ist zu lang, um auf dem Smartphone gelesen zu werden, zu unspezifisch, um für eine konkrete Suchanfrage die passende Antwort zu sein, und sie lässt sich nicht sinnvoll verlinken: Ein Verweis in die Mitte einer langen Seite setzt Besucher an einer Stelle ohne Zusammenhang ab. Wer den Aufwand scheut, beginnt besser mit drei kurzen, klar geschnittenen Leistungsseiten als mit einer langen, die alles zugleich abdecken soll.

Wie viel Text eine Leistungsseite braucht, lässt sich nicht in einer Zahl ausdrücken. Erfahrungsgemäß trägt eine gute Leistungsseite den Umfang von einer halben bis einer ganzen Bildschirmseite an echter Substanz (Projekterfahrung): was genau gemacht wird, was ausdrücklich nicht, wie der Ablauf aussieht, welche Voraussetzungen gelten, in welchem Rahmen sich die Kosten bewegen und wer die Ansprechperson ist. Entscheidend ist dabei die Sprache. Formulierungen aus dem eigenen Fachjargon lassen Besucher raten, und wer rät, ruft nicht an. Wie sich Leistungen so beschreiben lassen, dass Laien sie ohne Rückfrage verstehen, zeigt der Beitrag über verständliche Website-Texte.

Ein Nebeneffekt der Aufteilung wird häufig unterschätzt. Auch KI-Assistenten formulieren Antworten aus dem, was sie einer Seite als abgeschlossene Aussage entnehmen können. 50 Prozent (Bitkom) der Internetnutzenden in Deutschland setzen zumindest gelegentlich KI-Chats anstelle einer klassischen Suchmaschine ein. Eine Seite, die genau eine Leistung vollständig beschreibt, eignet sich dafür deutlich besser als ein Sammelbecken, in dem jede Aussage relativiert wird. Was das für Aufbau und Formulierung bedeutet, ordnet der Beitrag zur Sichtbarkeit in KI-Suchen ein.

Welche Seiten Sie sich sparen können

Jede Seite verursacht Pflegeaufwand, und eine veraltete Seite schadet mehr, als eine fehlende es je könnte. Die folgenden Seitentypen tauchen in Entwürfen regelmäßig auf und verdienen eine ehrliche Prüfung, ob sie im ersten Ausbau wirklich gebraucht werden. Keiner davon ist grundsätzlich verkehrt — sie kosten nur mehr, als sie in kleinen Betrieben üblicherweise einbringen.

  • Eine Begrüßungsseite vor der Startseite: kostet einen Klick und liefert keine Information.
  • Ein Bereich Aktuelles ohne verabredete Redaktion: Der letzte Eintrag von vorletztem Jahr ist ein sichtbares Signal für Stillstand.
  • Eine Seite Philosophie oder Leitbild ohne konkrete Aussage: Zwei Sätze auf der Über-uns-Seite leisten mehr.
  • Eine reine Bildergalerie ohne Text: Bilder wirken dort, wo sie eine Aussage belegen, nicht als Sammlung ohne Zusammenhang.
  • Eine eigene Seite je Zertifikat, Auszeichnung oder Mitgliedschaft: Ein Abschnitt auf der Über-uns-Seite genügt.
  • Eine Partnerseite mit fremden Logos: Sie beantwortet keine Kundenfrage und führt Besucher aus der Website heraus.
  • Eine für Menschen gedachte Übersichtsseite aller Seiten: Wird sie gebraucht, stimmt das Menü nicht.
  • Eine Seite Häufige Fragen mit drei Fragen: Die Antworten gehören auf die Leistungsseiten, zu denen sie passen.
  • PDF-Dateien anstelle von Seiten: ein Dokument zum Ausdrucken, aber kein Ersatz für eine Seite.

Zwei Punkte aus dieser Liste verdienen eine Präzisierung. Ein Blog ist nicht überflüssig — er ist nur dann sinnvoll, wenn Themen, Zuständigkeit und Rhythmus vorher feststehen; woran sich das für kleine Betriebe entscheidet, behandelt der Beitrag zum Blog für kleine Unternehmen. Und Bilder sind kein Beiwerk, sondern oft das stärkste Argument einer Leistungsseite. Sie gehören nur dorthin, wo sie etwas belegen, statt in eine Galerie ohne Zusammenhang. Welche Motive tatsächlich tragen und was rechtlich zu beachten ist, steht im Beitrag über Fotos und Bildrechte auf der Website.

Der Sonderfall PDF verdient einen eigenen Absatz, weil er in Handwerk, Gastronomie und Praxen besonders häufig vorkommt. Ein PDF ist ein Dokument zum Herunterladen und keine Seite: Es lässt sich auf kleinen Displays schlecht lesen, es trägt keine interne Verlinkung, es lässt sich schlechter bedienen als eine Seite, und jede Änderung erzwingt ein neues Dokument. Preislisten, Speisekarten, Leistungsverzeichnisse und Stellenanzeigen gehören deshalb als Seite ins Web — zusätzlich als PDF zum Ausdrucken oder Weitergeben spricht nichts dagegen.

Das Hauptmenü ist die sichtbare Fassung des Seitenplans. Bewährt haben sich fünf bis sieben Punkte (Projekterfahrung): genug für die wichtigsten Einstiege, wenig genug, um auf einem Smartphone ohne Scrollen erfassbar zu bleiben. Eine verbindliche Norm gibt es dafür nicht; die Grenze ergibt sich aus der Bildschirmbreite und aus der Frage, ab wann eine Aufzählung nicht mehr überblickt, sondern gelesen werden muss. Genauso wichtig ist die Tiefe: Eine Ebene unter dem Hauptmenü reicht in kleinen Betrieben aus. Wer eine dritte Ebene braucht, hat in der Regel ein Sortierproblem und kein Platzproblem.

Die zweite Regel betrifft die Beschriftung. Menüpunkte sind keine Überschriften für den Innendienst, sondern Wegweiser für Fremde. Sprechende Beschriftungen nehmen die Wörter auf, die Kunden selbst verwenden. Die Dokumentation von Google empfiehlt aus demselben Grund, Linktexte beschreibend zu formulieren, weil sie Nutzern und Suchmaschinen etwas über das Ziel verraten (Google Search Central), und Adressen mit verständlichen Wörtern zu bilden statt mit Nummern und Kürzeln (Google Search Central). Beide Empfehlungen laufen auf dasselbe hinaus: Der Weg zu einer Seite sollte ihren Inhalt bereits benennen.

Beschriftung aus der FirmensichtWas Besucher darunter vermutenSprechende Alternative
PortfolioBildergalerie oder BewerbungsmappeLeistungen
SolutionsUnklar, häufig SoftwareprodukteWas wir machen
UnternehmenImpressum oder FirmengeschichteÜber uns
KompetenzenAbstrakte Selbstbeschreibung ohne AngebotDie einzelnen Leistungen beim Namen
ServiceKundendienst, Reparatur oder alles zusammenWartung und Notdienst
AktuellesNachrichten, häufig aus dem VorjahrWeglassen oder als Blog mit festem Rhythmus

Zwei Ergänzungen zum Menü haben sich in der Praxis bewährt. Erstens gehört der wichtigste nächste Schritt — Kontakt, Anfrage oder Anruf — als abgesetzter Punkt an das Ende des Menüs und nicht mitten hinein, damit er auf jeder Seite an derselben Stelle steht. Zweitens braucht der Fußbereich eine eigene, ruhige Ordnung: Pflichtangaben, Erreichbarkeit, die wichtigsten Unterseiten. Was im Menü keinen Platz findet, aber erreichbar sein muss, steht dort. Wie unterschiedlich solche Menüs in fertigen Websites aussehen, lässt sich an den Beispiel-Websites nachvollziehen.

Vier Fehler, die den Seitenplan ruinieren

Menü-Wildwuchs

Jede neue Idee bekommt einen eigenen Menüpunkt, gelöscht wird nichts. Nach zwei Jahren stehen dort zwölf Punkte, von denen die Hälfte auf dünne Seiten führt. Abhilfe: Vor jedem neuen Punkt entscheiden, welcher bestehende dafür weicht oder unter welchem Punkt die neue Seite einsortiert wird.

Verwaiste Seiten

Seiten, die einmal für eine Aktion angelegt und nirgends verlinkt wurden, findet ohne die Adresse niemand. Da neue Seiten überwiegend über Links entdeckt werden (Google Search Central), bleiben sie faktisch unsichtbar. Abhilfe: Jede Seite braucht mindestens einen Verweis von einer Seite, die selbst verlinkt ist.

Die Bleiwüste-Seite

Alle Leistungen auf einer Seite, dazu die Firmengeschichte und ein Absatz zum Team. Diese Seite beantwortet keine Frage vollständig und lässt sich für keine Anfrage gezielt verlinken. Abhilfe: aufteilen, je Leistung eine Seite, die Übersicht bleibt als Einstieg bestehen.

PDF statt Seite

Preisliste, Speisekarte oder Leistungsverzeichnis liegen als Datei vor, der Inhalt fehlt auf der Website. Besucher müssen herunterladen, was sie lesen wollen, und mobil scheitert das oft. Abhilfe: Inhalt als Seite anlegen, das PDF zusätzlich zum Ausdrucken anbieten.

Ein fünfter Fehler wirkt erst später und dafür umso länger: Seiten werden umbenannt oder zusammengelegt, ohne dass die alten Adressen ein Ziel bekommen. Verweise von außen, Lesezeichen und QR-Codes auf gedrucktem Material laufen dann ins Leere; wie sich das vermeiden lässt, beschreibt der Beitrag zum Relaunch ohne Rankingverlust. Ein sechster betrifft die Maschinenlesbarkeit: Eine saubere Struktur lässt sich zusätzlich auszeichnen, damit Suchmaschinen Öffnungszeiten, Leistungen und Standort als solche erkennen — wie das funktioniert, zeigt der Beitrag zu strukturierten Daten in Suchergebnissen.

Fünf Beispiel-Seitenpläne

Ein Seitenplan lässt sich in zehn Minuten auf ein Blatt Papier schreiben. Die folgenden Beispiele sind bewusst knapp gehalten: Sie zeigen die Startaufstellung und nicht den Endausbau. Jede Zeile entspricht einer Seite, die Einrückung der Ebene, die Adresse links steht für den Pfad, unter dem die Seite später erreichbar ist.

seitenplan-handwerksbetrieb.txt
/                             Startseite
/leistungen/                  Übersicht mit Verweis auf jede Leistung
  /leistungen/badsanierung/   Umfang, Ablauf, Preisrahmen, Ansprechperson
  /leistungen/heizung/        Wartung, Austausch, Förderung
  /leistungen/notdienst/      Erreichbarkeit, Gebiet, Reaktionszeit
/referenzen/                  Fotos und kurze Projekttexte
/ueber-uns/                   Menschen, Werkstatt, Qualifikationen
/kontakt/                     Formular, Telefon, Anfahrt, Einsatzgebiet
/impressum/                   Pflichtangaben, aus dem Fußbereich verlinkt
/datenschutz/                 Pflichtangaben, aus dem Fußbereich verlinkt

Im Handwerk kommt zu diesem Plan häufig ein sechster Menüpunkt hinzu, sobald Personal gesucht wird. Der Wirtschaftsbereich bildet rund 346.000 junge Menschen (Zentralverband des Deutschen Handwerks) aus, das entspricht 28,7 Prozent (Zentralverband des Deutschen Handwerks) aller Auszubildenden in Deutschland, und erwirtschaftet einen Umsatz von rund 783,2 Milliarden Euro (Zentralverband des Deutschen Handwerks). Wer ausbildet oder einstellt, braucht eine eigene Seite je Stelle statt eines Sammelpunkts Jobs, auf dem Bewerber selbst suchen müssen; worauf es dabei ankommt, beschreibt der Beitrag zur Karriereseite für Fachkräfte.

BetriebHauptpunkte im MenüEigene UnterseitenWas häufig fehlt
HandwerksbetriebStart, Leistungen, Referenzen, Über uns, KontaktJe Gewerk eine Seite, dazu NotdienstEinsatzgebiet und Erreichbarkeit außerhalb der Bürozeiten
GastronomieStart, Karte, Reservierung, Über uns, KontaktKarte, Mittagstisch, Feiern und GruppenÖffnungszeiten als Text statt als Bild, Karte ohne PDF
ArztpraxisStart, Leistungsspektrum, Team, Sprechzeiten, KontaktJe Behandlungsschwerpunkt eine Seite, AnfahrtVertretungsregelung, Zugang ohne Stufen, Terminvergabe
KanzleiStart, Rechtsgebiete, Team, Honorar, KontaktJe Rechtsgebiet eine Seite, ErstberatungAblauf der Mandatsannahme und Honorarmodell
VereinStart, Angebote, Termine, Mitglied werden, KontaktJe Gruppe oder Abteilung eine Seite, BeitrittsformularBeitragshöhe und Ansprechperson je Gruppe

Zwei Muster fallen in dieser Übersicht auf. Erstens hat jede Branche eine Seite, die den Abschluss trägt und die deshalb direkt aus dem Menü erreichbar sein sollte: Kontakt im Handwerk, Reservierung in der Gastronomie, Sprechzeiten in der Praxis, Erstberatung in der Kanzlei, Mitglied werden im Verein. Zweitens ist die Seite, die am häufigsten fehlt, in allen fünf Fällen dieselbe Art von Seite: die, die eine unangenehme Frage beantwortet — Kosten, Wartezeit, Vertretung, Beitragshöhe. Genau diese Seite entscheidet häufig darüber, ob jemand anruft oder weitersucht.

Der Zehn-Minuten-Test

Schreiben Sie die Leistungen Ihres Betriebs untereinander, so wie ein Kunde sie am Telefon nennen würde. Streichen Sie alles, was Sie in den vergangenen zwölf Monaten nicht angeboten haben. Was übrig bleibt, ist die Liste Ihrer Leistungsseiten. Ergänzen Sie Startseite, Über uns, Kontakt und die beiden Pflichtseiten — der Seitenplan ist fertig. Alles, was Ihnen danach noch einfällt, gehört auf die Warteliste und nicht ins Menü.

Checkliste zum Abhaken

Der folgende Durchgang dauert eine halbe Stunde und lässt sich mit Stift und Papier erledigen — vor dem Bau einer neuen Website ebenso wie an einer bestehenden. Jeder Punkt, der offen bleibt, ist eine konkrete Aufgabe und keine Geschmacksfrage.

  • Jede Leistung, wegen der ein Kunde anrufen würde, hat eine eigene Seite mit eigener Adresse.
  • Die Startseite sagt im ersten Bildschirm, was der Betrieb macht, für wen und wo.
  • Das Hauptmenü hat fünf bis sieben Punkte und höchstens eine Ebene darunter.
  • Jede Menübeschriftung besteht aus Wörtern, die Kunden am Telefon selbst verwenden.
  • Jede Seite ist von mindestens einer anderen Seite aus verlinkt, die selbst im Menü steht.
  • Der wichtigste nächste Schritt ist von jeder Seite aus in einem Klick erreichbar.
  • Impressum und Datenschutzerklärung sind aus dem Fußbereich jeder Seite erreichbar.
  • Anschrift, Erreichbarkeit und Öffnungszeiten stehen als Text auf der Seite, nicht als Bild oder PDF.
  • Preisspannen, Rechenbeispiele oder das Vorgehen bei der Kalkulation sind irgendwo benannt.
  • Keine Seite trägt die Überschrift Aktuelles und ist zugleich seit über einem Jahr unverändert.
  • Für jede Seite ist benannt, wer sie pflegt und wann sie zuletzt geprüft wurde.
  • Jede Seite beantwortet eine Frage vollständig, statt drei Fragen anzureißen.

Struktur direkt aus dem Briefing

Der Aufwand am Seitenplan liegt selten im Denken, sondern im Anlegen: Seiten erstellen, benennen, ins Menü einsortieren, untereinander verlinken, Adressen vergeben, im Fußbereich ergänzen — und diese Arbeit bei jeder neuen Leistung wiederholen. Genau an dieser Stelle bleibt sie in kleinen Betrieben liegen, weil sie zwischen Angebot und Baustelle keinen Platz findet. XICflow nimmt diesen Teil ab.

Seitenplan aus dem Briefing

Aus den Angaben zu Betrieb, Leistungen und Einsatzgebiet entsteht die vollständige Struktur: Startseite, je Leistung eine eigene Unterseite, Über uns, Kontakt und die Pflichtseiten — angelegt, benannt und in der richtigen Reihenfolge einsortiert.

Je Leistung eine verlinkte Unterseite

Kommt eine Leistung hinzu, entsteht die passende Unterseite mit sprechender Adresse, Menüeintrag und Verweis von der Übersicht. Eine Seite ohne eingehenden Verweis bleibt damit die Ausnahme statt der Regel.

Menü und Fußbereich gepflegt

Hauptmenü und Fußbereich werden aus derselben Struktur erzeugt. Eine Umbenennung wirkt sich auf alle Stellen aus, an denen die Seite verlinkt ist, statt an einer davon vergessen zu werden.

Wie dieser Ablauf vom Briefing bis zur veröffentlichten Website aussieht, beschreibt die Seite So funktioniert XICflow; welche Bausteine dabei zur Verfügung stehen, zeigt die Übersicht der Funktionen. Was ein solcher Aufbau kostet, steht in der Tarifübersicht, und wie er sich zu anderen Wegen zur eigenen Website verhält, ordnet der Vergleich der Umsetzungswege ein.

Der weitaus größte Teil der Seiten, die täglich neu gefunden werden, wird über Links entdeckt — Verweise sind damit die entscheidende Ressource.

Google Search Central, Dokumentation zu den SEO-Grundlagen

Die Kurzfassung

Eine Unternehmenswebsite braucht fünf Seitentypen: eine Startseite, die in einem Satz sagt, worum es geht; je Leistung eine eigene Unterseite; eine Über-uns-Seite für die Vertrauensfrage; eine Kontaktseite für den nächsten Schritt; und die Pflichtseiten im Fußbereich. Die Reihenfolge folgt den Fragen der Kunden und nicht dem Organigramm. Das Menü hat fünf bis sieben Punkte und eine Ebene, die Beschriftungen stammen aus der Sprache der Kunden. Alles Weitere ist Ergänzung — und jede Seite, die niemand pflegt, ist eine Seite zu viel.

Quellen und Studien

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Erhebungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Unternehmen und in privaten Haushalten sowie zur Unternehmensstruktur, Erhebungen von Eurostat zur Website-Nutzung in Unternehmen der Europäischen Union, den Kennzahlen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Befragungen von Bitkom zur Internet-, Smartphone- und KI-Nutzung sowie der Dokumentation von Google Search Central zu Seitenstruktur, Verzeichnissen, Linktexten und Adressen.