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Strukturierte Daten: In Suchergebnissen auffallen

JSON-LD je Seitentyp: Was strukturierte Daten für Unternehmen, Leistungen, FAQ, Beiträge und Bewertungen leisten, welche Angaben zusammenpassen müssen und wie sich das Ergebnis prüfen lässt.

12 Min. Lesezeit Strukturierte DatenJSON-LDSEORich Results

Ein Treffer in der Suche besteht längst nicht mehr nur aus Titel, Adresse und zwei Zeilen Beschreibung. Öffnungszeiten, Bewertungssterne, Brotkrumenpfade, aufklappbare Fragen oder das Veröffentlichungsdatum eines Beitrags stammen nicht aus dem Fließtext einer Seite, sondern aus einer zusätzlichen, maschinenlesbaren Schicht: den strukturierten Daten. Dieser Beitrag ordnet ein, was diese Auszeichnung leisten kann und was nicht, welche Typen zu welchem Seitentyp gehören, welche Angaben zwingend zusammenpassen müssen, warum ausgezeichnete Inhalte auch sichtbar auf der Seite stehen sollten und wie sich das Ergebnis vor der Veröffentlichung prüfen lässt.

Strukturierte Daten: von der Auszeichnung zum TrefferJSON-LD je Seitentyp, sichtbar belegt und vor dem Start geprüftPassend zum SeitentypJSON-LD im Kopfbereich der Seite{ "@type": "LocalBusiness", "name": "Muster Elektrotechnik GmbH", "address": "Industriestraße 12, Söhlde", "telephone": "+49 5123 4567", "openingHours": "Mo-Fr 08:00-17:00", "areaServed": "Region Hildesheim", "makesOffer": "Photovoltaik-Montage"}So kann der Treffer aussehenbeispiel.de › Leistungen › PhotovoltaikPhotovoltaik-Montage in HildesheimPlanung, Montage und Wartung von Photovoltaikanlagenfür Privathaushalte und Gewerbe in der Region.4,8 von 5 aus 37 BewertungenWas kostet eine Anlage für ein Einfamilienhaus?+Wie lange dauert die Montage?+Geöffnet: Mo-Fr 08-17 UhrTelefon: 05123 4567Zum Seitentyp passendStartseite, Leistung, Beitrag undFAQ tragen je eigene AngabenSichtbar belegtJede ausgezeichnete Angabe stehtauch im Text der SeiteVor dem Start geprüftPflichtfelder, Syntax undWidersprüche im Blick

Was strukturierte Daten leisten — und was nicht

Strukturierte Daten sind im Kern eine Übersetzungsleistung. Ein Mensch liest auf einer Leistungsseite, dass ein Betrieb im Raum Hildesheim Photovoltaikanlagen montiert, werktags von acht bis siebzehn Uhr erreichbar ist und dafür einen bestimmten Preisrahmen nennt. Ein Programm liest zunächst nur eine Folge von Wörtern. Die Auszeichnung stellt dieselben Angaben in ein festes Schema und benennt sie: Das ist der Name des Unternehmens, das die Postanschrift, das die Öffnungszeit, das eine angebotene Leistung. Verbreitet ist diese Praxis inzwischen deutlich. In der Auswertung des Google Web Almanac auf Basis des HTTP Archive lieferten rund 41 Prozent (Google Web Almanac, Kapitel Structured Data) der untersuchten mobilen Seiten eine JSON-LD-Auszeichnung aus, rund 26 Prozent (Google Web Almanac, Kapitel Structured Data) verwendeten Microdata direkt im Markup. Das zugrunde liegende Vokabular umfasst mit über 800 Typen (schema.org-Vokabular) sehr viel mehr, als ein einzelnes Unternehmen jemals benötigt — praktisch relevant ist regelmäßig eine Handvoll davon.

Genauso wichtig ist die Gegenrichtung, weil sie in Angeboten gern unterschlagen wird. Strukturierte Daten sind kein Rankingfaktor im engeren Sinn, und sie ersetzen weder tragfähige Inhalte noch eine saubere technische Basis. Sie entscheiden nicht darüber, ob eine Seite überhaupt gefunden wird, sondern darüber, ob sie für angereicherte Darstellungen in Frage kommt. Ob eine Suchmaschine diese Darstellung dann tatsächlich zeigt, bleibt ihre Entscheidung, und zwar von Suchanfrage zu Suchanfrage neu; belastbare Zusagen gibt es an dieser Stelle nicht. Wer eine langsame, inhaltlich dünne Seite auszeichnet, erhält daher in der Regel eine langsame, inhaltlich dünne Seite mit korrekt beschrifteten Metadaten. Die Reihenfolge bleibt: erst Substanz und Technik, dann Auszeichnung. Warum die Art der Auslieferung dabei schwerer wiegt als viele Detailoptimierungen, beschreibt der Beitrag zu PageSpeed und statischer Auslieferung.

JSON-LD: die Auszeichnung liegt neben dem Text

Für die Auszeichnung stehen drei Schreibweisen zur Verfügung. Microdata und RDFa werden direkt in die HTML-Elemente eingewoben, jede Angabe hängt also an einem konkreten Absatz oder Container. JSON-LD dagegen steht als eigener Block im Kopfbereich der Seite und beschreibt den Inhalt getrennt vom Layout. In der Praxis hat sich JSON-LD durchgesetzt, und das aus einem nachvollziehbaren Grund: Die Auszeichnung ist vom sichtbaren Markup entkoppelt. Ein Redesign, ein neues Template oder ein umgebauter Abschnitt zerstören die Angaben nicht, weil sie nicht an einzelnen Elementen kleben. Das Format selbst ist beim W3C standardisiert (W3C, JSON-LD 1.1) und legt lediglich fest, wie Daten notiert werden. Welche Begriffe erlaubt sind und wie sie zueinander stehen, regelt das gemeinsam gepflegte Vokabular. Ein Block für einen Handwerksbetrieb sieht damit typischerweise so aus:

kopfbereich-startseite.html
<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "LocalBusiness",
  "@id": "https://beispiel.de/#betrieb",
  "name": "Muster Elektrotechnik GmbH",
  "url": "https://beispiel.de/",
  "telephone": "+49 5123 4567",
  "address": {
    "@type": "PostalAddress",
    "streetAddress": "Industriestraße 12",
    "postalCode": "31185",
    "addressLocality": "Söhlde",
    "addressCountry": "DE"
  },
  "openingHoursSpecification": [{
    "@type": "OpeningHoursSpecification",
    "dayOfWeek": ["Monday", "Tuesday", "Wednesday", "Thursday", "Friday"],
    "opens": "08:00",
    "closes": "17:00"
  }],
  "areaServed": "Region Hildesheim"
}
</script>

Drei Angaben tragen den gesamten Block. Der Kontext benennt das verwendete Vokabular, der Typ den beschriebenen Gegenstand, und alles Weitere sind Eigenschaften dieses Typs. Entscheidend ist dabei nicht die Menge der Felder, sondern ihre Belastbarkeit: Ein Datensatz mit Name, Anschrift, Rufnummer und Öffnungszeiten, der exakt dem Impressum und dem Seitenfuß entspricht, ist deutlich wertvoller als ein Block mit dreißig Feldern, von denen die Hälfte geraten ist. Für die meisten Typen unterscheidet das Vokabular zwischen Pflichtangaben, ohne die eine angereicherte Darstellung von vornherein ausscheidet, und empfohlenen Angaben, die die Chance auf eine solche Darstellung erhöhen. Wer diesen Unterschied kennt, spart sich lange Diskussionen: Fehlt bei einem Beitrag das Veröffentlichungsdatum, ist die Auszeichnung unvollständig. Fehlt eine exotische Zusatzeigenschaft, ist sie es nicht.

Mehrere Typen, ein zusammenhängender Datensatz

Eine Seite darf mehrere Auszeichnungen tragen — etwa den Betrieb, den Brotkrumenpfad und die Fragen eines FAQ-Bereichs. Sauberer als drei unverbundene Blöcke ist ein gemeinsamer Graph, in dem die Objekte über eigene Kennungen aufeinander verweisen. Der Betrieb steht dann genau einmal beschrieben da, und Leistung, Beitrag oder Kontaktpunkt verweisen darauf, statt Name und Anschrift jedes Mal erneut zu wiederholen. Das senkt den Pflegeaufwand und verhindert, dass sich zwei Beschreibungen desselben Unternehmens auf einer Seite widersprechen.

Welcher Typ zu welchem Seitentyp gehört

Die häufigste Fehleinschätzung lautet, strukturierte Daten seien eine einmalige Einstellung für die gesamte Website. Tatsächlich hängt die passende Auszeichnung am Seitentyp. Eine Startseite beschreibt das Unternehmen, eine Leistungsseite die angebotene Leistung samt Einzugsgebiet, ein Beitrag den Text mit Autor und Datum, eine Kontaktseite den Kontaktweg. Wer denselben Block über alle Seiten kopiert, hat am Ende fünfzigmal dasselbe Unternehmen ausgezeichnet und keine einzige Leistung. Rund 88 Prozent (Statistisches Bundesamt, Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Unternehmen) der Unternehmen in Deutschland betreiben eine eigene Website; der Unterschied im Suchergebnis entsteht daher selten daraus, dass eine Seite existiert, sondern daraus, wie präzise sie ihre Inhalte beschreibt. Der Aufbau der Seitenstruktur entscheidet damit mit darüber, wie ergiebig die Auszeichnung überhaupt sein kann — ein guter Grund, Struktur und Inhalte gemeinsam zu planen, wie es die Übersicht der Leistungen von XICflow beschreibt. Die folgende Zuordnung deckt die Seitentypen ab, die in Unternehmenswebsites regelmäßig vorkommen.

SeitentypPassende AuszeichnungWofür sie gebraucht wird
StartseiteOrganization, bei Ortsbezug LocalBusinessName, Anschrift, Kontaktweg, Einzugsgebiet und Öffnungszeiten als ein zusammenhängender Datensatz
LeistungsseiteService, verknüpft mit dem anbietenden BetriebDie einzelne Leistung wird einer konkreten Seite zugeordnet statt pauschal dem Unternehmen
BlogbeitragBlogPosting oder ArticleAutor, Veröffentlichungs- und Änderungsdatum sowie Titelbild sind eindeutig benannt
FAQ-BereichFAQPage mit Question und AnswerFragen und Antworten sind als Paare erkennbar statt als loser Fließtext
KontaktseiteContactPage mit ContactPointRufnummer, E-Mail-Adresse und Zuständigkeit lassen sich maschinell auslesen
Jede UnterseiteBreadcrumbList und WebPageDie Position der Seite in der Gesamtstruktur wird nachvollziehbar

Die Angaben müssen untereinander zusammenpassen

Strukturierte Daten sind nur so belastbar wie die Angaben, die sie beschreiben. Der Firmenname im Datensatz, im Impressum, im Seitenfuß und auf der Kontaktseite sollte derselbe sein, einschließlich Rechtsform und Schreibweise. Dasselbe gilt für Anschrift, Rufnummer und Öffnungszeiten. Diese Konsistenz ist keine Formalie, sondern das Signal, an dem sich maschinell prüfen lässt, ob zwei Erwähnungen dasselbe Unternehmen meinen. Weichen die Angaben voneinander ab, entstehen im ungünstigen Fall zwei schwache Datensätze zu einem Betrieb statt eines belastbaren. Welche Angaben ohnehin verpflichtend auf die Seite gehören und wie sie sich sauber pflegen lassen, klärt der Beitrag zu Impressum und Datenschutzerklärung. Wie dieselben Stammdaten in der Suche vor Ort wirken, beschreibt der Beitrag zur Sichtbarkeit für Betriebe in der Region.

  • Firmenname identisch in Auszeichnung, Impressum, Seitenfuß und Kontaktseite — inklusive Rechtsform.
  • Anschrift in einer einheitlichen Schreibweise, mit Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort und Land als getrennte Felder.
  • Rufnummer in internationaler Notation, identisch mit der Nummer im sichtbaren Text.
  • Öffnungszeiten als strukturierte Zeiträume, nicht als Freitext mit Schrägstrichen und Klammern.
  • Die in der Auszeichnung genannte Adresse der Seite zeigt auf genau die Seite, in der der Block steht.
  • Bildangaben verweisen auf tatsächlich ausgelieferte Dateien in ausreichender Auflösung.
  • Angaben zu Autor und Datum eines Beitrags stimmen mit der sichtbaren Zeile über oder unter dem Text überein.

Widersprüche wiegen schwerer als Lücken

Eine fehlende Eigenschaft führt in der Regel dazu, dass eine bestimmte Darstellung nicht zustande kommt. Ein Widerspruch zwischen Auszeichnung und Seiteninhalt führt dagegen dazu, dass die Angaben insgesamt an Gewicht verlieren. Klassiker sind Öffnungszeiten, die im Datensatz noch die alten sind, Rufnummern aus einer früheren Telefonanlage und Preisangaben, die seit dem letzten Relaunch nicht mehr stimmen. Wer nicht sicher ist, ob eine Angabe dauerhaft gepflegt wird, lässt sie besser weg.

Ausgezeichnet wird nur, was auf der Seite steht

Die Richtlinien der Suchmaschinen sind an diesem Punkt eindeutig: Ausgezeichnet werden darf nur, was Besucherinnen und Besucher auf der Seite auch tatsächlich vorfinden. Wer zwölf Fragen als FAQ auszeichnet, von denen drei auf der Seite stehen, verstößt gegen diese Grundregel. Dasselbe gilt für Leistungen, die nirgends beschrieben sind, für Adressen ohne Entsprechung im Impressum und für Datumsangaben, die nur im Datensatz existieren. Die möglichen Folgen reichen vom stillen Ignorieren der Auszeichnung bis zu einer manuellen Maßnahme, die angereicherte Darstellungen für die gesamte Domain aussetzt. Aus dem Sichtbarkeitsgebot folgt eine praktische Konsequenz: Die Inhalte gehören in einen Abschnitt, der bedienbar ist. Ein aufklappbarer FAQ-Bereich ist zulässig, muss aber per Tastatur erreichbar sein und seinen Zustand korrekt melden — genau die Anforderungen, die auch der Beitrag zu Barrierefreiheit nach BFSG und WCAG 2.2 behandelt. Auszeichnung und Barrierefreiheit ziehen hier in dieselbe Richtung: Beide belohnen Inhalte, die klar strukturiert und tatsächlich vorhanden sind.

Besonders sensibel sind Bewertungen, und zwar nicht nur aus Sicht der Suchmaschinen. Seit der Umsetzung der europäischen Modernisierungsrichtlinie verpflichtet § 5b Absatz 3 UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) Unternehmen, die Verbraucherbewertungen zugänglich machen, darüber zu informieren, ob und wie sie sicherstellen, dass diese Bewertungen von Personen stammen, die die Leistung tatsächlich in Anspruch genommen haben. Die Nummern 23b und 23c im Anhang zu § 3 Absatz 3 UWG stufen gefälschte Bewertungen und unbelegte Echtheitsbehauptungen als unzulässige geschäftliche Handlungen ein. Für die Auszeichnung heißt das: Sterne im Suchergebnis sind kein Gestaltungselement, sondern eine Tatsachenbehauptung. Ausgezeichnet werden sollten daher ausschließlich Bewertungen, die real erhoben wurden, auf der Seite einsehbar sind und deren Herkunft erklärt wird. Wer stattdessen eine Durchschnittsnote setzt, weil sie im Ergebnis hübsch aussieht, riskiert wettbewerbsrechtliche Ansprüche zusätzlich zum Verlust der Darstellung.

Strukturierte Daten beschreiben eine Seite. Sie ersetzen sie nicht.

Faustregel für die Arbeit mit JSON-LD

FAQ, Beiträge und Bewertungen im Detail

Drei Auszeichnungen tauchen in Unternehmenswebsites besonders häufig auf, und alle drei haben eigene Fallstricke. FAQ-Bereiche wirken einfach, verleiten aber dazu, Fragen zu erfinden, die niemand stellt. Beiträge brauchen Angaben zu Autor, Datum und Titelbild, die viele Redaktionswerkzeuge nur halb liefern. Bewertungen sind rechtlich am heikelsten. Wer regelmäßig Beiträge veröffentlicht, hat dabei einen strukturellen Vorteil: Jeder Text bringt eine eigene Seite mit eigener Auszeichnung, eigenem Datum und eigenem Thema mit. Ob sich der Aufwand für kleinere Betriebe rechnet und mit welcher Frequenz das realistisch ist, ordnet der Beitrag Blog für kleine Unternehmen ein. Die folgende Übersicht fasst zusammen, worauf es bei den drei Typen jeweils ankommt.

FAQ als Frage-Antwort-Paare

Jede Frage bekommt genau eine Antwort, beide stehen sichtbar auf der Seite. Sinnvoll sind Fragen, die im Alltag wirklich gestellt werden: nach Ablauf, Kosten, Zuständigkeit und Terminen.

Beiträge mit vollständigen Metadaten

Autor, Veröffentlichungsdatum, letzte Änderung, Titelbild und Überschrift gehören in den Datensatz. Die Angaben müssen mit dem übereinstimmen, was über dem Text sichtbar ist.

Bewertungen nur mit Beleg

Ausgezeichnet wird nur, was auf der Seite einsehbar ist und aus einer nachvollziehbaren Erhebung stammt. Herkunft und Prüfverfahren gehören sichtbar dazu, sonst greifen die Vorgaben des UWG.

faq-bereich-leistungsseite.html
<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "FAQPage",
  "mainEntity": [
    {
      "@type": "Question",
      "name": "Wie lange dauert die Montage einer Anlage?",
      "acceptedAnswer": {
        "@type": "Answer",
        "text": "Bei einem Einfamilienhaus rechnen wir in der Regel mit zwei Arbeitstagen für Montage und Anschluss."
      }
    },
    {
      "@type": "Question",
      "name": "Übernehmen Sie die Anmeldung beim Netzbetreiber?",
      "acceptedAnswer": {
        "@type": "Answer",
        "text": "Ja. Wir bereiten die Unterlagen vor und übernehmen die Anmeldung, sofern Sie uns damit beauftragen."
      }
    }
  ]
}
</script>

Prüfen, bevor es live geht

Strukturierte Daten scheitern selten spektakulär. Sie scheitern still: ein Komma zu viel, ein Feld mit falschem Datentyp, ein Datum im falschen Format — und der gesamte Block wird verworfen, ohne dass auf der Seite etwas anders aussieht. Deshalb gehört die Prüfung in den Veröffentlichungsprozess und nicht in die Rubrik gelegentlicher Kontrollen. Wichtig ist dabei, im tatsächlich ausgelieferten HTML zu prüfen und nicht in der Vorschau des Redaktionswerkzeugs. Wird eine Seite statisch ausgeliefert, steht die Auszeichnung unverändert in der Datei, die auch Besucher erhalten; das macht die Kontrolle eindeutig. Ein zweiter Punkt betrifft Bilder: Verweist die Auszeichnung auf eine Datei, muss diese in der genannten Auflösung wirklich existieren, weshalb sich ein Blick in den Beitrag zu Bildformaten und Alternativtexten lohnt. Diese sieben Schritte haben sich als Reihenfolge bewährt:

  1. Syntax prüfen: Der Block muss gültiges JSON sein. Ein einzelnes überzähliges Komma macht ihn wertlos.
  2. Vokabular prüfen: Existieren Typ und Eigenschaften tatsächlich, und passen sie zueinander? Erfundene Feldnamen werden ignoriert.
  3. Pflichtangaben prüfen: Sind die für den Typ vorausgesetzten Felder vorhanden und plausibel gefüllt?
  4. Abgleich mit der Seite: Steht jede ausgezeichnete Angabe auch im sichtbaren Text oder in einem bedienbaren Abschnitt?
  5. Abgleich mit den Stammdaten: Stimmen Name, Anschrift, Rufnummer und Öffnungszeiten mit Impressum und Kontaktseite überein?
  6. Im ausgelieferten HTML kontrollieren statt in der Vorschau — inklusive Stichprobe auf mehreren Seitentypen.
  7. Nach dem Start beobachten: Fehlermeldungen in den Werkzeugen der Suchmaschinen regelmäßig ansehen, besonders nach Relaunch oder Umzug.

Häufige Fehler in der Praxis

  1. Ein einziger Block wird über alle Seiten kopiert, sodass jede Unterseite dasselbe Unternehmen beschreibt und keine ihre eigenen Inhalte.
  2. Ausgezeichnete Inhalte stehen nicht auf der Seite, etwa Fragen, die nur im Datensatz existieren.
  3. Bewertungen werden ohne erhobene Grundlage gesetzt, ohne Herkunftsangabe und ohne Hinweis auf das Prüfverfahren.
  4. Öffnungszeiten und Rufnummern veralten, weil sie an mehreren Stellen getrennt gepflegt werden.
  5. Die Adressangabe im Datensatz zeigt auf die Startseite statt auf die Seite, in der der Block steht.
  6. Datumsangaben stehen im falschen Format oder ohne Zeitzone, sodass sie nicht ausgewertet werden können.
  7. Mehrere widersprüchliche Blöcke liegen auf derselben Seite, weil ein Zusatzmodul und das Template unabhängig voneinander ausliefern.
  8. Nach einem Relaunch verweisen die Angaben im Datensatz auf alte Pfade, die nur noch per Weiterleitung erreichbar sind.
  9. Die Auszeichnung wird beim Übersetzen vergessen, sodass die zweite Sprachversion ohne Datensatz oder mit den Angaben der Ausgangssprache erscheint.

Die Kurzfassung

Strukturierte Daten sind kein Zaubermittel für Platzierungen, sondern eine Beschreibung dessen, was ohnehin auf der Seite steht. Sie wirken dann, wenn drei Dinge zusammenkommen: der zum Seitentyp passende Typ, Angaben, die mit Impressum, Kontaktseite und sichtbarem Text übereinstimmen, und eine Prüfung vor jeder Veröffentlichung. Alles andere — zusätzliche Eigenschaften, weitere Typen, Feinheiten des Vokabulars — ist Ausbau, der auf dieser Grundlage jederzeit nachgezogen werden kann.

Wie XICflow die Auszeichnung erzeugt

In XICflow entsteht die Auszeichnung nicht als Handarbeit im Template, sondern aus der Seitenkonfiguration. Jede Seite hat einen Typ, und aus diesem Typ ergibt sich der passende Datensatz: Die Startseite beschreibt den Betrieb, eine Leistungsseite die Leistung, ein Beitrag den Text mit Autor und Datum, ein FAQ-Abschnitt seine Frage-Antwort-Paare, jede Unterseite zusätzlich ihren Brotkrumenpfad. Die Stammdaten dafür werden einmal gepflegt und speisen zugleich Seitenfuß, Kontaktseite und Rechtstexte — eine geänderte Öffnungszeit wirkt damit an allen Stellen gleichzeitig, statt an vier Orten nachgezogen werden zu müssen. Weil die Seiten statisch ausgeliefert werden, steht der Block unverändert in der ausgelieferten Datei und lässt sich dort direkt kontrollieren. Wie der Weg vom Briefing zur fertigen Seite abläuft, zeigt die Übersicht So funktioniert XICflow; wie das Ergebnis in verschiedenen Branchen aussieht, lässt sich in den Demo-Websites nachvollziehen.

  • Auszeichnung je Seitentyp statt eines globalen Blocks über die gesamte Website
  • Stammdaten einmal gepflegt, konsistent in Datensatz, Seitenfuß, Kontaktseite und Impressum
  • FAQ-Abschnitte erzeugen ihre Frage-Antwort-Paare aus den Inhalten, die auf der Seite sichtbar sind
  • Beiträge mit Autor, Veröffentlichungs- und Änderungsdatum sowie Titelbild in passender Auflösung
  • Brotkrumenpfad je Unterseite, abgeleitet aus der tatsächlichen Seitenstruktur
  • Je Sprachversion ein eigener Datensatz mit den übersetzten Pfaden der jeweiligen Sprache
  • Statische Auslieferung, sodass sich der Block im ausgelieferten HTML unmittelbar prüfen lässt

Zwei Randfälle verdienen zum Schluss Beachtung, weil sie in der Pflege regelmäßig übersehen werden. Der erste ist die Mehrsprachigkeit: Jede Sprachversion braucht einen eigenen Datensatz mit den übersetzten Pfaden und der passenden Sprachangabe, sonst beschreibt die englische Seite die deutschen Inhalte. Wie Sprachversionen sauber zusammenspielen, führt der Beitrag zu Mehrsprachigkeit und hreflang aus. Der zweite ist der Relaunch: Ändern sich Pfade, verweisen die Angaben im Datensatz zunächst weiter auf die alten Ziele. Weiterleitungen fangen Besucher auf, die Auszeichnung selbst sollte aber auf die neuen Pfade umgestellt werden. Welche Schritte dabei in welcher Reihenfolge greifen, beschreibt der Beitrag zum Relaunch ohne Rankingverlust.

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Google Web Almanac (Kapitel Structured Data) auf Basis des HTTP Archive, dem Vokabular von schema.org, den Veröffentlichungen des W3C zu JSON-LD 1.1 und zu WCAG 2.2, dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) sowie der Erhebung des Statistischen Bundesamts zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Unternehmen.