Zum Inhalt springen
PageSpeed 100 als Auslieferungs-Standard
Planung

Wie lange dauert eine neue Website? Ein Zeitplan

Wie lange dauert eine neue Website wirklich? Sieben Phasen mit Zeitfenstern, die drei klassischen Bremsen und ein Livegang-Fenster ohne Freitagsrisiko.

15 Min. Lesezeit ZeitplanProjektablaufLivegangDomainumzug

Die Frage nach der Dauer kommt in fast jedem Erstgespräch, meist direkt nach der Frage nach dem Preis. Sie ist schwerer zu beantworten, weil die Antwort weniger von der Umsetzung abhängt als von der Zuarbeit. Eine überschaubare Unternehmenswebsite ist technisch in wenigen Tagen aufgebaut; bis sie erreichbar ist, vergehen trotzdem regelmäßig sechs bis zehn Wochen. Diese Differenz entsteht fast nie am Rechner, sondern beim Warten auf Fotos, auf Freigaben und auf Zugangsdaten. Dieser Beitrag legt den Terminrahmen offen: sieben Phasen mit realistischen Zeitfenstern, klarer Zuständigkeit und der Angabe, was in jeder Phase typischerweise blockiert. Dazu die drei Bremsen, die in der Praxis fast jede Verzögerung erklären, ein Livegang-Fenster, das keinen Feierabend kostet, und eine saisonale Planung, die den Start nicht in die anstrengendste Woche des Jahres legt.

Neun Wochen bis zur neuen WebsiteSieben Phasen, klare Zuständigkeit — und die drei Stellen, an denen es stocktQuellen: DENIC, Bitkom, BFSGTypischer Terminrahmen eines Website-ProjektsBetrieb liefert zuUmsetzung läuftLivegangWoche1234567891 Vorbereitung und Briefing5 Tage2 Struktur und erste Fassung9 Tage3 Texte und Fotos17 Tage4 Recht, Consent, Zugänglichkeit10 Tage5 Test: Handy und Tastatur7 Tage6 Domainumzug und Livegang3 Tage7 Nachlauf und Auswertung10 TageLivegangDie drei klassischen BremsenFotos fehlenKeine Motive aus dem Betrieb,keine Rechte an Fremdbildern.Kostet oft zwei bis drei Wochen.Freigabe ohne EntscheiderVier Meinungen, keine Zuständigkeit.Jede Runde verlängert um Tage.Ein Name pro Freigabe genügt.Zugänge zu spätAuthcode 30 Tage gültig (DENIC).DNS-Zugang liegt oft beim Vorgänger.Vier Wochen vorher klären.

Warum ein Website-Projekt selten am Bauen scheitert

Wer einen Zeitplan aufstellt, denkt zuerst an Arbeitszeit: Wie viele Tage braucht jemand, um Seiten aufzubauen, Texte zu setzen, Formulare einzurichten? Diese Rechnung ist nicht falsch, sie ist nur unvollständig. Entscheidend ist nicht die Arbeitszeit, sondern die Durchlaufzeit — die Spanne vom ersten Gespräch bis zur erreichbaren Website. Zwischen beiden liegt in einem typischen Projekt der Faktor zwei bis drei: Auf etwa fünfzehn bis zwanzig echte Arbeitstage kommen sechs bis zehn Kalenderwochen (Projekterfahrung). Der Unterschied besteht aus Wartezeit, und Wartezeit hat fast immer denselben Grund: Es fehlt eine Zulieferung aus dem Betrieb, oder es fehlt eine Entscheidung.

Das ist kein Vorwurf, sondern eine Beschreibung der Lage. Eine eigene Website ist in Deutschland längst Standard: 94 Prozent (Bitkom, Digitalisierung des Handwerks) der Handwerksbetriebe nutzen sie, um online sichtbar zu sein, 88 Prozent (Bitkom, Digitalisierung des Handwerks) ergänzen sie um Einträge in Online-Verzeichnisse. Gleichzeitig sehen 62 Prozent (Bitkom, Digitalisierung des Handwerks) der Betriebe bei der Digitalisierung konkreten Handlungsbedarf, und 75 Prozent (Bitkom, Digitalisierung des Handwerks) kämpfen mit Fachkräftemangel. Als Hürden nennt derselbe Studienbericht ausdrücklich fehlende Zeit, hohe Kosten und Unsicherheit im Umgang mit neuen Technologien (Bitkom, Digitalisierung des Handwerks); Grundlage sind telefonische Interviews mit 504 (Bitkom, Digitalisierung des Handwerks) Handwerksunternehmen. Wer ohnehin zu wenig Zeit hat, liefert Texte und Fotos nicht nebenbei am Abend. Ein Zeitplan, der das nicht einkalkuliert, ist von Anfang an Fiktion.

Die zweite Ursache ist Erwartungsdruck von außen. 85 Prozent (Bitkom, Digitalisierung des Handwerks) der Betriebe beobachten einen klaren Wunsch der Kundschaft nach ständiger Verfügbarkeit, 89 Prozent (Bitkom, Digitalisierung des Handwerks) erleben, dass individuelle Angebote erwartet werden. Genau deshalb soll die neue Website „möglichst schnell“ online — und genau deshalb entstehen Termine, die niemand halten kann. Ob sich der Aufwand überhaupt lohnt und woran man das erkennt, beantwortet der Beitrag dazu, wann sich eine neue Website rechnet. Hier geht es um die Frage danach: Wenn die Entscheidung steht, wie lange dauert es?

Abgrenzung: Terminrahmen, nicht Weiterleitungstechnik

Dieser Beitrag beschreibt Termine, Phasen und Zuständigkeiten. Wie alte Adressen bei einem Wechsel technisch auf neue Ziele gelegt werden — Bestandsaufnahme, Statuscodes, Weiterleitungsketten, Sitemap und Canonicals —, steht im Beitrag zum Relaunch ohne Rankingverlust. Beides gehört zusammen, aber die technische Planung braucht mehr Platz, als ein Zeitplan hergibt.

Die sieben Phasen im Überblick

Jedes Website-Projekt lässt sich in sieben Phasen zerlegen. Sie laufen nicht sauber hintereinander, sondern überlappen sich — während die Struktur steht, entstehen bereits Texte; während getestet wird, laufen letzte Korrekturen. Die Reihenfolge ist trotzdem verbindlich, weil jede Phase eine Voraussetzung für die nächste liefert. Wer Phase drei überspringt und trotzdem in Phase sechs will, verschiebt das Problem nur an die Stelle, an der es am teuersten ist: kurz vor dem Livegang.

Sieben Phasen, sieben Zeitfenster

  1. Vorbereitung und Briefing — 3 bis 5 Tage

    Der Betrieb klärt, was die Website leisten soll: Anfragen, Terminwünsche, Bewerbungen, Erklärung eines beratungsintensiven Angebots. Dazu kommen Leistungen, Zielgruppen, Einzugsgebiet, vorhandenes Material und der Name der Person, die am Ende freigibt. Ohne diesen Namen beginnt Phase zwei mit einem eingebauten Fehler.

  2. Struktur und erste Fassung — 5 bis 10 Tage

    Seitenstruktur, Navigation, Rohaufbau aller Seiten, erste Gestaltung. Am Ende steht ein begehbarer Entwurf mit Platzhaltern statt einer Bilderstrecke aus Entwürfen. Diese Phase liegt fast vollständig auf der Umsetzungsseite und ist deshalb gut planbar.

  3. Texte und Fotos — 10 bis 20 Tage

    Der eigentliche Flaschenhals. Texte müssen aus dem Betrieb kommen oder mindestens fachlich geprüft werden, Fotos müssen entstehen oder rechtlich abgesichert sein. Diese Phase reißt Zeitpläne häufiger als alle anderen zusammen.

  4. Rechtstexte, Consent und Barrierefreiheit — 5 bis 10 Tage

    Impressum und Datenschutzerklärung passend zum tatsächlichen Betrieb, Cookie-Banner nur dort, wo er nötig ist, Kontrast, Beschriftungen, Alternativtexte und Bedienbarkeit. Läuft parallel zu Phase drei, sobald die Struktur steht.

  5. Testen auf Handy und Tastatur — 3 bis 7 Tage

    Jede Seite auf einem echten Telefon, jede Funktion einmal nur mit der Tastatur. Formular absenden, Bestätigung prüfen, Telefonnummer antippen, Karte und Öffnungszeiten gegenlesen. Der Test ist kurz — die Korrekturen daraus sind es nicht immer.

  6. Domainumzug und Livegang — 1 bis 3 Tage

    Der eigentliche Wechsel ist der kürzeste Schritt und der mit der geringsten Fehlertoleranz. Vorlauf: TTL senken, Zugänge prüfen, E-Mail-Weiterleitungen sichern, Termin bewusst legen. Der Livegang selbst dauert Minuten, die Verbreitung im Netz Stunden.

  7. Nachlauf mit Korrekturen und erster Auswertung — 10 bis 14 Tage

    Zwei Wochen Beobachtung: fehlerhafte Adressen, Formulareingänge, die ersten Suchanfragen, Rückmeldungen aus dem Betrieb. Danach eine kurze Auswertung, was tatsächlich aufgerufen wird — und was gestrichen oder ergänzt gehört.

In Summe ergibt das einen Rahmen von rund sechs bis zehn Wochen für eine überschaubare Unternehmenswebsite mit acht bis fünfzehn Seiten (Projekterfahrung). Welche Seiten dazugehören und welche man sich sparen kann, klärt der Beitrag zu den Seiten einer Unternehmenswebsite. Größere Vorhaben — mehrere Standorte, mehrere Sprachen, ein umfangreicher Leistungskatalog — verschieben vor allem die Phasen zwei bis vier nach hinten, nicht den Livegang selbst.

Wer liefert was — und was blockiert

Ein Zeitplan ohne Zuständigkeit ist eine Wunschliste. Deshalb lohnt es sich, jede Phase auf drei Fragen herunterzubrechen: Was kommt aus dem Betrieb, was passiert auf der Umsetzungsseite, und woran hängt der Fortschritt, wenn es stockt? Die folgende Übersicht ist bewusst nüchtern gehalten — sie ersetzt keine Projektplanung, aber sie beantwortet die Frage, wer beim nächsten Statusgespräch am Zug ist.

PhaseAus dem BetriebBlockiert typischerweiseZeitfenster
Vorbereitung und BriefingZiele, Leistungen, Zielgruppe, Einzugsgebiet, benannter EntscheiderNiemand ist zuständig; das Briefing wird auf „passt schon“ abgekürzt3 bis 5 Tage
Struktur und erste FassungRückmeldung zur Seitenstruktur innerhalb von zwei bis drei TagenStruktur wird nach der Textphase erneut umgeworfen5 bis 10 Tage
Texte und FotosFachliche Inhalte, Preisangaben, Referenzen, Bildmaterial mit geklärten RechtenFotos fehlen; Texte liegen bei drei Personen gleichzeitig10 bis 20 Tage
Rechtstexte, Consent, BarrierefreiheitFirmierung, Registerdaten, eingesetzte Werkzeuge, Verantwortlicher für DatenschutzAngaben stammen aus einer alten Website und stimmen nicht mehr5 bis 10 Tage
Testen auf Handy und TastaturZwei bis drei Personen, die eine Stunde lang wirklich testenGetestet wird nur am Bürorechner, nicht am Telefon3 bis 7 Tage
Domainumzug und LivegangZugang zur Domainverwaltung, Authcode, Übersicht der E-Mail-PostfächerZugangsdaten liegen beim früheren Dienstleister und niemand hat gefragt1 bis 3 Tage
Nachlauf und AuswertungRückmeldungen aus dem Alltag, Ergänzungen, KorrekturenNach dem Livegang schaut zwei Monate niemand mehr hin10 bis 14 Tage

Auffällig ist die dritte Spalte: Fünf von sieben Blockaden sind organisatorisch, nicht technisch. Das deckt sich mit dem Bild aus der Praxis — die Umsetzung wartet, nicht der Betrieb wird ausgebremst. Wer diese Übersicht vor dem Start einmal gemeinsam durchgeht und je Zeile einen Namen und ein Datum einträgt, verkürzt die Durchlaufzeit erfahrungsgemäß deutlicher als jede Beschleunigung auf der Umsetzungsseite. Wie ein solcher Ablauf konkret aussieht, zeigt der Ablauf eines Website-Projekts Schritt für Schritt.

Die wirksamste Einzelmaßnahme

Ein Name und ein Datum pro Zeile. Nicht „das Team“, nicht „nächste Woche“ — sondern eine Person, die freigeben darf, und ein Datum, an dem geliefert wird. Diese eine Tabelle ersetzt die Hälfte aller Statusgespräche.

Die drei klassischen Bremsen

Verzögerungen wirken im Einzelfall zufällig, in der Summe sind sie es nicht. Über viele Projekte hinweg lassen sich fast alle Verzögerungen auf drei Ursachen zurückführen. Sie tauchen in unterschiedlicher Reihenfolge auf, aber sie tauchen auf — und alle drei lassen sich vor dem Projektstart entschärfen, wenn man sie kennt.

Fehlende oder schwache Fotos

Der häufigste Grund, warum eine fertige Website drei Wochen im Entwurf liegen bleibt. Keine Motive aus dem Betrieb, keine Rechte an vorhandenem Material, kein Termin für neue Aufnahmen.

Freigaben ohne Entscheider

Vier Meinungen, keine Zuständigkeit. Jede zusätzliche Abstimmungsrunde kostet Tage, ohne dass sich der Inhalt messbar verbessert.

Zugänge zu spät beschafft

Domainverwaltung, DNS-Einstellungen und beim Registrarwechsel der Authcode. Wer das erst in Phase sechs klärt, verliert Tage an einer Stelle ohne Puffer.

Bremse eins: Es gibt keine brauchbaren Fotos

Fotos sind der Punkt, an dem die meisten Zeitpläne kippen. Der Ablauf verläuft meist ähnlich: Beim Briefing heißt es, Bilder seien „reichlich vorhanden“. In der Textphase stellt sich heraus, dass es Handyaufnahmen von Baustellen im Gegenlicht sind, ein Gruppenfoto von der Weihnachtsfeier 2019 und ein paar Bilder, deren Herkunft niemand mehr rekonstruieren kann. Dann beginnt die eigentliche Arbeit: neue Aufnahmen planen, einen Termin finden, an dem der Betrieb vorzeigbar und die Mannschaft anwesend ist, und im Zweifel auf besseres Wetter warten. Zwei bis drei Wochen sind dafür realistisch, und sie stehen in keinem Zeitplan, der vor dem Briefing entstanden ist.

Die zweite Hälfte des Problems ist rechtlich. Bildmaterial aus einer alten Website darf nicht automatisch weiterverwendet werden, wenn die Lizenz an den früheren Dienstleister gebunden war. Aufnahmen von Mitarbeitenden brauchen eine Einwilligung, die nicht mit dem Arbeitsvertrag mitgeliefert wird. Fremde Objekte, Kundenobjekte und erkennbare Personen im Hintergrund haben eigene Regeln. Welche Motive tragen und was rechtlich zu beachten ist, beschreibt der Beitrag zu Fotos und Bildrechten auf der Website im Detail. Für den Zeitplan reicht eine Konsequenz: Die Fotofrage gehört in die erste Woche, nicht in die fünfte.

  • Termin für neue Aufnahmen im Briefing festlegen, nicht später — der Kalender ist meist der Engpass, nicht die Kamera
  • Motivliste vorab: Team, Betrieb von außen, Arbeitssituation, zwei bis drei Ergebnisse, Fahrzeug oder Werkstatt
  • Einwilligungen der abgebildeten Personen einholen, bevor die Bilder auf die Website wandern
  • Herkunft und Lizenz jedes Altbildes klären; im Zweifel aussortieren statt hoffen
  • Ein Ausweichtermin bei Außenaufnahmen — Regen ist keine Ausnahme, sondern ein Planungsfaktor
  • Bis die neuen Bilder da sind: mit Platzhaltern weiterarbeiten, statt die Textphase anzuhalten

Bremse zwei: Freigaben ohne benannten Entscheider

Die zweite Bremse ist unsichtbarer und wirkt langsamer. Sie entsteht, wenn Freigaben an eine Gruppe gehen statt an eine Person. Ein Text geht an die Geschäftsführung, an die Bürokraft, an den Meister und an den Schwiegersohn, der „sich mit Internet auskennt“. Vier Rückmeldungen kommen zu vier Zeitpunkten, zwei widersprechen sich, eine kommt gar nicht. Jede Runde kostet zwei bis vier Arbeitstage, und nach der dritten Runde ist der Text nicht besser, sondern nur vorsichtiger. Über ein ganzes Projekt summiert sich das erfahrungsgemäß auf ein bis zwei zusätzliche Wochen (Projekterfahrung), ohne dass irgendwo gearbeitet worden wäre.

Eine Website wird nicht dadurch besser, dass mehr Menschen sie kommentieren, sondern dadurch, dass eine Person entscheidet und die anderen zuarbeiten.

Grundregel aus der Projektarbeit

Die Lösung ist unspektakulär: Eine Person wird zur Entscheiderin oder zum Entscheider benannt, sammelt Rückmeldungen aus dem Betrieb und gibt eine einzige, verbindliche Fassung zurück. Rückmeldungen bekommen eine Frist — drei Arbeitstage sind ein üblicher Wert. Was nach der Frist kommt, wandert in die Nachlaufphase, nicht in die laufende Runde. Und es gibt eine Obergrenze: zwei Korrekturrunden pro Seite. Wer diese Regeln vorab vereinbart, wirkt beim Aufschreiben unhöflich und erspart sich später drei Wochen Diskussion.

Bremse drei: Domain- und DNS-Zugänge, Authcode inklusive

Die dritte Bremse ist die tückischste, weil sie erst ganz am Ende zuschlägt — an der Stelle mit dem geringsten Puffer. Die Website ist fertig, der Termin steht, und dann stellt sich heraus, dass niemand weiß, wo die Domain verwaltet wird. Der frühere Dienstleister hat sie damals „mitregistriert“, die Zugangsdaten liegen in einem Postfach, das es nicht mehr gibt, und der Ansprechpartner meldet sich in der Urlaubswoche nicht. Der Bestand macht deutlich, wie alltäglich diese Konstellation ist: Im Juni 2026 überschritt die Zahl der registrierten .de-Domains die Marke von 18 Millionen (DENIC); statistisch entfällt damit fast auf jeden sechsten Einwohner eine .de-Adresse (DENIC). Jede einzelne davon hat einen Verwalter — die Frage ist nur, ob man ihn kennt.

Beim Wechsel des Registrars kommt der Authcode ins Spiel, bei .de-Domains als AuthInfo bezeichnet. Der bisherige Anbieter erzeugt ihn auf Anweisung des Domaininhabers und übermittelt ihn verschlüsselt an die Registrierungsstelle; der neue Anbieter reicht ihn zusammen mit dem Wechselauftrag ein (DENIC). Wichtig für den Zeitplan: Der Code verfällt automatisch nach 30 Tagen (DENIC) und muss dann neu angefordert werden. Wer ihn zu früh besorgt und den Livegang dann um sechs Wochen verschiebt, beantragt ihn ein zweites Mal — mit derselben Wartezeit beim alten Anbieter. Wer ihn zu spät besorgt, wartet mitten im Livegang-Fenster. Der sinnvolle Korridor liegt etwa vier Wochen vor dem geplanten Termin. Wie Domain, Postfächer und Weiterleitungen grundsätzlich zusammenhängen, erklärt der Beitrag zu Domain und geschäftlicher E-Mail-Adresse.

Vier Fragen, die vier Wochen vorher beantwortet sein müssen

Wer ist eingetragener Domaininhaber — der Betrieb oder ein Dienstleister? Über welchen Anbieter läuft die Verwaltung, und wer hat dort ein aktives Konto? Wo werden die DNS-Einträge gepflegt, und wer darf sie ändern? Und schließlich: Welche E-Mail-Postfächer und Weiterleitungen hängen an derselben Domain? Diese vier Antworten kosten am Anfang eine halbe Stunde. Am Ende kosten sie eine Woche.

Das Livegang-Fenster richtig legen

Der Livegang selbst ist der technisch kürzeste Schritt des ganzen Projekts — und der einzige, bei dem ein Fehler sofort sichtbar wird. Deshalb verdient er ein eigenes Zeitfenster mit Vorlauf. Der wichtigste Vorbereitungsschritt ist die Absenkung der TTL: Jeder DNS-Eintrag trägt eine Gültigkeitsdauer, die anderen Servern sagt, wie lange sie sich die Antwort merken dürfen. Steht dieser Wert auf 24 Stunden, sehen manche Besucher nach der Umstellung noch einen ganzen Tag lang die alte Website. Wer die TTL 24 bis 48 Stunden vor dem Termin auf wenige Minuten senkt, verkürzt das Zeitfenster erheblich — und stellt sie einige Tage nach dem Livegang wieder auf den ursprünglichen Wert zurück.

  1. 48 Stunden vorher: TTL der betroffenen DNS-Einträge auf einen niedrigen Wert setzen und den Zugang zur DNS-Verwaltung ein letztes Mal testen
  2. 24 Stunden vorher: alle E-Mail-Postfächer, Weiterleitungen und MX-Einträge dokumentieren — Screenshot oder Export, nicht aus dem Gedächtnis
  3. Am Vortag: Liste der bisherigen Adressen und ihrer neuen Ziele bereitlegen, damit Weiterleitungen unmittelbar nach der Umstellung greifen
  4. Am Termin, morgens: Umstellung vornehmen, danach Startseite, zwei Unterseiten, Formular und Telefonnummer selbst prüfen
  5. Innerhalb der ersten Stunde: eine Testnachricht an ein Postfach der Domain senden und den Empfang bestätigen lassen
  6. Nach 24 Stunden: erneut prüfen, ob Zertifikat, Weiterleitungen und E-Mail-Zustellung stabil laufen, dann TTL zurücksetzen

Kein Livegang am Freitagnachmittag

Die Regel klingt banal und wird trotzdem regelmäßig gebrochen. Ein Livegang braucht mehrere Stunden Beobachtung, und Beobachtung braucht Menschen, die erreichbar sind — im Betrieb, beim Hostinganbieter, bei der Domainverwaltung. Freitags ab Mittag ist beides knapp. Ein Termin am Dienstag- oder Mittwochvormittag lässt zwei volle Arbeitstage Reaktionszeit, bevor jemand ins Wochenende geht. Direkt vor Brückentagen, Betriebsferien oder Urlaub der einzigen Person mit Zugangsdaten gilt dasselbe.

Der zweite Punkt, der beim Livegang regelmäßig übersehen wird, ist die E-Mail. Domain und Postfächer hängen an denselben DNS-Einträgen; wer bei der Umstellung nur an die Website denkt, kann Postfächer unerreichbar machen, ohne dass es sofort auffällt — eingehende Nachrichten laufen dann ins Leere, und der Absender bekommt bestenfalls eine Fehlermeldung. Deshalb gehören die MX-Einträge und sämtliche Weiterleitungen vor der Umstellung dokumentiert und nach der Umstellung getestet. Der Test ist einfach: eine Nachricht von außen an jedes aktive Postfach, und eine Antwort zurück.

Drittens: Alte Adressen brauchen ein Ziel. Wenn Seiten neue Pfade bekommen, laufen Verweise aus Verzeichnissen, Fachartikeln, E-Mail-Signaturen und gedrucktem Material ins Leere — und gedrucktes Material lässt sich nicht nachträglich korrigieren. Die Zuordnung alter auf neue Adressen sollte vor dem Livegang stehen und mit der Umstellung wirksam werden, nicht eine Woche später. Wie diese Zuordnung technisch sauber aufgebaut wird, steht ausführlich im Beitrag zum Relaunch ohne Rankingverlust; für den Terminplan genügt es zu wissen, dass diese Liste am Vortag fertig sein muss.

Saisonale Planung: wann ein Livegang gut liegt

Ein Zeitplan ist nicht nur eine Frage von Wochen, sondern auch eine Frage des Monats. Eine neue Website entfaltet ihren Nutzen, wenn Anfragen kommen — und Anfragen kommen saisonal. Gleichzeitig braucht die Zuarbeit aus dem Betrieb genau die Ruhe, die in der Hochsaison fehlt. Beides zusammen ergibt eine einfache Faustregel: Der Livegang liegt idealerweise kurz vor dem Anstieg der Nachfrage, die Projektphase davor in der ruhigeren Zeit. Wer beides umdreht, bekommt eine Website, die niemand pflegt, und Fotos, die niemand macht.

BereichGuter Livegang-ZeitraumUngünstigGrund
Handwerk mit Heizungs- und SanitärbezugSpätsommer bis Frühherbst, vor der HeizperiodeMitten in der HeizperiodeAnfragen steigen mit der ersten Kältewelle; die Zuarbeit ist dann nicht mehr leistbar
Gastronomie mit AußenbereichSpätwinter bis Frühjahr, vor der TerrassensaisonHochsommerSpeisekarte, Öffnungszeiten und Reservierung wollen vor dem Ansturm stehen
Arztpraxis und HeilberufeSpätfrühjahr bis FrühsommerGrippewelle im WinterIn der Infektsaison fehlt jede Minute für Freigaben und Fototermine
Verein und EhrenamtSechs bis acht Wochen vor der MitgliederversammlungDirekt in der VersammlungswocheDie Versammlung ist ein guter Anlass, die neue Seite zu zeigen — nicht sie fertigzustellen
Garten- und LandschaftsbauWinter bis VorfrühlingApril bis JuniDie Auftragsspitze fällt mit der Bauzeit zusammen; im Winter ist Zeit für Inhalte
Beratung, Kanzlei, SteuerbüroSpätsommer oder HerbstJahreswechsel und FristenzeitFristen binden genau die Personen, die Texte fachlich prüfen müssen

Aus dieser Tabelle folgt eine unbequeme, aber nützliche Konsequenz: Wenn das Zeitfenster knapp wird, ist Verschieben besser als Durchdrücken. Ein Livegang unter Druck erzeugt genau die Fehler, die anschließend Wochen kosten — halbfertige Texte, ungeprüfte Formulare, vergessene Weiterleitungen. Ein um vier Wochen verschobener Start kostet vier Wochen. Ein misslungener Start kostet Vertrauen, das sich nicht terminieren lässt. Puffer ist deshalb kein Zeichen mangelnder Planung, sondern Bestandteil davon: Zwei Wochen Reserve auf zehn Wochen Projektlaufzeit sind ein realistischer Ansatz (Projekterfahrung).

Ein Tag, eine Woche, drei Monate

„Wie schnell geht es denn im besten Fall?“ ist eine berechtigte Frage, und sie hat drei verschiedene Antworten — je nachdem, was bereits vorbereitet ist. Der entscheidende Unterschied ist nicht die Geschwindigkeit der Umsetzung, sondern der Zustand der Zulieferung. Wer am Montag mit fertigen Texten, geklärten Bildrechten und vorhandenem Domainzugang startet, ist in einer völlig anderen Ausgangslage als jemand, der erst noch entscheiden muss, was auf der Startseite stehen soll.

An einem Tag machbar

Eine einzelne, ehrliche Präsenzseite: Leistungen in Stichpunkten, Kontaktmöglichkeit, Öffnungszeiten, Anfahrt, Impressum und Datenschutzerklärung. Voraussetzung: Die Angaben liegen vor und die Domain ist zugänglich. Das ist kein Provisorium, sondern eine Basis, die trägt — solange sie nicht als fertige Website verkauft wird.

In einer Woche machbar

Eine kleine Website mit fünf bis acht Seiten, wenn Texte in Rohform vorliegen, brauchbare Fotos existieren und eine Person kurzfristig freigibt. Rechtstexte, Consent und ein Test auf dem Telefon gehören dazu. Was in dieser Woche fehlt, ist Feinschliff — nicht Substanz.

Drei Monate braucht

Mehrere Standorte oder Sprachfassungen, ein umfangreicher Leistungskatalog, neue Fotoproduktion, abgestimmte Rechtstexte bei mehreren Gesellschaften, ein Umzug mit vielen alten Adressen. Hier liegt die Zeit in Abstimmung und Zuarbeit, nicht im Aufbau.

Eine Warnung gehört zu jeder schnellen Variante: Tempo darf nicht auf Kosten der Ladezeit gehen. 53 Prozent (Think with Google) der mobilen Zugriffe werden abgebrochen, wenn eine Seite länger als drei Sekunden lädt. Wie stark das wirkt, zeigt eine Fallstudie eines europäischen Automobilherstellers: Eine Verbesserung des Largest Contentful Paint um eine Sekunde ging dort mit 14 Prozentpunkten (Google web.dev, Case Study Renault) weniger Absprüngen und 13 Prozent (Google web.dev, Case Study Renault) mehr Conversions einher; ausgewertet wurden über zehn Millionen Besuche in 33 Ländern (Google web.dev, Case Study Renault). Eine Website, die in einem Tag entsteht, aber vier Sekunden lädt, ist kein Zeitgewinn. Welche Rolle Bedienbarkeit auf kleinen Bildschirmen dabei spielt, beschreibt der Beitrag zur Website auf dem Handy.

Woran man einen unrealistischen Zeitplan erkennt

Unrealistische Zeitpläne sind selten böse Absicht. Meistens entstehen sie, weil die Zuarbeit aus dem Betrieb nicht als Arbeitspaket auftaucht, sondern als Selbstverständlichkeit. Ein paar Warnzeichen lassen sich schon beim ersten Blick auf den Plan erkennen — unabhängig davon, wer ihn aufgestellt hat.

  • Die Zuarbeit aus dem Betrieb taucht im Plan gar nicht auf, sondern nur die Umsetzungsschritte
  • Es gibt keinen Termin für Fotos, obwohl niemand behaupten kann, dass brauchbare Bilder vorliegen
  • Freigaben stehen ohne Namen im Plan: „Kunde prüft“ statt „Frau Meier gibt bis Freitag frei“
  • Rechtstexte, Consent und Barrierefreiheit erscheinen als letzter Punkt vor dem Livegang, nicht als eigene Phase
  • Der Livegang liegt auf einem Freitag, direkt vor Betriebsferien oder in der Woche der Jahresabrechnung
  • Für Domain- und DNS-Zugänge ist kein eigener Schritt vorgesehen, obwohl die Domain beim Vorgänger liegt
  • Zwischen letzter Korrektur und Livegang liegt kein einziger Tag Puffer
  • Nach dem Livegang endet der Plan — Nachlauf, Korrekturen und erste Auswertung fehlen vollständig

Die Gegenprobe in einem Satz

Fragen Sie bei jedem Zeitplan, welche Zeile davon Arbeit des Betriebs beschreibt. Wenn die Antwort „keine“ lautet, ist es kein Zeitplan, sondern ein Angebot mit Datumsangabe.

Der Ablauf in fünf Schritten — und welche Phasen kürzer werden

Nicht jede der sieben Phasen ist gleich unvermeidlich. Ein Teil des Aufwands entsteht dadurch, dass in jedem Projekt dieselben Grundlagen neu gebaut werden: eine sinnvolle Seitenstruktur, ein Satz Rechtstexte, ein Consent-Mechanismus, eine schnelle Auslieferung, ein Test auf Bedienbarkeit. Wenn diese Bausteine vorbereitet sind, verschiebt sich der Zeitplan nicht dadurch, dass schneller gearbeitet wird, sondern dadurch, dass ganze Wartezeiten entfallen. Bei XICflow sieht der Ablauf deshalb so aus:

Leistungen, Zielgruppe, Einzugsgebiet, Tonalität und ein benannter Entscheider. Das ersetzt das klassische Briefing und dauert typischerweise eine Sitzung statt einer Woche.

Was dabei entfällt, ist nicht die Verantwortung des Betriebs, sondern die Wartezeit zwischen den Phasen. Fotos, fachliche Richtigkeit und Freigaben bleiben Aufgabe des Unternehmens — daran ändert kein Werkzeug etwas. Was sich ändert, ist die Reihenfolge: Statt sechs Wochen auf einen Entwurf zu warten und dann Inhalte zu liefern, liegt der Entwurf am Anfang, und die Zuarbeit fließt direkt hinein. Wie sich die drei üblichen Wege — Baukasten, Agentur, KI-gestützter Aufbau — in Aufwand und Zuständigkeit unterscheiden, vergleicht der Beitrag Baukasten, Agentur oder KI; wie sich das auf Kosten und Laufzeit auswirkt, zeigt die Übersicht der Tarife.

Rechtstexte und Barrierefreiheit gehören nicht ans Ende

Seit dem 28. Juni 2025 gelten die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes für elektronisch erbrachte Dienstleistungen im Verbrauchergeschäft; Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz sind bei Dienstleistungen ausgenommen (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz). Ob eine Ausnahme greift, sollte im Zweifel rechtlich geprüft werden. Für den Zeitplan gilt unabhängig davon: Kontrast, Beschriftung und Tastaturbedienung nachträglich einzubauen dauert länger, als sie von Anfang an mitzudenken. Was dahintersteht, erläutert der Beitrag zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für Unternehmen; die Pflichtangaben selbst behandelt der Beitrag zu Impressum und Datenschutzerklärung.

Bleibt der Punkt, der sich am wenigsten planen lässt und trotzdem in jeden Zeitplan gehört: der Nachlauf. Zwei Wochen nach dem Livegang zeigt sich, welche Seiten tatsächlich aufgerufen werden, welche Formulareingänge ankommen und wo Besucher abbrechen. Diese zwei Wochen sind keine Restarbeit, sondern die erste belastbare Rückmeldung des Projekts. Wer sehen möchte, wie unterschiedlich fertige Ergebnisse aussehen können, findet in den Beispiel-Websites verschiedene Branchen und Strukturen; welche Bausteine dahinterstehen, zeigt die Übersicht der Leistungen. Bei offenen Terminfragen zu einem konkreten Vorhaben lohnt der direkte Kontakt.

Quellen und Studien

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: DENIC eG — Statistiken rund um .de, Überschreiten der Marke von 18 Millionen registrierten .de-Domains im Juni 2026 sowie Verfahren zum Providerwechsel mit AuthInfo (Gültigkeit 30 Tage); Bitkom e. V. — Studienbericht „Digitalisierung des Handwerks“, telefonische Befragung von 504 Handwerksunternehmen in Deutschland (94 Prozent mit eigener Website, 88 Prozent mit Verzeichniseinträgen, 62 Prozent mit Handlungsbedarf bei der Digitalisierung, 75 Prozent mit Fachkräftemangel, 85 Prozent mit erwarteter ständiger Verfügbarkeit); Think with Google — „Mobile Geschwindigkeit: Jede Sekunde zählt“ (53 Prozent Abbruchquote bei mehr als drei Sekunden Ladezeit); Google web.dev — Case Study Renault zur Optimierung des Largest Contentful Paint (eine Sekunde Verbesserung, 14 Prozentpunkte weniger Absprünge, 13 Prozent mehr Conversions, über zehn Millionen ausgewertete Besuche in 33 Ländern); Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) — Anforderungen an elektronisch erbrachte Dienstleistungen seit dem 28. Juni 2025 einschließlich der Ausnahme für Kleinstunternehmen. Ergänzend fließen eigene Erfahrungswerte aus Website-Projekten ein, die als (Projekterfahrung) gekennzeichnet sind.