Auf fast jeder Betriebswebsite gibt es eine Seite, die im Menü weit oben steht, häufig angeklickt wird und trotzdem am wenigsten Arbeit bekommen hat: die Über-uns-Seite. Sie ist bei kleinen Betrieben oft die zweite Station nach der Leistungsseite, weil Interessenten wissen wollen, mit wem sie es zu tun bekommen, bevor sie zum Hörer greifen. Was sie dort vorfinden, sind meistens vier Sätze über Leidenschaft, Qualität und Kundennähe, ein gekauftes Motiv mit lachenden Menschen im Großraumbüro und keine einzige prüfbare Angabe. Dieser Beitrag beschreibt, was auf dieser Seite tatsächlich gesucht wird, aus welchen sechs Bausteinen sie sinnvollerweise besteht, welche Angaben rechtlich zutreffen müssen, wie mit Fotos von Mitarbeitenden und mit dem Ausscheiden aus dem Betrieb umzugehen ist — und wie sich die Seite mit Kontakt und Karriereseite verzahnt, ohne deren Inhalte zu wiederholen.
Die Seite, die alle anklicken und niemand schreibt
Die Über-uns-Seite gehört zu den wenigen Seiten, die Besucher aus eigenem Antrieb ansteuern. Wer eine Leistungsseite gelesen hat und grundsätzlich interessiert ist, sucht als Nächstes nach den Menschen dahinter — selten aus Neugier, meistens zur Risikoabschätzung. Bei einem Auftrag über mehrere tausend Euro, bei einem Handwerker, der die Wohnung betritt, oder bei einer Beratung, die persönliche Unterlagen berührt, ist die Frage nach dem Gegenüber die letzte offene Frage vor der Anfrage. 99,3 Prozent (Statistisches Bundesamt) aller Unternehmen in Deutschland sind kleine und mittlere Betriebe; dort entscheidet über Vertrauen keine Marke, sondern eine überschaubare Zahl von Personen mit Namen.
Die Größenordnung ist beträchtlich. Allein im Handwerk waren zuletzt 1.038.126 Betriebe (Zentralverband des Deutschen Handwerks) in die Handwerksrollen und in das Verzeichnis des handwerksähnlichen Gewerbes eingetragen. Dort arbeiten rund 6 Millionen (Zentralverband des Deutschen Handwerks) Menschen, also 13,7 Prozent (Zentralverband des Deutschen Handwerks) aller Erwerbstätigen in Deutschland; der Umsatz lag 2025 bei rund 783,2 Milliarden Euro (Zentralverband des Deutschen Handwerks). In solchen Betrieben gibt es keine Presseabteilung, die ein Unternehmensporträt verfasst. Es gibt jemanden, der abends die Website betreut und für die Über-uns-Seite den Text nimmt, der am schnellsten fertig ist.
Genau dort entsteht das Problem. Rund 89 Prozent (Statistisches Bundesamt) der Unternehmen mit Internetzugang betreiben eine eigene Website, und die Über-uns-Seiten dieser Websites ähneln einander bis in die Wortwahl: Leidenschaft, Qualität, Zuverlässigkeit, Kundennähe, Innovationskraft. Wenn dieselben fünf Wörter auf jeder zweiten Seite derselben Branche stehen, tragen sie keine Information mehr. Sie kosten nur Zeit, in der ein Interessent nichts erfährt — auf einem Bildschirm, der meistens klein ist: Etwa neun von zehn (Bitkom) Menschen in Deutschland nutzen ein Smartphone, und rund 93 Prozent (Statistisches Bundesamt, Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten) der Menschen ab zehn Jahren sind online. Auf dem Handy wird die zweite Bildschirmseite selten erreicht; was oben nicht steht, wird kaum gelesen.
Hinzu kommt ein Kanal, den es vor wenigen Jahren so nicht gab. 50 Prozent (Bitkom) der Internetnutzenden in Deutschland setzen zumindest gelegentlich KI-Chats anstelle einer klassischen Suchmaschine ein. Solche Systeme formulieren ihre Antwort aus dem, was sich einer Seite als abgeschlossene Aussage entnehmen lässt. Ein Satz wie „Wir stehen für höchste Qualität“ liefert dafür nichts. Ein Satz wie „Der Betrieb ist seit 1998 in die Handwerksrolle eingetragen und beschäftigt fünf Personen“ liefert eine Angabe, die sich zitieren lässt. Der Unterschied zwischen diesen beiden Sätzen ist der ganze Beitrag in Kurzform.
Was dieser Beitrag bewusst auslässt
Was Besucher dort tatsächlich suchen
Die Fragen, mit denen jemand die Über-uns-Seite öffnet, sind kurz und sehr konkret. Sie haben mit Selbstdarstellung wenig zu tun. Wer arbeitet hier? Kann das jemand, der es gelernt hat? Seit wann gibt es den Betrieb? Seid ihr in meiner Nähe? Wie läuft eine Zusammenarbeit ab? Und wie erreiche ich diese Menschen? Sechs Fragen, sechs Antworten — mehr braucht die Seite nicht, und weniger reicht nicht aus. Die folgende Übersicht ordnet jeder Frage den Baustein zu, der sie beantwortet, und benennt, was dort belegbar stehen muss.
| Frage im Kopf des Besuchers | Baustein, der sie beantwortet | Was dort belegbar stehen muss |
|---|---|---|
| Wer arbeitet hier eigentlich? | Teamblock | Vorname, Funktion, Foto und seit wann die Person im Betrieb ist |
| Kann das jemand, der es gelernt hat? | Qualifikationen | Abschluss, Meisterbrief, zuständige Kammer, Berufsbezeichnung |
| Seit wann gibt es den Betrieb? | Kurzprofil | Gründungsjahr, Rechtsform, Zahl der Beschäftigten |
| Seid ihr in meiner Nähe? | Standort und Einzugsgebiet | Anschrift, Umkreis in Kilometern, typische Anfahrtszeit |
| Wie läuft eine Zusammenarbeit ab? | Arbeitsweise | Die Schritte vom Erstkontakt bis zur Rechnung, mit Zeitrahmen |
| Wie erreiche ich diese Menschen? | Nächster Schritt | Ein Weg mit Ansprechperson, Erreichbarkeit und Antwortzeit |
Auffällig ist, was in dieser Liste fehlt. Es fehlt das Leitbild. Es fehlt die Unternehmensphilosophie. Es fehlt die Chronik mit sieben Meilensteinen seit der Betriebsgründung. Solche Inhalte sind nicht verboten, sie beantworten nur keine der sechs Fragen und stehen deshalb weiter unten oder gar nicht auf der Seite. Ein einfacher Test hilft bei der Entscheidung: Streichen Sie jeden Satz, den ein Wettbewerber aus derselben Branche wortgleich übernehmen könnte, ohne dass es auffällt. Was übrig bleibt, ist der Kern der Seite. Wenn nichts übrig bleibt, war die Seite bislang leer — trotz vieler Wörter.
Der Bauplan: sechs Bausteine in fester Reihenfolge
Eine Über-uns-Seite, die trägt, besteht aus sechs Blöcken. Die Reihenfolge folgt der Lesebewegung auf dem Smartphone: erst der schnelle Überblick, dann die Menschen, dann die Belege, dann das Praktische, am Ende der nächste Schritt. Jeder Block ist für sich verständlich, damit die Seite auch dann etwas leistet, wenn jemand nach dem zweiten Abschnitt abbricht. Der gesamte Umfang liegt erfahrungsgemäß bei 400 bis 700 Wörtern (Projekterfahrung) — kürzer als die meisten vorhandenen Seiten und trotzdem informationsdichter.
1. Kurzprofil in drei Sätzen
Was der Betrieb macht, für wen, seit wann und von wo. Drei Sätze am Seitenanfang, ohne Anlauf und ohne Werbewort. Wer nur diesen Block liest, hat den Betrieb bereits eingeordnet.
2. Team mit Vorname und Funktion
Die Menschen, mit denen Kunden tatsächlich sprechen: Vorname, Funktion, ein echtes Foto und seit wann die Person dabei ist. Vollständigkeit ist wichtiger als Hochglanz.
3. Qualifikationen und Mitgliedschaften
Abschlüsse, Meisterbrief, Eintrag in die Handwerksrolle, Kammer, Innung, Sachkundenachweise. Nur das, was zutrifft und sich auf Nachfrage belegen lässt.
4. Arbeitsweise in Schritten
Wie ein Auftrag abläuft: Erstkontakt, Termin, Angebot, Ausführung, Abnahme, Rechnung. Mit Zeitrahmen, wo einer genannt werden kann, und mit dem, was der Betrieb nicht übernimmt.
5. Standort und Einzugsgebiet
Anschrift, Umkreis, typische Anfahrtszeit, Parksituation oder Werkstattzeiten. Die Angabe beantwortet die Zuständigkeitsfrage, bevor jemand vergeblich anruft.
6. Ein klarer nächster Schritt
Ein einziges Angebot am Seitenende: Formular oder Anruf, mit Ansprechperson, Erreichbarkeit und Antwortzeit. Zwei gleichrangige Wege am selben Ort halbieren die Entscheidung.
Diese sechs Blöcke sind keine Geschmacksfrage, sondern die Antwort auf die sechs Fragen aus dem vorherigen Abschnitt. Wer einen Block streicht, lässt eine Frage offen — und offene Fragen werden am Telefon geklärt oder gar nicht. Wer Blöcke hinzufügt, verlängert die Seite, ohne eine weitere Frage zu beantworten. Deshalb lohnt es sich, die Reihenfolge einmal festzulegen und danach nur noch Inhalte auszutauschen.
Das Kurzprofil in drei Sätzen
Der erste Block entscheidet, ob weitergelesen wird. Er besteht aus drei Sätzen und steht ohne Vorlauf am Anfang der Seite. Satz eins sagt, was der Betrieb macht, für wen und seit wann. Satz zwei sagt, wer die Arbeit macht und mit welcher Qualifikation. Satz drei sagt, was daraus für Kunden folgt. Kein Satz beginnt mit „Wir sind Ihr Partner“, weil dieser Anfang für jeden Betrieb funktioniert und deshalb für keinen etwas aussagt. Die folgende Vorlage lässt sich in zehn Minuten ausfüllen.
Satz 1 - Was, für wen, seit wann, von wo:
[Gewerk oder Leistung] in [Ort], seit [Jahr]
für [Zielgruppe] im [Gebiet].
Satz 2 - Wer arbeitet hier und mit welcher Qualifikation:
Geführt von [Funktion, z. B. Meisterin],
im Team [Anzahl] Gesellen und [Anzahl] Auszubildende.
Satz 3 - Was daraus für Kunden folgt:
Rückmeldung [Zeitrahmen], Einsatzgebiet [Umkreis],
feste Ansprechperson [Vorname].Die Vorlage ist bewusst eng. Sie zwingt dazu, Zahlen und Orte einzusetzen, wo sonst Adjektive stehen. Der Effekt zeigt sich beim Gegenlesen: Ein ausgefülltes Kurzprofil lässt sich von keinem anderen Betrieb wortgleich übernehmen, weil Jahr, Ort, Teamgröße und Einsatzgebiet unterschiedlich sind. Genau das ist der Zweck. Wie sich derselbe Ansatz auf Leistungsseiten übertragen lässt, beschreibt der Beitrag über verständliche Website-Texte.
| Floskel | Was daran nicht prüfbar ist | Belegbare Fassung |
|---|---|---|
| Seit vielen Jahren am Markt | Kein Jahr, keine Zahl, kein Bezugspunkt | Gegründet 1998, seit 2016 in zweiter Generation geführt |
| Ein starkes, eingespieltes Team | Keine Größe, keine Rollen, keine Namen | Fünf Personen: eine Meisterin, drei Gesellen, ein Auszubildender |
| Höchste Qualität und Zuverlässigkeit | Kein Maßstab, keine prüfende Stelle | Eingetragen in die Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer |
| Regional verwurzelt | Kein Gebiet, keine Entfernung | Einsatzgebiet im Umkreis von 40 Kilometern, Anfahrt meist unter 30 Minuten |
| Rund um die Uhr für Sie da | Keine Zeiten, keine Erreichbarkeit | Telefonisch werktags 7 bis 17 Uhr, Rückruf am selben Werktag |
| Innovativ und zukunftsorientiert | Kein Gegenstand, kein Zeitraum | Seit 2023 auch Wartung von Wärmepumpen, zwei Beschäftigte dafür geschult |
Das Team: Vorname, Funktion, Gesicht
Der Teamblock ist der Teil der Seite, an dem Betriebe am meisten zögern und am meisten gewinnen. Ein Foto mit Vorname und Funktion nimmt einer Anfrage die Anonymität: Wer weiß, dass am Telefon jemand mit Namen sitzt, ruft eher an. Für kleine Betriebe ist das ein echter Unterschied, denn dort führt der Weg zum Auftrag über eine Person und nicht über ein Callcenter. Vollständigkeit schlägt dabei Perfektion — vier ordentliche Porträts vor der Werkstatt wirken glaubwürdiger als zwei aufwendig gesetzte und zwei fehlende.
- Vorname und Funktion genügen in vielen Fällen. Der Nachname ist für Beschäftigte keine Pflichtangabe und lässt sich weglassen, wenn jemand das wünscht — für die Geschäftsführung gelten dagegen die Angaben der Anbieterkennzeichnung.
- Seit wann im Betrieb ist die unterschätzteste Angabe. Sie beantwortet unausgesprochen die Frage nach Fluktuation und Erfahrung, ohne dass darüber ein Wort verloren werden muss.
- Zuständigkeit statt Titel. „Terminplanung und Rückfragen“ hilft mehr als „Assistenz der Geschäftsleitung“, weil daraus hervorgeht, wann man diese Person erreichen möchte.
- Ein Satz pro Person, nicht fünf. Was die Person macht und woran man sie erkennt, reicht. Hobbys und Lieblingswerkzeuge sind Geschmackssache und verlängern die Seite auf dem Handy erheblich.
- Erreichbarkeit nur, wo sie stimmt. Eine Durchwahl gehört nur dann neben ein Porträt, wenn dort tatsächlich jemand abnimmt. Sonst führt der Teamblock zu Frust statt zu Kontakt.
- Kein gemischtes Bildmaterial. Zwei echte Fotos neben drei gekauften Motiven fallen auf und beschädigen den Eindruck stärker, als gar keine Fotos es täten.
Bleibt die Frage, ob Mitarbeitende überhaupt auf die Seite müssen. Sie müssen nicht. Fotos von Beschäftigten sind personenbezogene Daten, ihre Veröffentlichung braucht eine Rechtsgrundlage, und in der Praxis ist das die freiwillige, dokumentierte Einwilligung. Freiwillig heißt: Eine Ablehnung darf keine Nachteile haben. Wer nicht möchte, erscheint mit Vorname und Funktion ohne Bild — das ist kein Bruch im Layout, sondern eine normale Variante.
Einwilligung, Widerruf und das Ausscheiden aus dem Betrieb
Qualifikationen und Mitgliedschaften belegbar angeben
Dieser Block trägt die eigentliche Beweislast der Seite — und er ist zugleich der rechtlich empfindlichste. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb behandelt Angaben über die eigene Befähigung ausdrücklich. Nach Paragraf 5 Absatz 1 UWG (Bundesministerium der Justiz) handelt unlauter, wer eine irreführende geschäftliche Handlung vornimmt, die geeignet ist, jemanden zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er sonst nicht getroffen hätte. Und Paragraf 5 Absatz 2 Nummer 3 UWG (Bundesministerium der Justiz) zählt genau die Angaben auf, um die es auf einer Über-uns-Seite geht.
die Person, Eigenschaften oder Rechte des Unternehmers wie Identität, Vermögen einschließlich der Rechte des geistigen Eigentums, den Umfang von Verpflichtungen, Befähigung, Status, Zulassung, Mitgliedschaften oder Beziehungen, Auszeichnungen oder Ehrungen, Beweggründe für die geschäftliche Handlung oder die Art des Vertriebs
Damit sind Meisterbrief, Kammerzugehörigkeit, Innungsmitgliedschaft, Sachkundenachweise und Auszeichnungen keine Dekoration, sondern Angaben mit Prüfmaßstab. Zwei Fälle sind sogar ohne weitere Abwägung unzulässig: Der Anhang zu Paragraf 3 Absatz 3 UWG untersagt in Nummer 2 (Bundesministerium der Justiz) die Verwendung von Gütezeichen, Qualitätskennzeichen oder Ähnlichem ohne die erforderliche Genehmigung und in Nummer 4 (Bundesministerium der Justiz) die unwahre Angabe, ein Unternehmer oder eine Dienstleistung sei von einer öffentlichen oder privaten Stelle bestätigt, gebilligt oder genehmigt worden. Ein Siegel, das aus einer Bildersuche stammt, gehört damit nicht auf die Seite. Die Verbraucherzentrale weist ergänzend darauf hin, dass ein Siegel ohne entsprechenden Link auf eine Fälschung hindeuten kann (Verbraucherzentrale) — Besucher prüfen das inzwischen.
- Abschlüsse und Meisterbrief: Bezeichnung, Jahr und ausstellende Stelle. „Meisterbetrieb“ ohne Angabe des Gewerks ist deutlich schwächer als die vollständige Berufsbezeichnung mit zuständiger Handwerkskammer.
- Eintrag in die Handwerksrolle: Die zuständige Handwerkskammer und das Gewerk benennen. Diese Angabe lässt sich von außen überprüfen und wirkt genau deshalb.
- Innung und Verbände: Nur aktive Mitgliedschaften nennen, mit dem korrekten Namen der Innung. Eine beendete Mitgliedschaft gehört von der Seite entfernt, sobald sie endet.
- Sachkunde- und Befähigungsnachweise: Gegenstand, ausstellende Stelle und — wo es sie gibt — die Gültigkeitsdauer. Abgelaufene Nachweise sind ein häufiger Altbestand auf gewachsenen Seiten.
- Auszeichnungen: Verleihende Stelle, Jahr und, wenn möglich, ein Verweis auf die Bekanntgabe. Ohne diese drei Angaben bleibt die Auszeichnung besser weg.
- Versicherungen und Zulassungen: Wo eine Zulassung Voraussetzung für die Tätigkeit ist, gehört sie hierher — mit der Stelle, die sie erteilt hat.
Für einen Teil dieser Angaben gibt es ohnehin eine gesetzliche Pflicht, allerdings an anderer Stelle: Paragraf 5 Absatz 1 DDG (Bundesministerium der Justiz) verlangt in reglementierten Berufen die Angabe der Kammer, der gesetzlichen Berufsbezeichnung samt Verleihungsstaat sowie der berufsrechtlichen Regelungen und wie diese zugänglich sind. Diese Pflichtangaben stehen in der Anbieterkennzeichnung; welche Angaben dort vollständig hineingehören, behandelt der Beitrag über Impressum und Datenschutzerklärung. Auf der Über-uns-Seite dürfen dieselben Fakten in verständlicher Sprache wiederholt werden — das ersetzt die Anbieterkennzeichnung nicht, macht sie aber lesbar.
Die Faustregel für diesen Block
Arbeitsweise, Standort und Einzugsgebiet
Nach den Menschen und den Belegen folgt das Praktische. Beide Blöcke sind kurz und sparen im Betriebsalltag messbar Zeit, weil sie Rückfragen vorwegnehmen, die sonst am Telefon landen. Die Arbeitsweise beschreibt den Ablauf eines typischen Auftrags in vier bis sechs Schritten, in der Sprache der Kunden und nicht in der des Betriebs. Der Standortblock beantwortet die Zuständigkeitsfrage: Anschrift, Umkreis, Anfahrtszeit, gegebenenfalls Werkstatt- oder Ladenzeiten.
- Erstkontakt: Über welchen Weg Anfragen ankommen und wie schnell eine Rückmeldung erfolgt. Ein konkreter Zeitrahmen wirkt stärker als das Wort „zeitnah“.
- Termin vor Ort oder Ferndiagnose: Was beim ersten Termin passiert, wie lange er dauert und ob er etwas kostet. Diese Frage stellt fast jeder Anrufer.
- Angebot: In welcher Form es kommt, wie lange es gilt und was darin enthalten ist. Hier gehört auch der Hinweis hin, wenn eine Kostenschätzung ohne Ortstermin nicht möglich ist.
- Ausführung: Wer kommt, mit wie vielen Personen, in welchem Zeitfenster, und was Kunden vorbereiten sollten. Der letzte Punkt spart auf beiden Seiten Aufwand.
- Abnahme und Rechnung: Wie die Abnahme abläuft, wann die Rechnung kommt und welche Zahlungswege möglich sind. Auch Gewährleistungsfristen lassen sich hier in einem Satz nennen.
- Was der Betrieb nicht übernimmt: Ein ehrlicher Ausschluss verhindert Anfragen, die weder Kunde noch Betrieb weiterbringen — und wirkt glaubwürdiger als ein Leistungsversprechen ohne Grenzen.
Beim Standort lohnt eine Unterscheidung. Die vollständige Anschrift gehört auf die Kontaktseite und in die Anbieterkennzeichnung; auf der Über-uns-Seite steht die Einordnung: aus welcher Region der Betrieb kommt, wie weit er fährt und was das für die Anfahrt bedeutet. Wer darüber hinaus in mehreren Orten gefunden werden möchte, braucht dafür keine aufgeblähte Über-uns-Seite, sondern eine saubere lokale Grundlage — beschrieben im Beitrag zur lokalen Sichtbarkeit für Betriebe.
Echte Fotos statt gekaufter Motive
Das gekaufte Gruppenfoto mit fünf lachenden Menschen vor einer Glasfassade ist das Erkennungszeichen einer unbearbeiteten Über-uns-Seite. Besucher durchschauen es, weil dieselben Motive auf vielen Seiten gleichzeitig auftauchen, und der Effekt kehrt sich um: Statt Vertrauen entsteht der Eindruck, dass der Betrieb nichts Eigenes zu zeigen hat. Zwei einfache Motive genügen als Ersatz — die Menschen vor dem Betrieb oder Fahrzeug und eine Aufnahme aus der tatsächlichen Arbeit. Beides entsteht mit dem Gerät, das ohnehin vorhanden ist: Etwa neun von zehn (Bitkom) Menschen in Deutschland nutzen ein Smartphone, dessen Kamera für Webbilder mehr als genug Auflösung liefert.
Wichtig ist die Reihenfolge: erst die Einwilligung, dann die Aufnahme, dann die Veröffentlichung. Nach Paragraf 22 KunstUrhG (Bundesministerium der Justiz) gilt die Einwilligung im Zweifel als erteilt, wenn die abgebildete Person für das Abbilden eine Entlohnung erhalten hat — bei Beschäftigten ist das keine tragfähige Grundlage, weil deren Lohn für die Arbeit gezahlt wird und nicht für das Bild. Halten Sie die Einwilligung deshalb gesondert fest. Welche Motive sich lohnen, welche Bildrechte an gekauften Dateien hängen und wie ein Fototermin in einer Stunde abläuft, beschreibt der Beitrag über Fotos für die Website und ihre Bildrechte.
Das Mindestmaß an Bildern
Zahlen nur, wenn sie belegbar sind
Zahlen wirken auf einer Über-uns-Seite stärker als jedes Adjektiv — und sie sind der häufigste Anlass für Ärger. „Über 2.000 zufriedene Kunden“ klingt harmlos, setzt aber eine zählbare Grundlage voraus, die in vielen Betrieben nicht existiert. Neben der irreführenden Angabe kennt das Gesetz auch die Irreführung durch Unterlassen: Nach Paragraf 5a Absatz 1 UWG (Bundesministerium der Justiz) handelt unlauter, wer eine wesentliche Information vorenthält, die für eine informierte Entscheidung benötigt wird. Paragraf 5a Absatz 2 UWG (Bundesministerium der Justiz) stellt dem gleich, wenn wesentliche Informationen unklar, unverständlich oder zweideutig bereitgestellt werden. Eine Kennzahl ohne Bezugsgröße fällt genau in dieses Muster.
| Aussage auf der Seite | Nachweis, den sie voraussetzt | Wenn der Nachweis fehlt |
|---|---|---|
| Über 2.000 zufriedene Kunden | Zählbare Aufträge und eine Definition von zufrieden | Auf abgeschlossene Aufträge im Zeitraum umstellen oder weglassen |
| Ausgezeichnet als Top-Betrieb | Verleihende Stelle, Jahr, Kriterien, Bekanntgabe | Aussage entfernen, solange die Quelle nicht benannt werden kann |
| Zertifiziert nach anerkannten Standards | Norm, Zertifikatsnummer, prüfende Stelle, Gültigkeit | Die konkrete Norm nennen oder den Punkt streichen |
| Der führende Betrieb der Region | Marktanteile aus einer prüfbaren Erhebung | Auf belegbare Merkmale umstellen, etwa Gründungsjahr und Teamgröße |
| 98 Prozent Weiterempfehlung | Methode, Zeitraum, Grundgesamtheit, Rücklauf | Methode angeben oder die Kennzahl weglassen |
| Über 30 Jahre Erfahrung | Gründungsjahr oder addierte Berufsjahre, klar bezeichnet | Präzisieren, etwa Gründungsjahr nennen oder Berufsjahre im Team summieren |
Es gibt einen einfachen Ausweg aus dieser Falle: Ersetzen Sie jede geschätzte Zahl durch eine, die im Betrieb ohnehin geführt wird. Gründungsjahr, Zahl der Beschäftigten, Zahl der Ausbildungsplätze, Einsatzradius in Kilometern, Reaktionszeit auf Anfragen. Diese Angaben sind belegbar, sie unterscheiden den Betrieb von anderen, und sie lassen sich beim nächsten Wechsel in einer Minute aktualisieren. Wie sich solche Angaben in Sätze übersetzen, die Kunden ohne Rückfrage verstehen, zeigt der Beitrag über Website-Texte, die verstanden werden.
Der nächste Schritt und die Verzahnung mit anderen Seiten
Die Über-uns-Seite endet nicht mit einem Satz über die Zukunft, sondern mit einem Angebot. Einem einzigen. Zwei gleichrangige Wege am selben Ort — Formular hier, Telefonnummer dort, dazu noch ein Rückrufwunsch — verteilen die Aufmerksamkeit, statt sie zu bündeln. Sinnvoll ist der Weg, der im Betrieb am zuverlässigsten bearbeitet wird, ergänzt um Ansprechperson, Erreichbarkeit und Antwortzeit. Der zweite Weg darf danebenstehen, aber optisch nachrangig.
- Ein Ziel pro Seitenende. Formular oder Anruf, nicht beides gleich groß. Der jeweils andere Weg steht als kleiner Zusatz darunter.
- Antwortzeit benennen. „Rückmeldung am selben Werktag bis 16 Uhr“ ist eine Aussage; „schnellstmöglich“ ist keine. Nennen Sie nur, was der Betrieb einhalten kann.
- Keine Wiederholung der Kontaktseite. Öffnungszeiten, Anfahrtsbeschreibung und Formularfelder gehören dorthin — die Über-uns-Seite verweist nur.
- Karriere getrennt halten. Offene Stellen bekommen eine eigene Seite mit eigener Adresse; auf der Über-uns-Seite steht höchstens ein einzeiliger Verweis.
- Leistungen verlinken, nicht beschreiben. Wer nach dem Teamblock überzeugt ist, will zurück zur Leistung — ein Verweis genügt, eine Zusammenfassung schadet.
- Auf dem Handy prüfen. Der nächste Schritt sollte ohne Zoom erreichbar und mit dem Daumen bedienbar sein; das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Die Verzahnung mit den Nachbarseiten folgt einer klaren Aufgabenteilung. Die Kontaktseite nimmt Anfragen entgegen und erklärt, was nach dem Absenden passiert — wie ein Formular dafür aufgebaut sein sollte, steht im Beitrag über das Kontaktformular als Anfragekanal. Die Karriereseite spricht Bewerbende an, mit eigener Ansprache und eigener Adresse; 346.000 (Zentralverband des Deutschen Handwerks) junge Menschen werden allein im Handwerk ausgebildet, und diese Zielgruppe liest andere Inhalte als ein Auftraggeber — Details im Beitrag zur Karriereseite für Fachkräfte. Und wo die Über-uns-Seite im Gesamtaufbau steht, welche Seiten sie umgeben und wie das Menü dazu aussieht, ordnet der Seitenplan für Unternehmenswebsites ein.
In acht Schritten umgesetzt
Der Umbau einer bestehenden Über-uns-Seite dauert erfahrungsgemäß zwei bis drei Stunden, verteilt auf zwei Termine (Projekterfahrung) — der größere Teil davon entfällt auf die Fotos. Die folgende Reihenfolge hat sich bewährt, weil sie mit dem beginnt, was ohne Abstimmung erledigt werden kann.
- Bestand lesen und streichen. Jeden Satz entfernen, den ein Wettbewerber wortgleich übernehmen könnte. Was übrig bleibt, ist die Ausgangslage.
- Kurzprofil ausfüllen. Die Drei-Satz-Vorlage mit Jahr, Ort, Zielgruppe, Teamgröße und Einsatzgebiet füllen. Zehn Minuten, ohne Rückfragen an Dritte.
- Nachweise zusammensuchen. Meisterbrief, Kammerbescheinigung, Innungsnachweis, Sachkundenachweise, Zertifikate. Was sich nicht findet, kommt nicht auf die Seite.
- Team abstimmen. Wer erscheint mit Foto, wer nur mit Vorname und Funktion? Einwilligungen schriftlich einholen und mit Datum ablegen.
- Fotos machen. Ein Termin, eine Stunde, bedeckter Himmel: Porträts, ein Gruppenbild, zwei Arbeitsaufnahmen. Danach Dateinamen und Alternativtexte vergeben.
- Arbeitsweise aufschreiben. Den zuletzt abgeschlossenen Auftrag als Vorlage nehmen und in vier bis sechs Schritte übersetzen, inklusive Zeitrahmen.
- Zahlen prüfen. Jede Zahl auf der Seite gegen einen Nachweis halten. Ohne Nachweis wird gestrichen, nicht relativiert.
- Nächsten Schritt setzen und mobil testen. Ein Ziel am Seitenende, mit Ansprechperson und Antwortzeit, und die fertige Seite einmal auf dem Handy von oben nach unten durchgehen.
Wie XICflow die Seite füllt
Der Grund, warum Über-uns-Seiten so oft aus Floskeln bestehen, ist selten Unwille. Es ist die leere Seite: Wer keine Struktur vorfindet, schreibt das, was ihm zuerst einfällt, und das sind die Wörter, die überall stehen. XICflow dreht die Reihenfolge um. Die Über-uns-Seite entsteht mit den sechs Bausteinen als fertigem Gerüst, und gefüllt wird sie aus den Angaben, die im Briefing ohnehin abgefragt werden — Gewerk, Gründungsjahr, Team, Nachweise, Einsatzgebiet.
Struktur statt weißes Blatt
Kurzprofil, Team, Qualifikationen, Arbeitsweise, Standort und nächster Schritt liegen als Blöcke bereit — in der Reihenfolge, die der Lesebewegung folgt, mit Feldern für Jahr, Gewerk, Teamgröße und Einsatzgebiet.
Team- und Qualifikationsblöcke
Je Person Vorname, Funktion, Eintrittsjahr und Bild; je Nachweis Bezeichnung, Stelle und Jahr. Kommt jemand hinzu oder scheidet aus, wird ein Eintrag geändert statt einer Seite umgebaut.
Barrierefrei und ohne Fremdskripte
Alternativtexte, Kontraste und Tastaturbedienung gehören zum Standard; Team- und Nachweisblöcke laden keine fremden Skripte nach. Die Seite bleibt statisch ausgeliefert und damit schnell.
Wie der Weg vom Briefing bis zur veröffentlichten Seite aussieht, beschreibt die Seite So funktioniert XICflow; welche Bausteine darüber hinaus zur Verfügung stehen, zeigt die Übersicht der Funktionen. Was ein solcher Aufbau kostet, steht in der Tarifübersicht, und wie er sich zu anderen Wegen zur eigenen Website verhält, ordnet der Vergleich der Umsetzungswege ein.
Ein Siegel ohne entsprechenden Link kann auf eine Fälschung hindeuten.
Die Kurzfassung
Quellen und Studien