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Barrierefreiheit

Markenfarben für die Website: lesbar und kontraststark

Aus der Logofarbe eine Webpalette mit Rollen ableiten: Text, Fläche, Knopf, Akzent und Fokus mit genug Kontrast nach WCAG 2.2, mit Beispielwerten und Prüfplan.

17 Min. Lesezeit FarbenKontrastBarrierefreiheitFlow DesignWCAG

Die Logofarbe wurde für das Schild über der Tür, den Briefkopf und den Firmenwagen ausgesucht, nicht für Fließtext auf weißem Grund. Trotzdem landet sie auf vielen Websites unverändert in Überschriften, Links und Knöpfen, und genau dort wird sie zum Problem. Auf 83,9 Prozent der Startseiten der eine Million meistbesuchten Websites fand WebAIM im Februar 2026 Text mit zu schwachem Kontrast, ein Jahr zuvor waren es 79,1 Prozent (WebAIM Million 2026). Zu schwacher Kontrast war damit der am häufigsten gefundene Barrierefreiheitsfehler der Untersuchung. Dieser Beitrag zeigt, wie aus einer einzigen Markenfarbe eine Webpalette mit klaren Rollen wird: eine Farbe für Text und Links, eine für Flächen, eine für Knöpfe, ein Akzent für Linien und Hervorhebungen und eine für den Fokus. Dazu kommen die Schwellenwerte der WCAG, ein durchgerechnetes Beispiel, die Stellen, an denen Farbe nicht das einzige Signal sein darf, und ein Prüfplan für die eigene Website.

Aus der Logofarbe wird eine lesbare WebpaletteFünf Rollen, je Rolle ein Kontrastwert nach WCAG 2.2 – Schwelle für Fließtext 4,5:1Logofarbe#17A98DAls Schrift auf WeißJetzt anfragen2,96:1 – unter 4,5:1Als Fläche, dunkle SchriftJetzt anfragen4,81:1 – besteht AAAuf Schwarz: 7,10:1Abgeleitete Palette mit RollenText und Links6,46:1#006B5A auf WeißKnopf9,80:1Weiße Schrift auf #004D43Helle Fläche8,79:1#004D43 auf #E6F6F2Akzent2,62:1#ACA316 als Schrift auf WeißFokusrahmen9,80:1#004D43 gegen Weiß, Schwelle 3:1Schwelle Fließtext 4,5:1Knopf-VorschauNormalTermin anfragenMit FokusrahmenTermin anfragen83,9 %der Startseiten mit zuschwachem Textkontrast2025: 79,1 %Quelle: WebAIM Million 2026

Das Logo ist ausgenommen, die Schrift nicht

Nach WCAG 2.2 hat Text, der Teil eines Logos oder Markennamens ist, keine Kontrastanforderung (W3C, WCAG 2.2). Die Ausnahme endet am Rand des Logos. Überschriften, Preise, Links und Knopfbeschriftungen in Markenfarbe sind gewöhnlicher Text und müssen die Schwellenwerte erreichen. Ein Logo muss also nicht umgestaltet werden, damit die Website lesbar wird.

Was 4,5:1 bedeutet

Das Kontrastverhältnis vergleicht die relative Helligkeit zweier Farben. Es reicht von 1:1 bei zwei gleichen Farben bis 21:1 bei Schwarz auf Weiß (W3C, WCAG 2.2).

Die WCAG 2.2 legen für die Stufe AA fest, dass normaler Text mindestens 4,5:1 erreicht (W3C, WCAG 2.2); großer Text kommt mit 3:1 aus (W3C, WCAG 2.2). Als groß gilt Text ab 18 Punkt oder ab 14 Punkt fett, in CSS-Pixeln sind das etwa 24 Pixel beziehungsweise 18,5 Pixel (W3C, Understanding WCAG 2.2). Für die höchste Stufe AAA verlangen die Richtlinien 7:1 für normalen Text (W3C, WCAG 2.2). Bedienelemente und Grafiken, die zum Verständnis nötig sind, brauchen mindestens 3:1 gegenüber den angrenzenden Farben (W3C, WCAG 2.2). Wie sich die Schriftwahl auf die Lesbarkeit auswirkt und welche Schriften sich gut kombinieren lassen, zeigt der Beitrag Schriften für die Website wählen.

Die Zahl ist nicht willkürlich gewählt. Nach der Begründung des W3C gleicht 4,5:1 den Verlust an Kontrastempfindlichkeit aus, den Menschen mit einer Sehschärfe von etwa 20/40 haben, als Dezimalwert 0,5 (W3C, Understanding WCAG 2.2). Diese Sehschärfe gilt laut W3C als typischer Wert für ältere Menschen um 80 Jahre (W3C, Understanding WCAG 2.2). Die Stufe AAA mit 7:1 ist auf eine Sehschärfe von etwa 20/80 ausgelegt (W3C, Understanding WCAG 2.2). Wer dabei nur an eine kleine Gruppe denkt, unterschätzt die Lage. Zum Jahresende 2025 lebten in Deutschland gut 7,8 Millionen Menschen mit schwerer Behinderung (Statistisches Bundesamt), gut ein Drittel von ihnen, 34 Prozent, war 75 Jahre und älter (Statistisches Bundesamt). Bei 4 Prozent der schwerbehinderten Menschen war Blindheit oder eine Sehbehinderung die schwerste Behinderung (Statistisches Bundesamt). Dazu kommen alle, die nicht als schwerbehindert erfasst sind und trotzdem schlechter sehen: ältere Kundinnen und Kunden, Menschen mit Farbsehschwäche, nach Angaben des US-amerikanischen National Eye Institute etwa einer von zwölf Männern (National Eye Institute), und alle, die das Telefon in der Mittagssonne halten.

Tabelle waagerecht wischen

ElementMindestkontrast nach WCAG 2.2Erfolgskriterium
Fließtext, Links, Preise, Formularbeschriftungen4,5:1 auf Stufe AA, 7:1 auf Stufe AAA1.4.3 und 1.4.6
Großer Text ab etwa 24 Pixel oder 18,5 Pixel fett3:1 auf Stufe AA, 4,5:1 auf Stufe AAA1.4.3 und 1.4.6
Rahmen von Eingabefeldern, Symbole, Zustände wie Fokus oder Auswahl3:1 gegenüber den angrenzenden Farben1.4.11
Fokusanzeigesichtbar auf Stufe AA; auf Stufe AAA mindestens so groß wie ein 2 Pixel breiter Rahmen und 3:1 zwischen fokussiert und nicht fokussiert2.4.7 und 2.4.13
Logo und Markennamekeine AnforderungAusnahme in 1.4.3
Deaktivierte Bedienelemente und reine Dekorationkeine AnforderungAusnahmen in 1.4.3 und 1.4.11

Aus einer Markenfarbe wird eine Palette mit Rollen

Der Ausweg ist nicht, die Markenfarbe aufzugeben, sondern sie in Stufen zu denken.

Farbton und Sättigung bleiben, die Helligkeit wird je Einsatz angepasst: dunkler für Schrift, sehr hell für Flächen, unverändert dort, wo die Farbe als Fläche, Linie oder große Zahl wirkt. So entsteht eine Familie von Farben, die erkennbar zur Marke gehört und an jeder Stelle lesbar bleibt. Hilfreich ist, die Palette nicht nach Farbnamen, sondern nach Rollen zu benennen. Wer einmal festlegt, welche Farbe Text trägt, welche Knöpfe füllt und welche den Fokus zeigt, entscheidet beim nächsten Baustein nicht mehr nach Gefühl, und neue Seiten passen zu den bestehenden.

  1. Text und Links: die dunkle Stufe der Markenfarbe, die auf Weiß mindestens 4,5:1 erreicht. Links im Fließtext bekommen zusätzlich eine Unterstreichung.
  2. Fläche: eine sehr helle Stufe für Bänder, Karten und Hinweiskästen. Darauf steht dunkle Schrift, und auch diese Kombination wird gemessen.
  3. Knopf: eine dunkle, satte Stufe als Knopffläche mit weißer Schrift oder eine helle Stufe mit dunkler Schrift. Gemessen wird die Beschriftung gegen die Knopffläche.
  4. Akzent: die Logofarbe selbst oder eine Zweitfarbe für Linien, Symbole, Flächen und große Zahlen, also dort, wo sie nicht als kleiner Text gelesen werden muss.
  5. Fokus: eine Farbe für den Rahmen um das gerade angesteuerte Element, die sich vom Seitenhintergrund und vom Element selbst abhebt.
  6. Zustände: Abstufungen für Überfahren mit der Maus, gedrückt, ausgewählt und Fehler, jeweils mit eigener Messung.

Ein durchgerechnetes Beispiel zeigt, wie groß die Unterschiede sind. Angenommen, ein Betrieb führt das Logogrün #17A98D. Alle Verhältnisse in der Tabelle sind mit der Formel der WCAG berechnet und lassen sich mit jedem Kontrastrechner nachvollziehen. Zwei Dinge fallen auf. Erstens reicht das Logogrün als Schrift auf Weiß mit 2,96:1 nicht einmal für große Überschriften; gegen Schwarz erreicht dieselbe Farbe 7,10:1. Eine Farbe ist also nicht gut oder schlecht, sie passt zu bestimmten Hintergründen. Zweitens fällt ein Knopf in Logogrün mit weißer Beschriftung durch, mit dunkler Beschriftung in #00312B besteht er. Wer die Logofarbe für Knöpfe behalten will, ändert die Schriftfarbe, nicht die Marke. Wer weiße Beschriftung möchte, nimmt für die Knopffläche eine dunklere Stufe derselben Farbe.

Tabelle waagerecht wischen

RolleKombinationVerhältnisBewertung
Logofarbe als Schrift#17A98D auf Weiß2,96:1reicht weder für Fließtext noch für großen Text
Logofarbe als FlächeSchrift #00312B auf #17A98D4,81:1besteht AA für Fließtext
Text und Links#006B5A auf Weiß6,46:1besteht AA
KnopfWeiß auf #004D439,80:1besteht AA und AAA
Helle Fläche#004D43 auf #E6F6F28,79:1besteht AA und AAA
Akzent Gold als Schrift#ACA316 auf Weiß2,62:1zu schwach für Schrift und Bedienelemente, nur als Schmuckfläche
Fokusrahmen#004D43 gegen Weiß9,80:1deutlich über 3:1

Knöpfe, Links und Zustände

Ein Knopf besteht für die Prüfung aus zwei Kombinationen: der Beschriftung auf der Knopffläche und der Knopffläche auf dem Seitenhintergrund. Die Beschriftung ist Text und braucht 4,5:1.

Ob die Fläche selbst 3:1 gegenüber dem Hintergrund braucht, hängt davon ab, ob man den Knopf ohne seine Umrisse noch als Knopf erkennt. Ein hellgrauer Kasten mit hellgrauer Kante auf weißem Grund wird in der Praxis leicht übersehen; wer beide Werte erreicht, muss darüber nicht diskutieren. Bei Links im Fließtext kommt eine zweite Regel dazu: Farbe darf nicht das einzige visuelle Mittel sein, um ein Element zu unterscheiden (W3C, WCAG 2.2). Ein Link, der sich nur im Farbton vom umgebenden Text unterscheidet, braucht deshalb ein zweites Merkmal; als solches zählt nach dem W3C auch ein Helligkeitsunterschied mit einem Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 zum umgebenden Text (W3C, Understanding WCAG 2.2). Am einfachsten zu erkennen bleibt die Unterstreichung. Für jeden Knopf gehören diese Zustände auf die Prüfliste:

  • Normal: Beschriftung gegen Knopffläche mindestens 4,5:1
  • Überfahren mit der Maus: Die Fläche darf heller oder dunkler werden, die Beschriftung bleibt dabei über 4,5:1
  • Fokus: ein sichtbarer Rahmen mit etwas Abstand zum Knopf, der sich vom Hintergrund abhebt
  • Gedrückt und ausgewählt: zusätzlich zur Farbe ein Merkmal wie Haken, Unterstrich oder fette Schrift
  • Deaktiviert: von der Kontrastanforderung ausgenommen, aber mit einem Hinweis, warum der Knopf gerade nicht reagiert
  • Fehler: ein roter Rahmen, ergänzt um einen Text, der den Fehler benennt

Besonders oft geht dabei der Fokus verloren. 67 Prozent der Websites entfernen den voreingestellten Fokusrahmen des Browsers ausdrücklich per CSS (HTTP Archive Web Almanac 2025). Setzt die Seite keinen eigenen Fokusstil an seine Stelle, verschwindet für Menschen, die mit der Tastatur navigieren, die Anzeige, wo sie sich gerade befinden. Die WCAG verlangen auf Stufe AA, dass der Fokus sichtbar ist (W3C, WCAG 2.2); was einen Zustand wie den Fokus erkennbar macht, braucht mindestens 3:1 gegenüber den angrenzenden Farben (W3C, Understanding WCAG 2.2). Im Beispiel scheitert ein goldener Fokusrahmen in #ACA316 mit 2,62:1 auf weißem Grund, ein Rahmen in der dunklen Markenstufe #004D43 erreicht 9,80:1. Einen guten Richtwert liefert die Stufe AAA: eine Fokusanzeige mindestens so groß wie ein 2 Pixel breiter Rahmen um das Element und mit 3:1 zwischen fokussiertem und nicht fokussiertem Zustand (W3C, WCAG 2.2). Wie Zustandswechsel mit Bewegung ruhig bleiben, beschreibt der Beitrag zu Animationen auf der Website. In CSS lässt sich die Palette nach Rollen so festhalten:

palette.css
/* Palette nach Rollen, nicht nach Farbnamen */
:root {
  --color-brand:   #17a98d; /* Logofarbe: nur Fläche, Linie, große Zahl */
  --color-text:    #006b5a; /* 6,46:1 auf Weiß */
  --color-button:  #004d43; /* weiße Schrift darauf: 9,80:1 */
  --color-surface: #e6f6f2; /* #004d43 darauf: 8,79:1 */
  --color-accent:  #aca316; /* nicht als Schrift auf Weiß (2,62:1) */
  --color-focus:   #004d43; /* 9,80:1 gegen Weiß */
}

a { color: var(--color-text); text-decoration: underline; text-underline-offset: 0.15em; }

.button { background: var(--color-button); color: #fff; }
.button:hover { background: var(--color-text); } /* weiße Schrift: 6,46:1 */

:focus-visible { outline: 3px solid var(--color-focus); outline-offset: 3px; }

Wo Farbe nicht das einzige Signal sein darf

Die Regel aus dem Abschnitt über Links gilt weit darüber hinaus.

Nach Erfolgskriterium 1.4.1 darf Farbe nicht das einzige visuelle Mittel sein, um eine Information zu vermitteln, eine Aktion anzuzeigen, eine Reaktion anzufordern oder ein Element zu unterscheiden (W3C, WCAG 2.2). Der Grund sind vor allem Farbsehschwächen: Die häufigste Form erschwert es, Rot und Grün zu unterscheiden (National Eye Institute). Ein rot markiertes Pflichtfeld neben einem grünen, ein grüner Punkt für „frei“ und ein roter für „ausgebucht“ sehen für einen Teil der Kundschaft gleich aus. Dazu kommt, dass Farbunterschiede in Graustufen-Ausdrucken, auf matten Displays und in starkem Sonnenlicht verschwimmen. Die Lösung ist in aller Regel dieselbe: Farbe behalten und ein zweites Merkmal ergänzen, also Text, Symbol, Muster oder Form. Wie Fehlermeldungen und Linktexte so formuliert werden, dass sie auch ohne Farbe verständlich sind, zeigt der Beitrag Barrierefreie Texte verständlich schreiben.

Fehlermeldungen

Ein roter Rahmen allein sagt nicht, was falsch ist. Der Satz „Bitte geben Sie eine Telefonnummer an“ unter dem Feld sagt es, auch ohne Farbe.

Pflichtfelder

Ein Sternchen mit einer Erklärung am Anfang des Formulars oder das Wort „Pflichtfeld“ in der Beschriftung, statt nur einer roten Beschriftung.

Links im Fließtext

Die Unterstreichung bleibt. Ein Link, der nur farbig ist, verschwindet für Menschen mit Farbsehschwäche im umgebenden Text.

Status und Verfügbarkeit

„Frei“, „Wenige Plätze“ oder „Ausgebucht“ als Wort neben dem farbigen Punkt, damit die Belegung auch in Graustufen lesbar ist.

Diagramme

Linien mit Beschriftung direkt am Ende, Balken mit Wert, Muster oder Formen statt eines reinen Farbunterschieds zwischen den Reihen.

Aktiver Menüpunkt

Ein Unterstrich, fette Schrift oder eine Markierung an der Seite zeigt, wo man sich befindet, nicht nur eine andere Farbe.

Hellgrauer Hilfstext

Hellgrauer Text wirkt elegant und ist für Kleingedrucktes wie Preisangaben, Fristen und Hinweise eine verbreitete Falle. Ein Grau wie #999999 erreicht auf Weiß nur 2,85:1, das etwas dunklere #767676 kommt auf 4,54:1. Platzhaltertext in Formularfeldern ist meist ebenso hell gesetzt; er ersetzt keine sichtbare Beschriftung, und nach dem W3C gilt die Kontrastanforderung für Text auch für ihn.

So prüfen Sie Ihre Farbkombinationen

  • Alle Farben der Website mit Hex-Wert notieren: Schrift, Links, Knöpfe, Flächen, Rahmen und Symbole
  • Jede Schriftfarbe gegen jeden Hintergrund messen, auf dem sie tatsächlich vorkommt, auch auf getönten Bändern und Karten
  • Für jede Kombination unter 4,5:1 entscheiden: dunkler setzen, nur für große Schrift verwenden oder nur als Fläche einsetzen
  • Mit der Tabulatortaste durch die Seite gehen und prüfen, ob der Fokus an jeder Stelle sichtbar ist
  • Die Seite in Graustufen ansehen: Was dann nicht mehr unterscheidbar ist, hängt nur an der Farbe
  • Den Dunkelmodus und Text auf Bildern oder Verläufen gesondert prüfen
  • Das Ergebnis als Farbtabelle mit Rollen festhalten, damit neue Seiten dieselben Kombinationen nutzen

Rechtlich ist Kontrast für viele Betriebe mehr als eine Empfehlung. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt unter anderem für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, die für Verbraucher nach dem 28. Juni 2025 erbracht werden (Paragraf 1 Absatz 3 Nummer 5 BFSG). Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten oder erbringen, sind von den Barrierefreiheitsanforderungen ausgenommen (Paragraf 3 Absatz 3 BFSG). Wer darunter fällt, klärt der Beitrag zur BFSG-Ausnahme für Kleinstunternehmen; was das Gesetz für Websites insgesamt bedeutet, steht im Überblick zum BFSG für Unternehmen. Unabhängig von der Rechtslage gilt: Ein Text, den ein Teil der Kundschaft nicht lesen kann, wirkt wie ein Text, der fehlt. Eine Kontrastprüfung muss dabei kein Projekt sein; für die Website eines kleinen Betriebs reicht oft schon die Liste oben.

Die Marke bleibt, die Stufe wechselt

Eine Markenfarbe muss nicht auf jeder Fläche dieselbe Helligkeit haben. Als Palette mit Rollen, dunkel für Schrift, hell für Flächen, kräftig für Akzente und gut sichtbar für den Fokus, bleibt sie erkennbar und wird an jeder Stelle lesbar. Gemessen wird jede Kombination, die auf der Seite tatsächlich vorkommt, im hellen wie im dunklen Modus.
Dieser Artikel basiert auf Daten aus: WebAIM Million 2026 (Startseiten der eine Million meistbesuchten Websites, Daten vom Februar 2026), HTTP Archive Web Almanac 2025 (Kapitel Accessibility), W3C Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2 und Understanding WCAG 2.2, Statistisches Bundesamt (Pressemitteilung Nr. 246 vom 13. Juli 2026), National Eye Institute (Color Blindness), Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (Paragrafen 1 und 3) in der bei gesetze-im-internet.de veröffentlichten Fassung sowie der XICflow-Dokumentation (Marke und Design; Veröffentlichen und Domains), abgerufen im Oktober 2026. Die Kontrastverhältnisse der Beispielpalette sind mit der Formel der WCAG 2.2 berechnet.