Zum Inhalt springen
Website-Grundlagen

Startseite aufbauen: was in den ersten Bildschirm gehört

Was gehört in den ersten Bildschirm der Startseite? Leistung und Ort, Nutzenzeile, ein Anfrageweg und ein Vertrauensbeleg, auf Handy und Desktop geprüft.

16 Min. Lesezeit StartseiteSeitenaufbauConversionVorlagenWebsite-Grundlagen

Wer eine Adresse von der Visitenkarte abtippt oder im Unternehmensprofil auf den Link zur Website tippt, landet auf der Startseite. Ihr oberster Teil ist der Bereich, den jeder Besucher sieht, bevor er scrollt, und dort entscheidet sich in wenigen Augenblicken, ob er bleibt: Bin ich hier richtig, mit meinem Anliegen und in meiner Gegend? Lohnt es sich weiterzulesen? Wie komme ich zu einem Termin oder einem Angebot? Der Beitrag über den Seitenplan einer Unternehmenswebsite beschreibt die Aufgabe der Startseite knapp: in einem Satz sagen, was der Betrieb macht, für wen und wo, darunter die Leistungen als Einstiege, ein Beleg für Vertrauen und der nächste Schritt. Dieser Beitrag geht eine Ebene tiefer. Er zeigt, welche vier Bausteine in den ersten Bildschirm gehören, wie sie sich zwischen Desktop und Handy verschieben, in welcher Reihenfolge die Abschnitte darunter bis zur Fußzeile folgen und wie Sie den ersten Bildschirm prüfen, bevor die Seite online geht.

Startseite: was in den ersten Bildschirm gehörtVier Zonen über dem Falz, darunter die Folgeabschnitte, am Desktop und am HandyBadsanierungin HildesheimPlanung bis Fliese aus einer Hand,ein fester AnsprechpartnerTermin anfragenoder anrufenMeisterbetriebReferenzen vor OrtFalzLeistungen als EinstiegeBelege und AblaufHäufige FragenFußzeile: Impressum, Datenschutz1234Badsanierungin HildesheimPlanung bis Fliese,ein AnsprechpartnerTermin anfragenMeisterbetrieb, ReferenzenFalzBild der ArbeitLeistungenBelege und AblaufFragen und Fußzeile1234Die vier Zonen1Leistung und Ort2Nutzenzeile3Anfrage-Knopf4VertrauenselementBetrachtungszeitrund57 %der Betrachtungszeitüber dem Falzder Rest verteilt sichweiter nach untenNielsen Norman Group 2018Desktop, Seiten allgemein

Was die Zahlen nicht sagen

Die Studie misst Seiten allgemein, nicht nur Startseiten, und sie wurde an großen Desktop-Bildschirmen erhoben, nicht am Handy. Sie belegt, dass der obere Teil einer Seite den größten Teil der Aufmerksamkeit bekommt. Sie belegt nicht, dass bestimmte Elemente im ersten Bildschirm mehr Anfragen bringen. Für die Startseite folgt daraus eine Regel der Reihenfolge, keine Erfolgsformel: Was für die Entscheidung des Besuchers am wichtigsten ist, steht oben.

Vier Bausteine über dem Falz

Der erste Bildschirm muss nicht alles erklären. Er muss drei Fragen beantworten, die sich ein Besucher in den ersten Augenblicken stellt: Bin ich hier richtig? Lohnt es sich weiterzulesen? Wie geht es weiter?

Dafür reichen vier Bausteine, die sich auf fast jede Startseite übertragen lassen, ob Handwerksbetrieb, Praxis, Kanzlei oder Ladengeschäft. Ein Bild kann sie ergänzen, wenn es etwas Echtes zeigt: das Team, die Werkstatt, eine fertige Arbeit. Es ist der Rahmen für die vier Bausteine, nicht ihr Ersatz. Wie die Überschrift typografisch wirkt und ob sie auf dem Handy in zwei Zeilen lesbar bleibt, hängt an der Schriftwahl; dazu mehr im Beitrag über Schriften für die Website.

Leistung und Ort

Die Hauptüberschrift nennt, was der Betrieb macht und wo: „Badsanierung in Hildesheim und Umgebung“ statt „Herzlich willkommen“. Sie verwendet die Wörter, die Kunden selbst in die Suche tippen. Der Firmenname steht im Logo und muss die Überschrift nicht zusätzlich besetzen.

Nutzenzeile

Ein Satz darunter sagt, was der Kunde davon hat oder was den Betrieb unterscheidet: „Planung, Abbruch und Fliesen aus einer Hand, ein fester Ansprechpartner“. Er ist konkret und überprüfbar, keine Reihe von Werten wie Qualität, Leidenschaft und Erfahrung.

Ein Hauptweg zur Anfrage

Ein deutlich gestalteter Knopf mit einem Verb, das den nächsten Schritt benennt: „Termin anfragen“, „Rückruf vereinbaren“, „Angebot anfordern“. Daneben darf die Telefonnummer als zweiter Weg stehen, aber kein dritter und vierter Knopf in gleicher Gewichtung.

Ein Vertrauenselement

Ein einzelner, belegbarer Hinweis, der den naheliegenden Zweifel ausräumt: Meisterbetrieb, Fachrichtung, Einsatzgebiet, ein Foto einer echten Baustelle oder der Verweis auf Bewertungen. Ein Element, das stimmt, wirkt stärker als eine Reihe von Siegeln, deren Herkunft niemand kennt.

Tabelle waagerecht wischen

BausteinSchwachTragfähig
Überschrift„Herzlich willkommen auf unserer Website“„Badsanierung in Hildesheim und Umgebung“
Nutzenzeile„Qualität, Leidenschaft, Erfahrung“„Planung bis Fliese aus einer Hand, ein fester Ansprechpartner“
Anfrageweg„Mehr erfahren“ und drei weitere Knöpfe in gleicher Größe„Termin anfragen“ als Knopf, Telefonnummer als anwählbarer Link
VertrauenSiegelsammlung ohne Erklärung, Superlative ohne Beleg„Meisterbetrieb“ und ein Link zu Referenzen aus der Region
BildStockfoto, Bildwechsler mit wechselnden BotschaftenFoto einer echten Arbeit, fest stehend, mit Alternativtext
  • Die Beschriftung ist ein Verb mit Ziel: „Termin anfragen“ statt „Mehr“ oder „Los geht’s“.
  • Die Akzentfarbe des Knopfs kommt im ersten Bildschirm nur einmal vor; steht sie auch auf Zierelementen, verliert der Knopf seine Signalwirkung.
  • Auf dem Handy ist die Tippfläche mindestens 24 × 24 CSS-Pixel groß (WCAG 2.2, Erfolgskriterium 2.5.8), für den Hauptweg besser deutlich größer und über die volle Breite.
  • Der Knopf führt direkt zu einem kurzen Formular oder öffnet die Wählfunktion, nicht zu einer Übersichtsseite mit weiteren Entscheidungen.
  • Die Telefonnummer steht als anwählbarer Link daneben oder darunter, nicht als Bild.
  • Derselbe Hauptweg erscheint weiter unten noch einmal, am Ende des letzten Inhaltsabschnitts.

Was im ersten Bildschirm nichts verloren hat

Siegel ohne nachvollziehbare Herkunft, selbst verliehene Auszeichnungen, Superlative ohne Beleg und Zahlen, die sich nicht belegen lassen. Solche Angaben wecken eher Misstrauen, als dass sie es ausräumen, und sie können als irreführende Werbung angreifbar sein. Was nicht stimmt oder sich nicht belegen lässt, bleibt weg, auch wenn der freie Platz verlockt.

Am Handy: weniger Platz, gleiche Reihenfolge

Die Blickverfolgung der Nielsen Norman Group fand an Desktop-Bildschirmen statt (Nielsen Norman Group 2018).

Am Handy ist der erste Bildschirm schmaler und fasst deutlich weniger Inhalt: Kopfzeile mit Logo und Menüsymbol, Überschrift, ein bis zwei Zeilen Text, ein Knopf, dann ist die Kante erreicht. Die Reihenfolge der vier Bausteine bleibt dieselbe, nur der Platz für jeden schrumpft. Was am Desktop nebeneinander steht, Text links und Bild rechts, steht am Handy untereinander. Dann entscheidet der Seitenaufbau, ob zuerst das Bild oder zuerst die Überschrift erscheint, und ein bildschirmhohes Foto über der Überschrift schiebt alle vier Bausteine unter die Kante. Grundlagen zu Schriftgröße, Tippflächen und Daumenzone stehen im Beitrag über die Website auf dem Handy.

Das Bild ist am Handy auch eine Frage der Ladezeit. Bei 76 Prozent der Seiten auf dem Handy ist das größte Element, das beim Laden erscheint, ein Bild, am Desktop bei 85 Prozent (HTTP Archive Web Almanac 2025). Dieses Element, gemessen als Largest Contentful Paint, entscheidet mit darüber, wie schnell eine Seite fertig wirkt; ein guter Wert liegt bei unter 2,5 Sekunden (web.dev). Auf dem Handy erreichen das 62 Prozent der Seiten (HTTP Archive Web Almanac 2025). Startseiten schneiden dabei schlechter ab als Unterseiten: Nur 45 Prozent der Startseiten erreichen auf dem Handy gute Werte bei den Core Web Vitals, bei Unterseiten sind es 56 Prozent (HTTP Archive Web Almanac 2025). Als mögliche Gründe nennt die Auswertung unter anderem, dass Startseiten häufiger geändert werden und mehr wechselnde Bestandteile tragen. Ein großes Bild, ein Bildwechsler, ein eingebettetes Video und mehrere Einblendungen im ersten Bildschirm sind genau solche Bestandteile.

Tabelle waagerecht wischen

BausteinDesktopHandy
Leistung und OrtEine Zeile oben links, neben oder über dem BildZwei bis drei kurze Zeilen direkt unter der Kopfzeile
NutzenzeileEin Satz unter der ÜberschriftEin kurzer Satz, die Ausführung folgt weiter unten
AnfragewegKnopf, daneben die Telefonnummer als TextKnopf über die volle Breite, Telefonnummer anwählbar
VertrauenZeile oder kleine Plaketten unter dem KnopfEine Zeile unter dem Knopf, notfalls direkt unter der Kante
BildRechts neben dem Text oder als ruhiger HintergrundUnter dem Knopf oder als flacher Streifen, nicht bildschirmhoch darüber
MenüHauptpunkte in einer Zeile sichtbarMenüsymbol, dazu ein Anrufsymbol in der Kopfzeile

Ein Fehler, der am Handy besonders ins Gewicht fällt, ist das verzögerte Laden des großen Bildes oben. Verzögertes Laden ist für Bilder weiter unten sinnvoll, beim größten Bild im ersten Bildschirm bremst es die Anzeige. Etwa 16 bis 17 Prozent der Seiten laden genau dieses Bild trotzdem verzögert (HTTP Archive Web Almanac 2025). Wer sein Bild oben behält, stellt es auf sofortiges Laden und hält die Datei klein.

Der Zoom-Test

Die Barrierefreiheitsrichtlinien verlangen, dass Inhalte bei einer Breite von 320 CSS-Pixeln ohne Scrollen in zwei Richtungen nutzbar bleiben; das entspricht einem Fenster von 1.280 CSS-Pixeln Breite bei 400 Prozent Zoom (WCAG 2.2, Erfolgskriterium 1.4.10). Wer den ersten Bildschirm so prüft, sieht schnell, ob die Überschrift ungünstig umbricht, der Knopf aus dem Bild rutscht oder die Kopfzeile einen großen Teil des Bildschirms belegt.
  • Bildwechsler mit mehreren Motiven: Jede Folie trägt eine andere Botschaft, und wer nicht wartet, sieht nur die erste. Eine feste Aussage mit einem Bild ist klarer und lädt schneller.
  • Einblendungen beim Öffnen: Newsletter-Fenster, Gutschein-Hinweise, Chat-Aufforderungen. Google empfiehlt, statt ganzseitiger Interstitials Banner zu verwenden, die nur einen kleinen Teil des Bildschirms einnehmen (Google Search Central).
  • Ein Einwilligungsbanner, das einen großen Teil der Seite bedeckt: Die Abfrage selbst kann nötig sein, sie muss aber Überschrift und Knopf nicht verdecken; ein kompaktes Banner am unteren Rand lässt den ersten Bildschirm lesbar.
  • Bewegung ohne Anlass: automatisch startende Videos, laufende Schriftbänder oder Text, der von der Seite hereinfliegt, ziehen den Blick von der Überschrift weg. Wer Bewegung einsetzt, hält sie ruhig und respektiert die Systemeinstellung für reduzierte Bewegung.
  • Ein übergroßes Logo und eine Kopfzeile mit zwei Ebenen: Am Handy belegen sie einen großen Teil des Bildschirms, bevor die erste Zeile Inhalt erscheint.

Die Reihenfolge unter dem Falz

Unterhalb des Falzes verteilt sich die Aufmerksamkeit auf mehrere Bildschirmhöhen. In der Studie der Nielsen Norman Group entfielen auf die ersten drei Bildschirmhöhen zusammen 81 Prozent der Betrachtungszeit (Nielsen Norman Group 2018).

Die Startseite muss also nicht kurz sein, aber jeder Abschnitt muss sich seinen Platz verdienen, und die wichtigsten kommen zuerst. Eine Reihenfolge, die für viele Betriebe trägt, sieht so aus:

  1. Leistungen als Einstiege: je Leistung eine Karte mit einem Satz und einem Link auf die eigene Leistungsseite.
  2. Beleg der Arbeit: Referenzen mit Foto, Ort und Art des Auftrags oder eine kurze Liste typischer Aufträge.
  3. Ablauf in Schritten: was nach der Anfrage passiert, vom Rückruf bis zum Termin vor Ort.
  4. Einsatzgebiet und Erreichbarkeit: Orte, Telefon- oder Öffnungszeiten, Anfahrt.
  5. Wer dahintersteht: ein Foto des Teams, zwei Sätze und ein Link zur Über-uns-Seite.
  6. Häufige Fragen: die Fragen, die vor einer Anfrage tatsächlich gestellt werden, mit kurzen Antworten.
  7. Der zweite Anfrageabschnitt: derselbe Hauptweg wie oben, mit einem Satz dazu, was nach dem Absenden passiert.
  8. Die Fußzeile: Kontaktdaten, Links zu Impressum und Datenschutzerklärung und ein kurzer Satz zum Betrieb.

Die Leistungskarten sind das Scharnier zwischen Startseite und Rest der Website. Überzeugen muss am Ende nicht die Startseite, sondern die Seite, die eine Leistung vollständig beschreibt, und dorthin führen die Karten; wie solche Seiten aufgebaut sind, steht im Beitrag über Leistungsseiten mit einer Seite je Leistung. Jeder Abschnitt beginnt mit einer Überschrift, die seine Aussage trägt, nicht mit einer Rubrik wie „Unsere Leistungen“. Wer scrollt, orientiert sich an Überschriften und hervorgehobenem Text, um Wichtiges zu erkennen (Nielsen Norman Group 2018). Eine Falle luftiger Gestaltung ist der falsche Boden: Endet der erste Bildschirm mit einer klaren Kante und viel Weißraum, wirkt die Seite fertig. Die Studie rät zu sichtbaren Signalen, dass es weitergeht, etwa zu angeschnittenem Text an der Unterkante (Nielsen Norman Group 2018); am Handy genügt oft, dass die nächste Karte schon ein Stück in den ersten Bildschirm ragt.

Die Fußzeile ist der Ort, an dem Besucher Impressum und Datenschutzerklärung suchen. Die Pflichtangaben eines geschäftsmäßigen digitalen Dienstes müssen leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar sein und ständig verfügbar gehalten werden (Paragraf 5 Absatz 1 DDG); ein Link in der Fußzeile, die auf jeder Seite erscheint, ist dafür der übliche Weg. Welche Angaben ins Impressum gehören, beschreibt der Beitrag zu Impressum und Datenschutz. Darüber hinaus trägt die Fußzeile, was Besucher am Ende einer Seite noch einmal suchen: Telefonnummer, Anschrift und Erreichbarkeit.

So prüfen Sie den ersten Bildschirm

Ob der erste Bildschirm seine Aufgabe erfüllt, lässt sich ohne Werkzeuge prüfen.

Aussagekräftig wird der Test mit einer Person, die den Betrieb nicht kennt, und er gehört auf alle drei Gerätegrößen: Was am Desktop über dem Falz steht, kann am Tablet knapp darunter rutschen, und am Handy gilt ohnehin eine eigene Aufteilung.

  • Seite auf dem Handy öffnen, ohne zu scrollen: Steht dort, was der Betrieb macht und wo?
  • Die Testperson nach wenigen Sekunden fragen, was der Betrieb anbietet und was sie als Nächstes tun würde.
  • Ist der Hauptweg zur Anfrage ohne Scrollen sichtbar und mit einem Verb beschriftet?
  • Ist ein belegbares Vertrauenselement zu sehen, und stimmt es?
  • Verdeckt beim ersten Aufruf ein Banner oder eine Einblendung die Überschrift oder den Knopf?
  • Bleibt der erste Bildschirm lesbar, wenn die Schrift im Browser vergrößert wird?
  • Ragt der nächste Abschnitt sichtbar in den ersten Bildschirm, sodass klar ist, dass es weitergeht?
  • Erscheint das große Bild oben ohne Verzögerung, und ist verzögertes Laden dafür abgeschaltet?
Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Nielsen Norman Group, „Scrolling and Attention“ (Therese Fessenden, April 2018; Blickverfolgung an Desktop-Bildschirmen, Seiten allgemein); HTTP Archive, Web Almanac 2025, Kapitel Performance; web.dev, Largest Contentful Paint; W3C, Web Content Accessibility Guidelines 2.2; Google Search Central, Dokumentation zu Interstitials und Dialogfeldern; Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (Paragraf 5b) und Digitale-Dienste-Gesetz (Paragraf 5) in der bei gesetze-im-internet.de veröffentlichten Fassung, abgerufen im Oktober 2026; XICflow-Leistungsseite, Stand Oktober 2026.