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Branchen

Dachdecker-Website: Sturmschaden, Dachcheck, Notdienst

Herbststürme bringen ab September die Anfragen. Wie eine Dachdecker-Website Notfall, Dachcheck und Sanierung trennt und jede Anfrage sicher aufnimmt.

15 Min. Lesezeit HandwerkNotdienstAnfragen

In der Nacht zieht ein Sturmtief durch, am Morgen fehlen im Ort auf einem Dutzend Dächern die Ziegel – und in derselben Stunde laufen die Anfragen ein: am Telefon, auf dem Anrufbeantworter und über die Website. Versicherte Sturm- und Hagelschäden summierten sich 2025 in der Sachversicherung auf rund eine Milliarde Euro, verteilt auf etwa 479.000 gemeldete Schäden mit durchschnittlich rund 2.100 Euro (GDV). Für einen Dachdeckerbetrieb entscheidet sich in solchen Tagen nicht, ob Arbeit da ist, sondern welche davon im eigenen Auftragsbuch landet. Dieser Beitrag beschreibt, wie eine Dachdecker-Website die drei Anliegen Sturmschaden, Dachcheck und Sanierung sauber trennt, welche Felder das Notfallformular braucht, was Sie zur Versicherung schreiben dürfen – und wie Erreichbarkeit außerhalb der Bürozeiten organisiert wird, ohne dass jemand nachts am Rechner sitzt.

Sturmnacht: drei Wege durch dieselbe WebsiteNotfall, Dachcheck und Sanierung trennen sich schon auf der StartseiteSturmnacht, Freitag22:40Anfrage vom HandyDach undicht, Ziegel loseNotfallSturmschaden heuteRufbereitschaft, Notnummer, Erstsicherung, Rückmeldung mit UhrzeitTerminDachcheck vor dem WinterSichtprüfung mit Datum, Preisrahmen und schriftlichem BerichtAngebotSanierung und NeueindeckungOrtstermin, Aufmaß, Angebot – Vorlauf von mehreren Wochen479.000versicherte Sturm- und Hagelschäden 2025(GDV)2.100 €durchschnittlicher Sturm- und Hagelschaden 2025(GDV)Jede Anfrage findet ihren Weg – auch nachts um zwanzig vor elf

Die Betriebsgrößen sprechen dieselbe Sprache. In die Handwerksrollen und in das Verzeichnis des handwerksähnlichen Gewerbes sind 1.038.126 Betriebe eingetragen, in denen rund 6 Millionen Menschen arbeiten (ZDH). 99,3 Prozent aller Unternehmen in Deutschland zählen zu den kleinen und mittleren Unternehmen (Statistisches Bundesamt). Das Dachdeckerhandwerk gehört dabei zu den zulassungspflichtigen Gewerken und steht unter Nummer 4 der Anlage A zur Handwerksordnung (Handwerksordnung). Ein Betrieb mit acht Leuten hat in der Sturmwoche keine Person frei, die den Posteingang sortiert – die Vorsortierung muss die Website übernehmen. Wer zusätzlich in der Nachbarschaft gefunden werden will, sollte die lokale Sichtbarkeit für Handwerk und Gastronomie vorher geklärt haben.

Drei Anliegen, die auf derselben Website landen

Auf einer Dachdecker-Website treffen drei Menschen mit sehr unterschiedlichem Zeitgefühl aufeinander. Der eine hat seit einer Stunde einen Eimer im Dachgeschoss stehen und braucht eine Rufnummer.

Der zweite überlegt seit dem letzten Sturm, ob das Dach vor dem Winter noch einmal angesehen werden sollte, und vergleicht in Ruhe drei Betriebe. Der dritte plant eine Neueindeckung mit Dämmung, holt Angebote ein und rechnet mit Vorlauf. Diese drei Anliegen brauchen unterschiedliche Seiten, unterschiedliche Formulare und unterschiedliche Zusagen. Ein einziges Kontaktformular, das alle drei bedient, bedient in der Praxis keinen von ihnen richtig. Wie sich zwei Kundengruppen auf einer Website ohne Doppelpflege trennen lassen, zeigt der Beitrag zu Privat- und Gewerbekunden auf einer Website – für Notfall, Dachcheck und Sanierung gilt dieselbe Mechanik.

Sturmschaden heute

Zeitfenster in Stunden. Der Besuchende sucht eine Rufnummer, keine Leistungsübersicht. Notdienstseite mit Rufnummer, Erreichbarkeitszeiten, Kurzformular und einem Satz zur Erstsicherung.

Dachcheck vor dem Winter

Zeitfenster in Wochen. Hier zählen Termin, Preisrahmen und der Umfang der Sichtprüfung. Eine eigene Seite mit Terminanfrage und einem Beispielbericht macht das Angebot greifbar.

Sanierung und Neueindeckung

Zeitfenster in Monaten. Referenzen, Aufbau, Materialien und der Ablauf vom Ortstermin bis zur Abnahme. Das Formular darf hier ruhig länger sein, weil der Vorlauf es zulässt.

Die Trennung beginnt nicht auf einer Unterseite, sondern auf der Startseite. Wer nachts mit nassem Dachboden auf die Website kommt, scrollt nicht durch eine Leistungsübersicht, sondern sucht in den ersten zwei Bildschirmhöhen nach einer Nummer. Drei klar beschriftete Einstiege nebeneinander – Sturmschaden melden, Dachcheck vereinbaren, Sanierung anfragen – erledigen diese Sortierung ohne ein Wort Erklärung. Dasselbe Muster funktioniert in anderen Gewerken genauso; die SHK-Website mit Wärmepumpen-Anfragen trennt Störung, Wartung und Neuanlage nach derselben Logik. Wichtig ist nur, dass die drei Einstiege optisch gleichrangig sind: Sobald einer davon als Hauptknopf gestaltet ist, wandern auch die falschen Anfragen dorthin.

  1. Die Rufnummer als Wählfeld, nicht als Bild. Sie steht in der ersten Bildschirmhöhe, als antippbarer Telefonlink, in einer Schriftgröße, die man ohne Zoom trifft. Eine Nummer in einer Grafik ist auf dem Telefon wertlos.
  2. Das Zeitfenster im Klartext. „Rufbereitschaft Mo bis So, 6 bis 22 Uhr“ sagt mehr als „rund um die Uhr für Sie da“. Wer außerhalb dieser Zeiten anruft, soll wissen, woran er ist, statt in ein stilles Postfach zu sprechen.
  3. Das Einsatzgebiet mit Radius. „Sturmeinsätze im Umkreis von 30 km um Hildesheim“ spart Ihnen und dem Anrufenden das Gespräch, das ohnehin mit einer Absage endet.
  4. Ein Satz zur Erstsicherung. Was der Betrieb im Notfall zuerst macht – Notabdeckung, Plane, Sicherung loser Teile – und was daran vorläufig ist. Das ordnet die Erwartung, bevor sie entsteht.
  5. Der Weg für alles Übrige. Ein Verweis auf Dachcheck und Sanierung fängt die Anfragen ab, die keine Notfälle sind, aber auf der Notdienstseite gelandet sind.

Die Rufnummer gehört in den Hintergrund des Knopfes, nicht in ein Bild

Legen Sie die Notrufnummer als Telefonlink an und schreiben Sie sie zusätzlich als auswählbaren Text daneben. Auf dem Telefon wählt ein Antippen sofort; am Rechner lässt sich die Nummer kopieren. Ergänzen Sie eine zweite Zeile mit der Vertretung für den Fall, dass die erste Nummer besetzt ist. Beides zusammen kostet fünf Minuten Einrichtung und verhindert die häufigste Sackgasse einer Notdienstseite.

Damit das trägt, muss die Seite auf dem Telefon vollständig bedienbar sein: ausreichend große Tippziele, lesbare Schrift ohne Zoom, kein Element, das die Rufnummer verdeckt. Der Beitrag zur Bedienbarkeit auf dem Handy nennt die Punkte, die dabei am häufigsten auffallen. Und die Grundhaltung stimmt mit dem überein, was andere Branchen im Ausnahmefall lösen müssen: Wie eine Website Menschen in einer belastenden Lage sofort zur richtigen Person führt, beschreibt der Beitrag zur Erreichbarkeit im Trauerfall. Der Ton unterscheidet sich, die Anforderung nicht: kurze Wege, klare Zeiten, keine Formularstrecke vor der Rufnummer.

Das Sturmschaden-Formular: kurz, aber belastbar

Jedes Feld, das nachts ausgefüllt werden muss, ist ein Feld, an dem jemand abbricht.

Wie stark Feldzahl und Abbruch zusammenhängen, hat das Baymard Institute für Bestellstrecken gemessen: Die meisten Seiten kämen dort mit acht Feldern aus, im Mittel enthielten die untersuchten Strecken 2024 aber 11,3 Felder (Baymard Institute). Die Zahlen stammen aus dem E-Commerce-Umfeld und lassen sich nicht eins zu eins auf ein Handwerksformular übertragen – die Richtung stimmt trotzdem: Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Abschlüsse. Für das Sturmschaden-Formular heißt das, zwischen zwei Sorten von Angaben zu unterscheiden. Es gibt Angaben, ohne die Sie nicht losfahren können, und Angaben, die das Gespräch später ohnehin klärt. Nur die erste Sorte gehört ins Formular. Welche Felder in der Regel wirklich tragen, ordnet der Beitrag zum Kontaktformular und seiner Auswertung.

  • Adresse des Objekts – nicht die Rechnungsadresse. Ohne sie ist keine Einsatzplanung möglich.
  • Telefonnummer als einziges Pflicht-Kontaktfeld. Eine E-Mail-Adresse allein hilft nachts nicht.
  • Art des Schadens als Auswahl mit vier bis sechs Einträgen: Ziegel lose, Dach undicht, Blech oder Rinne beschädigt, Sturmschaden an Gauben, Baum auf dem Dach, Sonstiges.
  • Dringlichkeit in drei Stufen: Wasser läuft aktuell ins Gebäude, Gefahr für Passanten, kann bis morgen warten.
  • Fotoupload mit Mehrfachauswahl. Zwei Handybilder ersparen häufig den ersten Ortstermin und verkürzen das Angebot.
  • Freitextfeld ohne Pflicht. Wer schreiben will, schreibt; wer nicht, wird nicht aufgehalten.

Tabelle waagerecht wischen

MerkmalAllgemeines KontaktformularSturmschaden-Formular
PflichtfelderName, E-Mail, Betreff, NachrichtObjektadresse, Telefon, Schadensart, Dringlichkeit
Anrede und BetreffPflichtentfällt – die Schadensart ersetzt den Betreff
Fotosnicht vorgesehenMehrfachupload direkt aus der Kamera
Bestätigung„Ihre Nachricht wurde gesendet“Zeitfenster für den Rückruf plus Notrufnummer im Text
Empfängerein SammelpostfachSammelpostfach plus Mobilnummer der Rufbereitschaft
ErreichbarkeitBürozeitenZeitfenster steht über dem Formular, nicht im Impressum

Die Bestätigungsseite ist der am stärksten unterschätzte Text der ganzen Strecke. Sie sollte wiederholen, was der Betrieb jetzt tut, bis wann er sich meldet und unter welcher Nummer man im Zweifel selbst anruft. Wer wissen will, wie viele Menschen den Formularweg gar nicht erst gehen und stattdessen direkt zum Hörer greifen, findet die Messmethode im Beitrag zu Anrufen von der Website. In der Sturmwoche verschiebt sich dieses Verhältnis erfahrungsgemäß deutlich in Richtung Telefon – ein Grund mehr, die Rufnummer nicht hinter dem Formular zu verstecken.

  • Umfang der Sichtprüfung schriftlich festlegen: Eindeckung, Rinnen und Fallrohre, Anschlüsse, Durchdringungen, Dachfenster, Ortgang und First.
  • Dauer und Preisrahmen nennen, mit den Bedingungen, unter denen sich beides ändert (Dachfläche, Neigung, Zugang, Hubsteiger).
  • Ein Beispiel des schriftlichen Berichts zeigen – anonymisiert, zwei Seiten, mit Fotos und Ampelbewertung.
  • Den Zeitraum benennen, in dem Termine frei sind, und ihn nach der Vergabe auch pflegen.
  • Angeben, was nach dem Bericht passiert: Angebot auf Wunsch, keine automatische Beauftragung.
  • Die Wiedervorlage nach zwei Jahren gleich mit anbieten, statt sie später einzeln zu verkaufen.

Der Dachcheck ist der Kalender, aus dem der Winter gefüllt wird

Ein Betrieb, der im September zwanzig Dachchecks verkauft, hat im November zwanzig belastbare Angebotsanlässe – aus Vorgängen, bei denen die Kundschaft den Betrieb schon auf dem eigenen Dach gesehen hat. Diese Vorgänge sind planbar, wetterunabhängig vorbereitbar und lassen sich in die Lücken zwischen den Sturmeinsätzen legen. Der Notdienst bringt Umsatz, der Dachcheck bringt Auslastung.

Eine Notdienstseite verspricht keine Rettung, sondern nennt eine Nummer, ein Zeitfenster und einen Radius. Alles Weitere entscheidet das Wetter.

  • Rufbereitschaft mit Namen und Plan. Wer hat wann Dienst, und wer übernimmt, wenn diese Person auf dem Dach steht? Der Plan gehört in den Betrieb, das Zeitfenster auf die Website.
  • Zweiter Empfänger für jedes Notfallformular. Eine Kopie an eine Mobilnummer oder ein zweites Postfach verhindert, dass eine Anfrage an einem Krankheitstag liegen bleibt.
  • Eine ehrliche Ansage für die Randzeiten. „Zwischen 22 und 6 Uhr hören wir das Postfach nicht ab. Bei Gefahr im Verzug wenden Sie sich an die Feuerwehr.“ Das ist keine Schwäche, sondern eine Information.
  • Ein wöchentlicher Blick auf die Zustellung. Formularmails landen erfahrungsgemäß dann im Spamordner, wenn das Volumen sprunghaft steigt – also genau in der Sturmwoche.
  • Ein Ausschaltdatum für Saisonhinweise. Ein Banner „Sturmschäden: Rufbereitschaft aktiv“ im März schadet mehr, als er im Oktober genützt hat.

Und dann kommt der Teil, über den selten jemand spricht: die Wochen nach der Welle. Wenn die Notfälle abgearbeitet sind, fällt das Anfragevolumen sichtbar ab – nicht, weil der Bedarf verschwindet, sondern weil die Dringlichkeit weg ist. Genau dann ist die Website das Werkzeug, das Auslastung nachlegt: mit dem Dachcheck, mit Referenzen aus den frischen Einsätzen und mit einem sichtbaren Terminangebot. Wie sich eine solche Phase nutzen lässt, beschreibt der Beitrag zur Website in der Flaute. Umgekehrt gilt: Wenn das Auftragsbuch überläuft, braucht die Website andere Signale, damit die richtigen Anfragen bleiben – dazu passt der Beitrag zum vollen Auftragsbuch.

Quellen und Studien

Dieser Artikel basiert auf Daten von GDV, Deutscher Wetterdienst, Harvard Business Review und Bitkom. Die genannten Zahlen beziehen sich auf den Stand der jeweiligen Veröffentlichung.