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Vergleich

Eigene Website oder nur ein Profil im sozialen Netz?

Eigene Website oder Profil im sozialen Netz: sechs Kriterien mit harten Zahlen zu Reichweite, Sichtbarkeit, Verkauf und Pflichten – und wie beide Kanäle zusammenarbeiten.

15 Min. Lesezeit SichtbarkeitPlanungKundengewinnung

Die Frage kommt selten als Frage. Sie kommt als Feststellung: Wir haben doch ein Profil, reicht das nicht? Dahinter steckt eine vernünftige Überlegung, denn ein Profil ist in einer Stunde eingerichtet, eine eigene Website kostet Geld und Aufmerksamkeit. Die Erhebungen zeichnen trotzdem ein deutliches Bild. 79,01 Prozent der Unternehmen in der EU hatten 2025 eine eigene Website (Eurostat), soziale Medien nutzten im selben Jahr 63,57 Prozent (Eurostat). Auf der anderen Seite des Bildschirms sieht es ähnlich aus: 94 Prozent der Menschen in der EU waren 2025 in den vorangegangenen drei Monaten online (Eurostat), aber nur 59 Prozent der Menschen in Deutschland nutzten soziale Medien privat (Statistisches Bundesamt). Dieser Beitrag stellt beide Wege nebeneinander, nicht als Glaubensfrage, sondern entlang von sechs Kriterien: Reichweite, Kontrolle über die Sichtbarkeit, Verkauf, gesetzliche Pflichten, Aufwand und das, was bleibt, wenn ein Kanal ausfällt. Am Ende steht keine Empfehlung für alle, sondern eine Entscheidungshilfe für den eigenen Betrieb.

Eigene Website oder Profil im sozialen NetzWas die Erhebungen zu beiden Kanälen sagen – Waage und sechs Kriterien im VergleichEigene Website79,01 % der Betriebe in der EUProfil im sozialen Netz63,57 % der Betriebe in der EUDie Waage kippt zur VerbreitungEigene WebsiteProfil im sozialen NetzBetriebe in der EU mit dem jeweiligen Kanal79,01 %63,57 %Kleine Betriebe in der EU76,66 %60,59 %EU: Internetnutzung, soziale Netzwerke94 %67 %Deutschland: Warensuche, soziale Medien80 %59 %Onlineverkauf: genutzter Kanal85,65 %45 %Umsatzanteil online, eigene Skala7,08 %1,30 %Werte: Eurostat 2025 und 2024, Statistisches Bundesamt 2025; letzte Zeile mit eigener Skala

Zwischen den Branchen streut die Plattformnutzung stark. Im Baugewerbe nutzte 2025 knapp die Hälfte der Betriebe soziale Medien, genau 49,97 Prozent (Eurostat); in der Branche Information und Kommunikation waren es 83,15 Prozent (Eurostat). Das ist kein Qualitätsurteil, sondern ein Hinweis auf die Passung: Wo eine Leistung sichtbar und bildstark ist, trägt ein Profil mehr; wo sie erklärungsbedürftig, örtlich gebunden und terminabhängig ist, trägt die eigene Seite mehr. Für Betriebe mit örtlichem Einzugsgebiet lohnt zusätzlich der Beitrag über lokale Sichtbarkeit.

Wo Kundschaft sucht, wo sie sich aufhält

Reichweite ist das häufigste Argument für das Profil und zugleich das am schwächsten belegte.

In der EU nutzten 2025 94 Prozent der Menschen das Internet in den vorangegangenen drei Monaten (Eurostat), an sozialen Netzwerken nahmen 67 Prozent teil (Eurostat). Beide Werte stammen aus derselben Erhebung und derselben Grundgesamtheit, sind also unmittelbar vergleichbar. Der Unterschied von 27 Prozentpunkten beschreibt genau die Menschen, die online erreichbar sind, aber nicht über ein Netzwerk.

In Deutschland tritt der Unterschied noch deutlicher hervor. 80 Prozent der Personen zwischen 16 und 74 Jahren suchten 2025 im Netz nach Informationen über Waren und Dienstleistungen (Statistisches Bundesamt), soziale Medien nutzten privat 59 Prozent (Statistisches Bundesamt). Entscheidend wird die Altersstruktur, sobald die Kundschaft nicht jung ist: Von den 65- bis 74-Jährigen war 2025 noch ein Viertel, also 25 Prozent, in sozialen Medien aktiv (Statistisches Bundesamt). Ein Betrieb, der Bäder saniert, Nachlässe abwickelt oder Pflege organisiert, erreicht über einen reinen Profilauftritt drei von vier Menschen in genau der Altersgruppe nicht, die seine Leistung braucht.

Tabelle waagerecht wischen

KriteriumEigener KanalFremder Kanal
Verbreitung bei Betrieben in der EU79,01 Prozent hatten 2025 eine eigene Website (Eurostat)63,57 Prozent nutzten soziale Medien (Eurostat)
Verbreitung bei kleinen Betrieben76,66 Prozent mit eigener Website (Eurostat)60,59 Prozent mit sozialen Medien (Eurostat)
Erreichte Personen in der EU94 Prozent waren in drei Monaten online (Eurostat)67 Prozent nahmen an sozialen Netzwerken teil (Eurostat)
Reichweite in Deutschland80 Prozent suchten nach Waren und Dienstleistungen (Statistisches Bundesamt)59 Prozent nutzten soziale Medien privat (Statistisches Bundesamt)
Kanal beim Onlineverkauf85,65 Prozent der verkaufenden Betriebe nutzten Website oder App (Eurostat)45 Prozent nutzten einen Marktplatz (Eurostat)
Umsatzanteil aus dem Onlineverkauf7,08 Prozent des Gesamtumsatzes (Eurostat)1,30 Prozent des Gesamtumsatzes (Eurostat)

Der eigene Kanal ist dabei kein Nischenphänomen. Zum Jahresende 2025 waren weltweit rund 17,7 Millionen Domains unter der deutschen Länderkennung registriert (DENIC). Eine eigene Adresse ist die Grundlage für alles Weitere: für eine Postadresse im eigenen Namen, für eine Weiterleitung beim Anbieterwechsel, für ein Suchergebnis, das dem Betrieb zugeordnet wird. Wer diesen Schritt gegangen ist und trotzdem nicht gefunden wird, findet die häufigsten Stolpersteine im Beitrag über fehlende Sichtbarkeit.

Reichweite mieten heißt Reichweite kündbar halten

Ein Profil ist ein Nutzungsverhältnis. Die Regeln setzt der Anbieter, er ändert sie ohne Zustimmung, und er entscheidet über die Auslieferung eines Beitrags. Die Größenordnung dieser Entscheidungen ist in der Transparenzdatenbank der Europäischen Kommission dokumentiert, ein Teil davon vollautomatisch. Praktische Folge für den Betrieb: Alles, was für die Auftragsanbahnung zählt, also Leistungsbeschreibung, Preise, Kontaktweg und Pflichtangaben, gehört auf eine Adresse, die niemand kündigen kann. Das Profil bleibt der Verteiler, nicht der Speicher.

Was die eigene Seite trägt

Was Betriebe auf ihrer Website tatsächlich tun, ist erhoben. Die häufigste Funktion ist die Beschreibung der Waren und Dienstleistungen samt Preislisten: 66,36 Prozent der Unternehmen boten das 2025 an (Eurostat).

Genau daran scheitert ein Profil, und zwar nicht, weil die Plattform es verbietet, sondern weil das Format es nicht trägt. Eine Leistungsbeschreibung mit Varianten, Abgrenzungen und Preisrahmen ist kein Beitrag, sondern eine Seite, die über Jahre auffindbar bleibt und aus der Suche heraus gefunden wird.

Leistungen und Preise

66,36 Prozent der Unternehmen in der EU beschrieben 2025 Waren, Dienstleistungen und Preise auf der eigenen Website (Eurostat). Das ist die meistgenutzte Funktion und zugleich die, die eine Anfrage vorsortiert.

Stellen und Bewerbungen

31,34 Prozent schrieben offene Stellen aus oder nahmen Bewerbungen über die Website entgegen (Eurostat). Wer Fachkräfte sucht, braucht eine Seite, die auch ohne Konto bei einem Anbieter lesbar ist.

Mehr als eine Sprache

29,51 Prozent boten Inhalte in mindestens zwei Sprachen an (Eurostat). Im Profilformat ist dafür wenig Platz; auf der eigenen Seite ist es eine Frage der Struktur.

Aus der Suche auffindbar

80 Prozent der Personen in Deutschland suchten 2025 online nach Informationen über Waren und Dienstleistungen (Statistisches Bundesamt). Diese Suche endet auf Seiten, nicht in Profilen.

Pflichtangaben an einem Ort

Anbieterkennzeichnung, Datenschutzhinweise, Widerrufsbelehrung: Auf der eigenen Seite stehen sie dauerhaft erreichbar. Im Profil hängen sie an einem Feld, dessen Länge der Anbieter bestimmt.

Bestand statt Verlauf

Ein Beitrag verschwindet im Verlauf, eine Seite bleibt. Für Leistungen, die einmal im Jahr gebraucht werden, ist das der Unterschied zwischen gefunden und vergessen.

Wie weit man dabei geht, hängt vom Geschäft ab. Eine Übersicht der Bausteine steht unter Leistungen, Beispiele aus verschiedenen Branchen unter Demos. Wer Stellen besetzen will, findet die Anforderungen an eine Karriereseite im Beitrag über Fachkräfte über die Website; wie sich Bewerbungen ordentlich entgegennehmen lassen, behandelt der Beitrag über Bewerbungen online. Für mehrsprachige Auftritte ist der Beitrag über hreflang und Sprachfassungen der Einstieg.

  • Der Umsatz folgt dem Kanal. 7,08 Prozent des Gesamtumsatzes stammten 2024 aus Web-Verkäufen über eigene Websites oder Apps, 1,30 Prozent aus Verkäufen über Marktplätze (Eurostat). Der eigene Weg trug damit mehr als das Fünffache.
  • Nicht jeder Betrieb braucht beides. 17,99 Prozent der Unternehmen in der EU wickelten ihre elektronischen Verkäufe ausschließlich über Websites oder Apps ab (Eurostat). Ein eigener Kanal allein ist also ein tragfähiges Modell.
  • Ein Schaufenster ist kein Laden. Wer nicht online verkauft, kann Produkte trotzdem zeigen, ohne einen Bestellprozess zu betreiben. Der Beitrag über Produkte ohne Shop zeigen beschreibt den Weg.
  • Preise gehören auf die Seite, nicht in eine Nachricht. Eine Preisangabe im Profil ist binnen weniger Tage im Verlauf versunken. Auf der Seite steht sie samt Bezugsgröße und Stand und ist damit im Gespräch belastbar.
  • Die Anfrage braucht ein Formular. Wer Anfragen über den Posteingang eines Profils annimmt, verliert Angaben und Nachweisbarkeit. Wie ein brauchbares Formular aufgebaut ist, steht im Beitrag über das Kontaktformular.
  • Zahlen bleiben im eigenen Haus. Welche Seite wie oft gelesen wurde und welche Anfrage woher kam, ist auf der eigenen Seite messbar, auf fremden Plattformen nur so weit, wie der Anbieter es zeigt.

Der Zweitweg verteilt, der Hauptweg hält

Die Aufgabenteilung ist unspektakulär und trägt weit: Das Profil bringt Aufmerksamkeit in Bewegung, die eigene Seite nimmt sie auf. 85,65 Prozent der online verkaufenden Unternehmen nutzten 2024 den eigenen Kanal (Eurostat), und dieser Kanal trug mit 7,08 Prozent gegenüber 1,30 Prozent des Gesamtumsatzes den größeren Teil (Eurostat). Wer das umdreht und den Verteiler zum Speicher macht, legt Leistungsbeschreibung, Preise und Kontaktdaten in eine Struktur, deren Regeln er nicht setzt. Praktisch heißt das: Jeder Beitrag im Netzwerk endet auf einer Seite, die dem Betrieb gehört.
  • Anbieterkennzeichnung dauerhaft erreichbar halten. Sie gehört auf eine eigene, verlinkte Seite und nicht in ein Profilfeld, dessen Länge der Anbieter bestimmt.
  • Datenschutzhinweise an den tatsächlichen Verarbeitungen ausrichten. Formular, Kartendienst, Schriftart: Was eingebunden ist, steht drin. Der Beitrag über Impressum und Datenschutzerklärung führt die Punkte auf.
  • Zuständigkeit für Zwischenfälle klären. Wer meldet eine Datenpanne, in welcher Frist, an wen? Der Beitrag über die 72-Stunden-Frist beschreibt den Ablauf.
  • Barrierefreiheit einordnen, bevor jemand fragt. Die Ausnahme für Kleinstunternehmen ist an Beschäftigtenzahl, Jahresumsatz und Jahresbilanzsumme gebunden (BFSG Paragraf 2 Nummer 17) und verschiebt sich mit dem Wachstum des Betriebs.
  • Nachweise geordnet ablegen. Einwilligungen, Auftragsverarbeitung, Löschfristen: Auf der eigenen Seite lässt sich die Ablage sauber führen, im Posteingang eines Profils kaum.

Für Betriebe, die öffentliche Auftraggeber beliefern, kommt eine weitere Ebene hinzu. Vergabestellen prüfen Angaben, die auf einem Profil selten vollständig stehen; der Beitrag über öffentliche Aufträge nennt die üblichen Punkte. Und wer wissen will, wie die Ausgaben für den eigenen Auftritt buchhalterisch einzuordnen sind, findet die Unterscheidung im Beitrag über Website-Kosten als Aufwand oder Anschaffung.

Die Rechnung ohne Bauchgefühl

Stellen Sie beide Wege einmal mit Zahlen aus dem eigenen Betrieb nebeneinander: Wie viele Anfragen kamen im letzten Quartal über das Profil, wie viele über Suche, Empfehlung und Telefon? Halten Sie daneben, was die Erhebungen sagen. 80 Prozent der Personen in Deutschland suchten 2025 online nach Waren und Dienstleistungen (Statistisches Bundesamt), 59 Prozent nutzten soziale Medien privat (Statistisches Bundesamt), bei den 65- bis 74-Jährigen waren es 25 Prozent (Statistisches Bundesamt). Ist Ihre Kundschaft älter als der Durchschnitt, verschiebt sich die Rechnung deutlich. Welcher Aufwand dem gegenübersteht, zeigt die Preisübersicht.
  • Eine eigene Adresse, auf die alle anderen Auftritte verweisen und die bei einem Anbieterwechsel mitgeht.
  • Eine Leistungsseite je Angebot statt einer Sammelseite, damit die Suche das passende Ergebnis ausspielen kann.
  • Titel und Beschreibung je Seite gepflegt: Nur 66,7 Prozent der Seiten hatten überhaupt eine Meta-Beschreibung (Web Almanac 2024).
  • Mobile Darstellung als Grundlage: 94 Prozent der mobilen Seiten bestanden die technische Grundprüfung zur Darstellungsfläche (Web Almanac 2024).
  • Eine ausgelieferte robots.txt: Nur 83,9 Prozent der mobilen Sites lieferten dafür einen Statuscode 200 (Web Almanac 2024).
  • Ein Formular, das die Angaben einsammelt, die ein Angebot braucht, samt Bestätigung, die der Kunde behalten kann.

Diese Punkte sind in wenigen Stunden erledigt, sobald die Struktur steht, und sie sind der Grund, warum eine Seite über Jahre Anfragen bringt, während ein Beitrag nach kurzer Zeit aus der Wahrnehmung fällt. Wichtiger als der einmalige Aufbau ist ohnehin die Pflege: ein neuer Leistungsbereich, ein geänderter Preis, ein zusätzlicher Standort. Wer diese Arbeit einplant, hat den Aufwandsvergleich zwischen Profil und Seite ehrlich gerechnet.

Ein Profil leiht Aufmerksamkeit. Eine eigene Seite behält sie.

In sieben Schritten zur Entscheidung

  • Kundschaft beschreiben, nicht schätzen. Alter, Einzugsgebiet, Anlass. Von den 65- bis 74-Jährigen waren 2025 25 Prozent in sozialen Medien aktiv (Statistisches Bundesamt); diese Zahl entscheidet mehr als jeder Geschmack.
  • Anfragewege der letzten zwölf Monate auszählen. Woher kamen die Aufträge tatsächlich? Eine Strichliste schlägt jede Vermutung.
  • Klären, was der Kanal tragen muss. Die Leistungsbeschreibung mit Preisen ist die häufigste Website-Funktion, 66,36 Prozent der Unternehmen boten sie an (Eurostat), und im Profilformat ist sie schwer abzubilden.
  • Pflichten zuordnen. Anbieterkennzeichnung, Datenschutzhinweise und gegebenenfalls Barrierefreiheit entlang der Schwellen des Gesetzes zu Beschäftigtenzahl, Jahresumsatz und Jahresbilanzsumme (BFSG Paragraf 2 Nummer 17).
  • Den Verkaufsweg festlegen. Wer online verkauft, tut das ganz überwiegend über den eigenen Kanal: 85,65 Prozent gegenüber 45 Prozent über Marktplätze (Eurostat).
  • Aufwand realistisch ansetzen. Struktur, Texte, Bilder, Pflichttexte, Formular. Die Technik ist selten der Engpass, 51 Prozent der Websites liefen im Juni 2024 auf einem Redaktionssystem (Web Almanac 2024).
  • Beide Kanäle verbinden. Jeder Beitrag verweist auf eine Seite, jede Seite nennt den Kanal, auf dem Aktuelles läuft. Das kostet nichts und hält die Reichweite im eigenen Haus.

Quellen und Studien

Dieser Beitrag stützt sich auf die Erhebungen von Eurostat zu Unternehmen, Haushalten und elektronischem Handel, auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur privaten Internetnutzung und zur Unternehmensstruktur, auf die europäische Transparenzdatenbank zu Maßnahmen gegen Inhalte, auf die Domainstatistik der DENIC sowie auf den Web Almanac 2024 und den Wortlaut des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes. Die Werte der Transparenzdatenbank beziehen sich auf einen rollierenden Zeitraum von 180 Tagen und ändern sich täglich; die übrigen Angaben nennen das Erhebungsjahr der jeweiligen Veröffentlichung. Die Einordnung ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.